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Marions Poesie

Mohn
(c) Andreas Schmelz Mohn

Mohn
Du Flüchtiger, Du zarter Traum,
wie wiegst Du Dich im Winde,
dort an des Feldes grünen Saum,
auf daß ich Dich dort finde.

In blutroter Zerbrechlichkeit,
erhebst Du ganz mein Herz,
daß ich vergesse im Moment,
allen Weltenschmerz!
(Marion Hartmann/ Foto: Andreas Schmelz)

(c) Andreas Schmelz
(c) Andreas Schmelz

Entrücken
Hin und wieder, voll Verzücken,
sollst Du dieser Welt entrücken,
blickverhangen, Träume fangen,
ins Innere des Seins gelangen.
(Marion Hartmann/ Foto: Andreas Schmelz)

Mohn
(c) Andreas Schmelz Mohn

Neugeburt
Wenn Du glaubst, alles sei verloren,
dann schau ins Herz, was dort verborgen harrt,
da ist ein Traum und schon wird er geboren,
wenn Du ihn weckst mit Zuwendung, ganz zart.
(Marion Hartmann/ Foto: Andreas Schmelz)

(c) Andreas Schmelz
(c) Andreas Schmelz

Der Tag
Der Tag erwacht, ein leeres Blatt,
es soll ganz neu sich füllen,
wohl dem, der nicht vergessen hat,
wenn auch ganz leis im Stillen:

Es kann nichts neu sein, was schon ist,
in seinem Werdegang,
es hängt ihm stets an jedem Tag,
der Vortag noch daran.
(Marion Hartmann/ Foto: Andreas Schmelz)

(c) Andreas Schmelz
(c) Andreas Schmelz

Klage
Oh Schöpfung, warst Du uns so wenig,
daß der Respekt sich ganz verlor,
wie sind wir im Zerstören selig,
in dieser Zeit, mehr als zuvor.

Wie waren wir im Nehmen schneller,
als Geben dringlicher denn je,
und schien uns nicht das Geld noch heller,
als zu erhalten Wald und See?

Verlor nicht auch das Kind die Sterne,
die Pflanze ihren Sinn und Wert,
das Tier verschoben in die Ferne,
wo es von letzter Wildnis zehrt?
(Marion Hartmann/ Foto: Andreas Schmelz)

(c) Andreas Schmelz
(c) Andreas Schmelz

Morgenrot
Schaut dieses Feuer, dieses Glühen,
und wie durchwärmt es diese Welt,
wie könnt es Werden und wie Blühen,
wenn uns die Sonne nicht gestellt.
(Marion Hartmann/ Foto: Andreas Schmelz)

Rosen
(c) Andreas Schmelzer

Stille Gefühle
Stille Gefühle auf Seelengrund,
verharrend im ewigen Schweigen,
sie geben durch Qualen sich oftmals kund,
verschlossen vor Leben und Treiben.

Eiskalter Zorn und blutrote Liebe,
verschlungen in Seelennacht,
Kampf ums Erwachen, lebendiges Sein,
das sind des Menschen Triebe.
(Marion Hartmann/ Foto: Andreas Schmelz)

(c) Gudrun Kaspareit
(c) Gudrun Kaspareit

Freiheit
Welch Freiheit muß die Seele wohl erleben,
wenn sie von allen Zwängen sich befreit,
frei atmen und frei vorwärts streben,
mag sie doch treffen Hass und Neid!

Bedenke, Mensch.., die Maskerade,
die täglich Dir wird abverlangt,
es ist doch eben das gerade:
DER EIGENEN SEELE UNTERGANG!

Was bist Du mehr am Ende Deiner Tage,
als nur noch das "gewollte" Herz,
gesellschaftsfähig ohne Frage,
doch innen tobt der Seelenschmerz.
(Marion Hartmann/ Foto: Gudrun Kaspareit)

(c) Andreas Schmelz
(c) Andreas Schmelz

Momente
Fass und greife den Moment,
dass er in Deiner Seele brennt,
die Schönheit dieses Augenblicks,
kommt stets als Ewiges zurück,
als helles Lichtlein in der Not,
wie dieses Wunder ABENDROT!
(Marion Hartmann/ Foto: Andreas Schmelz)

(c) Andreas Schmelz
(c) Andreas Schmelz

Wunder
All die Wunder dieser Erde,
all dies Wachsen, Blühen, Werde,
wartet nun in dieser Zeit,
hoffnungsvoll auf Menschlichkeit.
(Marion Hartmann/ Foto: Andreas Schmelz)

(c) Gudrun Kaspareit
(c) Gudrun Kaspareit

Die Fülle
Wer vermag den jungen Tag in seinen Farben,
ganz in der Seele zu erfassen,
wer kann den Abdruck dieses Wunders,
und täglich neu.., in seinem Herzen hinterlassen?

