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Nachhaltigkeit

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Kanwan

Der Wiesenpieper

Text und Scherenschnitt: Erika Bulow- Osborne

15.05.2ß17

Scherenschnitt: Wiesenpieper füttert jungen Kuckuck
(c) Scherenschnitt Erika Bulow Osborne Wiesenpieper füttert jungen Kuckuck

 

Wiesen Pieper, Meadow Pipit, Anthus pratensis

 

Der Wiesen Pieper , Meadow Pipit, Anthus pratensis war sehr weit verbreitet in Europa und Asien. Leider gilt er in Deutschland als stark gefährdet. Das hat verschiedene Gründe. Sein natürlicher Feind ist der Kuckuck, welcher es besonders leicht hat, ein Ei in das am Boden liegende Nest zu legen und, die Aufzucht des jungen Kuckucks den Wiesen Pieper Pflegeeltern zu überlassen. Außerdem aber sind es Raubvögel, wie Kornweihe und Merlin, die ihre Jungvögel bedrohen.

 

Der Wiesen Pieper ist olivfarbig. Seine äußersten Schwanzfedern sind weiß, insgesamt aber überwiegt eine graugrünliche Färbung. Sein Rückenstreifen ist dunkler und breiter, als beim Baum Pieper. Rötlich sind seine Beine, der Schnabel ist spitz und dünn. Er wirkt kleiner als der Baum Pieper.

 

Sein Gesang ertönt in hoher Stimmlage und leise. Er hält sich meist am Boden auf. Seine Nahrung sind Insekten und Spinnentiere, sowie Samen von Gräsern, Binsen, Seggen, Heide und im Winter Schwarzen Krähenbeeren. Die Jungen verstecken sich in dichter Krautschicht von Farnen und Heide.

 

Der Flug ist hüpfend. Der Wiesen Pieper als Kurzstreckenzieher bleibt oft als Standvogel. In England überwintert er gern an der Küste und bevorzugt Landschaften wie Marsch, Düne, Heide oder Hochmoor. Nur das Weibchen brütet ihre 3-5 Eier. Als Nesthocker werden die Jungen von den Eltern 15 Tage lang gefüttert.

 

Im Gegensatz zum Baumpieper, dessen schöner Gesang nach mehreren Strophen langsamer wird, ist das Ende des Gesanges beim Wiesen Pieper schneller, ein echtes Accellererando, wie in klassischer Musik und vielen Volkstänzen.

 

 

 

Der Baumpieper

Text und Scherenschnitt: Erika Bulow Osborne

15.05.2017

Scherenschnitt Baumpieper von Erika Bulow Osborne

 

Der Baum Pieper, englisch Tree Pipit, Anthus trivialis

 

In den letzten zwanzig Jahren ist der Baumpieper in England zu 85% verschwunden, die intensive Landwirtschaft mit der Verwendung von Pestiziden hatte schlimme Folgen. In Europa ist er noch häufig , aber er ist unauffällig im Gefieder und hat etwa die Größe eines Haussperlings.

 

Ich habe ihn häufig in Hamburg Bergedorf beobachtet, wenn er oben in einem Baum von seiner Singwarte aus ein Repertoire schönster Melodien begann. Er ist im Grunde der Heidelerche ähnlich, die im gleichen Biotop lebt. Ihr Augenstreif ist ausgeprägter und rahmfarben, der Schwanz kürzer. Der Baumpieper steigt in die Luft und lässt sich mit steifen Flügeln fallen. Er stoppt unterhalb seiner Singwarte und steigt erneut auf, bis er dort, oder anderswo landet. Er fliegt in flachen Wellen. Bei schlechtem Wetter schweigt er und wartet auf gutes Wetter. Ebenso wartet er auf den Sonnenaufgang mit leisem Zwitschern.

 

Manchmal steigt er vom Boden auf mit immer lauterem zwiwiswiswis und kommt herab mit ziaziazia, sehr melodisch und schön. Mit seinem Weibchen vereinigt er sich häufig zu minutenlangem Duett. Wenn Gefahr droht, hört man ein sipsipsip.

 

Auf Irland, Orkney, Shetland und den Hebriden gibt es keinen Baumpieper.

 

Er ist ein Langstreckenflieger. Erste Männchen kommen ab Februar zurück aus Afrika, die meisten Weibchen aber erst im März.