Zuviel des Wandels und der Erden Fülle,
zu eng des Menschen Herz und Sinn,
so atmen wir die Vielfalt in der Stille,
nehmen auf und lassen wieder zieh`n.
(Marion Hartmann/ Foto: Gudrun Kaspareit)

(c) Marion Hartmann
(c) Marion Hartmann

Mahnung
Zerstör mir nicht den Zauber,
mit deinem harten Blick,
die Schönheit kann`s nicht dulden,
und weicht vor dir zurück.

Zerstör mir nicht den Zauber,
mit deinem harten Wort,
es ist doch jede Blüte,
ein hochheiliger Ort.
(Text und Foto: Marion Hartmann)

(c) Gudrun Kaspareit
(c) Gudrun Kaspareit

Vertrauen
Können wir dieser Zeit und Welt,
noch bedingungslos vertrauen?
Können wir noch unbedarft,
auf der Kinder Zukunft bauen?

Stets verschwindet Art um Art,
von dem Planeten Erde,
vom Untergang singt diese Zeit,
und nicht vom Sein und Werde.

Liegt nicht im Hoffen leerer Wahn,
im Glauben Lichtlosigkeit?
Allein die Tat, die Gegenwehr,
ist Forderung der Zeit!
(Marion Hartmann/ Foto: Gudrun Kaspareit)

(c) Gudrun Kaspareit
(c) Gudrun Kaspareit

Gehen
Wege, geschwungen oder gerade,
breite Straßen oder enge Pfade,
Waldboden oder harter Asphalt,
ruhige Wege oder lärmbeschallt.

Wege zurück oder nach vorn,
Liebespfade oder Gehen im Zorn,
Einsame Wege oder zu Zweit,
Wege im Geist oder in der Zeit!
(Marion Hartmann/ Foto: Gudrun Kaspareit)

(c) Gudrun Kaspareit
(c) Gudrun Kaspareit

Der Stein
Der Mensch kann jeden Stein erweichen,
er muß nur sanft darüber streichen,
als wär er von Lebendigkeit,
ein Ursymbol der Erdenzeit.

Spür, wie die Wärme Deiner Hand,
sogleich zum Stein den Zugang fand,
da waren Zwei nun ganz bereit,
zu heimlicher Verbundenheit.

Jetzt spricht er.., horch, er will Dir sagen,
du sollst ihn schnell nach Hause tragen,
damit er dort, in deinem Heim,
ein kleines Schmuckstück könnte sein.

(Text: Marion Hartmann / Foto: Gudrun Kaspareit)

Kommentare: 10
  • #10

    Volkmar Friedrich Fischer (Freitag, 14 April 2017 17:58)

    Marions Gedichte lese ich immer wieder gerne. Sie sind kurz, treffend, tiefsinnig und schön!

  • #9

    Eva Schmelzer (Sonntag, 02 April 2017 11:40)

    Marion überrascht immer wieder mit Neuem, ihre schöpferische Kraft scheint unendlich. Die Gedichte berühren, schwingen nach, bringen zum Nachdenken. Einige zeigen aber auch eine humoristische Seite, tragen eine heitere Leichtigkeit.

  • #8

    Erika (Dienstag, 05 Januar 2016 21:52)

    Andreas und Marions Botschaft in Photo und Gedicht:
    Fluechtig, zerbrechlich, aber troestend ist der Mohn,durch Mohn und Traum entruecken wir der Welt.
    Ein Traum wartet auf seine Geburt.er wartet im Herzen.
    Jeder Tagesbeginn haengt noch am Gestern.
    Wir zerstoeren statt zu schaffen und nehmen,statt zu geben.
    Kind, Pflanze und Tier verloren das Wichtigste im Leben.
    Feuer, Glut und Waerme erhellen unsere Welt durch Sonnenlicht.
    Brutalitaet und Liebe sind die Triebe der Menschen.

    Gudrun und Marions Botschaft in Photo und Gedicht:
    Seelenfreiheit schuert Hass und Neid Es bleibt nur ein 'geformte' Herz, zwar willig, aber voller Seelenschmerz.
    In Not ist jeder bewahrte Moment ein Abendrot-Lichtschein.
    Wir warten nur auf Menschlichkeit.zu viel Wandel macht Herz und Sinn eng.
    Harte Worte zerstoeren Schoenheit. Gedenkt der Schoenheit einer Bluete.
    Arten schwinden, aber Kinder und Enkel werden weiterleben.Taten sind gefordert.
    Wege zu Zweit oder allein, vorwaert und rueckwaerts folgen einander in Liebe und Zorn.
    Schmuckstueck in einem Heim zu sein ist der Wunsch dieses Steins.
    Eure Botschaften werden weiterleuchten, danke.

  • #7

    Eva Schmelzer (Samstag, 02 Januar 2016 17:57)

    Ich habe sie ja schon alle gelesen, alle Bilder dazu angeschaut. Aber diese Gedichte zu lesen ist immer wieder eine Freude. Nicht „mal eben schnell“ überfliegen, nein, sich eine ruhige passende Stunde wählen und sie dann auf sich wirken lassen. Und ich bin erstaunt, wie anders sie jedes Mal auf einen wirken können, weil sie den eigenen Gedanken Spielraum lassen. Und es liegt sicher auch an der persönlichen Gemütslage, der Situation, in der der Leser gerade ist.
    Ich danke Marion für dieses Erlebnis in der Abenddämmerung des zweiten Tages im neuen Jahr. Und auch Gudrun und Andreas für die stimmungsvollen Fotos.

  • #6

    Ursula Jakobs (Dienstag, 04 August 2015 11:17)

    wie wunderschön die Fotos mit den Gedichten,es berührt mich sehr und macht ganz still,einfach super!!!!

  • #5

    Eva Schmelzer (Montag, 01 Juni 2015 15:37)

    Gedichte sind, wie der Name schon sagt, verdichtete, komprimierte Wirklichkeit. In manchem Gedicht Marions sind wir in der Lage, die ganze Welt zu entdecken mit ihren Licht- und Schattenseiten, mit der Verschiedenartigkeit der Menschen, ihren Gefühle und Taten, und doch sind sie meist kurz und schnell zu lesen. Diese Verdichtung des Lesestoffs und die Zuspitzung des Inhalts auf das Essenzielle machen Marions Gedichte so faszinierend.

  • #4

    Eva Schmelzer (Donnerstag, 02 April 2015 14:44)

    Marions Gedichte berühren mich immer wieder sehr. In fast allen schwingt eine gewisse Wehmut, was aber im Hinblick auf die Zeit in der wir leben leider passt. Aber sie haben auch immer etwas Versöhnendes, Tröstliches. Sie treffen ins Herz. Herrlich auch die Kombination von Bildern und Worten.

  • #3

    Erika (Dienstag, 31 März 2015 18:02)

    Neue Perspektive und Wirklichkeit werden gesucht.Umwege muessen Lebenswerte anders gestalten, damit versiegte Quellen und Kanaele gefunden werden, denn eine Veredelung des Menschen ist notwendig.
    Mit Deiner Poesie setzt Du die Massstaebe. Dein klares Denken weist auf broeckelnde Zustaende hin.
    Du laesst uns auch Schoenheit sehen in kleinsten Dingen,welche von Andreas und von Gudrun in sprechenden Photos eingefangen wurden. Ihnen gibst Du universalen Ausdruck in Deinen Gedichten. Kleinste Taten sollten entstehen, wie sie durch Gudruns Artikel angestrebt werden. Handeln aus Notwendigkeit geboren durch Deine Gedichte.


  • #2

    Hans-Dieter Wiesemann (Montag, 30 März 2015 22:21)

    Wie wunderbar die Worte zu Sätzen gefügt und vertiefend deren Sinn durch passende Naturaufnahmen vollendet werden. Jedes Gedicht rührt meine Seele.
    Herzlichen Dank, liebe Marion!

  • #1

    evelyne lombris (Montag, 30 März 2015 05:29)

    vielen lieben dank Marion, dass du uns mit deiner wundervollen poesie den tag verschönerst