 

Für das Brüten besonders Ideal sind dichte Krautschichten, Waldlichtungen, verschiedene Sträucher, und Heide, oder Moore.

 

Die Nestlinge brauchen Samen, Raupen, Blattläuse und Ameisen.

 

Das Nest liegt am Boden unter Reit Gras, Flieder, Drahtschmiele, oder Farnkraut als Sichtschutz. Fünf Eier werden gelegt. Sie sind so zahlreich gesprenkelt, dass sie insgesamt dunkelbraun oder schwarzgrau wirken.

 

Im Mai beginnt das Weibchen mit dem Brüten., das dauert zwei Wochen. Weitere 14 Tage bleiben die Jungen im Nest, dann verstecken sie sich im Heide- oder Farnkraut, deshalb ist eine dichte Krautschicht so wichtig. Die Eltern füttern die Jungen einen Monat lang. Nach zwei bis drei Wochen sind sie flügge.

 

Sollte das Wetter kalt und nass sein, sterben viele Jungvögel. Auch Zecken sind eine tödliche Gefahr.

 

 

 

Scherenschnitte: Erika Bulow Osborne

Die kleinen Pieper bedroht von Falken und Rohrweihen

Kommentare: 3
  • #3

    christine (Samstag, 10 Juni 2017 20:46)

    Zauberhaft, liebe Erika!!

  • #2

    Eva Schmelzer (Sonntag, 04 Juni 2017 16:57)

    Und wieder einmal ist mein Wissen über die Vogelwelt mit diesem liebevoll geschriebenen und so schön gestalteten Beitrag bereichert worden. Nur leider ist auch hier wieder zutiefst zu beklagen, was auf so viele Vogelarten zutrifft: Die Bedrohung oder sogar sein Verschwinden, und zwar durch Schuld des Menschen – es wäre also vermeidbar, wenn nur die Natur in unsere wirtschaftlichen Interessen einbezogen würden.
    Und jetzt kommt ein ganz eigenartiger Zufall: Während ich anfing, diesen Kommentar zu schreiben, rief meine Schwägerin an, die ganz einsam gelegen in Schweden wohnt. Da ich gerade den Baumpieper im Kopf hatte und sie naturinteressiert ist, sprach ich kurz darüber, dass der Baumpieper in den letzten zwanzig Jahren in England zu 85% verschwunden ist. Sie hingegen hatte zufälligerweise eine Zeitschrift liegen, in der sie gerade gelesen hatte, dass es in Schweden 4 Millionen Brutpaare gibt (in D'land ca. 500.000).
    Zum Wiesenpieper muss ich leider, leider noch ergänzen, dass lt. NABU der Bestand des Wiesenpiepers in Deutschland „äußerst dramatisch“ in kürzester Zeit zurückgegangen ist (Kategorie 2, stark gefährdet), eine vormals weit häufig vorkommende Art. Überhaupt haben den größten Verlust die im Offenland brütenden Arten zu verzeichnen. Knapp drei Viertel dieser Arten ist bereits gefährdet oder sogar ausgestorben. Rechnet man die Arten der Vorwarnliste hinzu, sind es sogar 87 Prozent. Und der Mensch macht weiter und weiter...
    Ich möchte mich auch noch für Marions Hinweis auf die Vogelschutzstätte und den Link dazu bedanken, ich werde mir gleich mal die Seite aufrufen!

  • #1

    Marion Hartmann (Mittwoch, 17 Mai 2017 00:49)

    Zum wunderbaren Bericht Erikas über die Baum- und Wiesenpieper möchte ich einen Mann erwähnen.., der Drogist Hohmann ( 1896 - 1977), welcher sich ab 1926 in einmaliger Art für den Vogelschutz engagierte und neben der Gründung einer Kleingartenanlage mit der Ausrichtung eines Vogelschutzhains begann, der später zur Vogelschutzstätte wurde.
    Tausende von Besuchern und Hunderte von Schulklassen lernten hier in Leipzig Stötteritz die Vogelwelt in einmaliger Weise kennen.
    Lehrschauen wurden 1955 eröffnet.

    http://vogelschutz-leipzig.de/index.php/unsere-historie/5-andreas-hohmann-begruender-der-vogelschutzlehrstaette

    Sicher fehlen die Wiesen- und Baumpieper auch dort nicht und ich sage herzlichen Dank für diesen wunderbaren und mit künstlerischer Arbeit ausgestalteten Artikel.