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Nachhaltigkeit

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Der Löffelreiher

Text und Scherenschnitte: Erika Bulow Osborne

26.01. 2016

Scherenschnitt Erika Bulow Osborne
(c) Scherenschnitt Erika Bulow Osborne

 

 

Diese schönen Schreitvögel sind etwas Besonderes, nicht nur wegen ihres löffelartig verbreiteten Schnabels. Sie erweisen sich als besonders erfolgreich bei veränderten Brutgebieten. Es gibt mehrere Länder , welche erneut Löfflerbrutpaare erleben.

 

Es begann 1962 auf der Insel Memmert in den Niederlanden und einige Brutpaare gab es ab1995 auf den Ostfriesischen Inseln (Dr. Uwe Westphal).

 

Schleswig-Holstein folgte1999, im niedersächsischen und schleswigholsteinischen Teil des Wattenmeer-Nationalparks. Dort sind nun mehr als 400 Paare (Dr. Uwe Westphal).

 

In England gab es 2002 einen Neubeginn, der durch Heritage Lottery Fund via "Touching the Tide" eine große Unterstützung erhielt. Ein Beobachtungs-Posten, eine Hütte, kann selbst bei Flut jederzeit erreicht werden.

 

Diese "Hazelwood Marshes" sind ohne Betreuung. ein großes Gebiet an der Ostküste in Suffolk, nahe Aldeburgh. Sie sind das größte Gezeiten/Süßwasser Projekt in England: Es kommen Salzwasser und Süßwasser zusammen. Man war erst voller Ängste, was passieren könnte nach dem Verlust der Süßwassergebiete, aber es brachte Reichtum. Während des Winters kamen zum ersten Mal 2016 Löffler und weitere Vögel, die bisher dort nicht gesehen wurden. Europäischer Queller beginnt zu wachsen, es könnte allmählich mehr und mehr zur Salzwiese werden, mit Strandaster und Strandflieder.

 

Löffler lieben Auen, Sumpf, Verlandung, Schilf, Salzwiese und Meeresküsten. Bei Jungtieren ist der Schnabel hell. Eltern haben schwarze Beine, einen dunklen Schnabel mit einer gelblichen Abrundung. Das Gefieder hat eine zarte Tönung, einen gelblichen Brustfleck, aber es wirkt vor allem weiß. Der Kopf ist bräunlich und der Schopf mit langen weißen Federn wird bei Erregung hochgestellt. Nicht brütende Löffler haben keinen Schopf. Ihre Nahrungssuche ist den Gezeiten angepasst.

 

Als Zugvögel fliegen sie (mit gestrecktem Hals) von Niedersachsen ab September und pausieren an der Costa del Luz. In Afrika haben sie Nester in Bäumen oder in Felsenklippen.

 

Inseln schützen sie besser vor Fressfeinden, wie Marder und Fuchs. Sie brüten gern in der Nähe von Möwenkolonien, denn deren Eier sind eine weitere Nahrung, oder sie mischen sich unter Kormorane und Seidenreiher.

 

Ihre normale Nahrungssuche ist ein Seihen. Kopf und Hals pendeln hin und her mit halb geöffnetem Schnabel. So filtern sie das Wasser und verschlucken, was sie finden in flachem Wasser, wie Weichtiere, Krebstiere, Kaulquappen, Frösche , Kröten, Egel, Würmer und Molche. Auch Algen werden nicht verschmäht. Sie benutzen trompetenartige Laute und ein tiefes Grunzen, sind sonst aber lautlos beim Seihen.

 

Man musste lernen, dass Verbauung, Entwässerung und Pestizide in den Niederlanden die Löffler einst vertrieben und das das Wolga Delta wegen seiner Verschmutzung unbewohnbar für sie wurde. Zum Neusiedlersee kehrten die Löffler zurück , als man große Flachwasserzonen anlegte.

 

Durch viele kommerzielle Fischteiche in Ungarn, die im Frühjahr austrocknen, kommen Löffler zu extra Nahrung.

 

Nester werden aus Schilf und anderen Pflanzen sehr hoch geschichtet gegen Tiden. Sie mögen es, dicht nebeneinander zu brüten.

 

 

 

Kommentare: 2
  • #2

    Marion Hartmann (Donnerstag, 09 Februar 2017 17:40)

    Ich kann mich nur immer wieder wundern über Erikas umfassende Berichte und hier diesmal der Löffelreiher, von dem auch ich noch sehr wenig wusste. Er ist wirklich ein erstaunlicher Laufvogel, wunderbar dargestellt von Erika in Text und Schnitten.
    Es ist so vieles an Natur von Menschenhand zerstört worden, aber die tiefe Liebe Einzelner, wie auch Organisationen zu Mutter Erde und all ihren Geschöpfen und ihren Lebensräumen, wozu natürlich der Mensch selbst auch gehört, bringen eben durch diese weltweite Zerstörung ökologisch zusammenhängender Gebiete bei einhergehenden Artenschwund gleichsam übermenschliche Kräfte hervor, sich der Paradoxie dieser profitorientierten Philosophie des grenzenlosen Wachstums globaler Konzerne und anderer menschlicher Verbrechen entgegen zu stellen.
    Vernunft ist es, die das Sein begründet.., das Tor zum Leben ist in der Idee zum Wahren, Schönen und Guten begriffen.., die Erhaltung unserer Welt muss die Orientierung sein.
    Besten Dank, liebe Erika für die Vorstellung des Löffelreihers.., Dank, liebe Gudrun für die Idee dieser guten Community und Deinem Engagement!

  • #1

    Eva Schmelzer (Mittwoch, 01 Februar 2017 16:53)


    Da hast Du aber einen Artikel verfasst, der mich in Erstaunen versetzt hat! Ich kannte diesen schönen und interessanten Vogel zwar dem Namen nach, habe aber nie etwas davon gehört, dass er in Europa und sogar auch in Deutschland vorkommt. Wohl hat mir mein Sohn, der eine große Zeit des Jahres auf einer sehr kleinen Insel in der Andamanensee im Süden Thailands lebt, erzählt, dass es dort Löffler-Kolonien gibt, weil sie dort relativ ungestört und vor Feinden geschützt sind, aber dass sie sich nun bei uns wieder ansiedeln war mir völlig neu! Aber er ist ja nun wirklich auch ein ganz neuer Zeitgenosse, der unsere Vogelwelt jetzt wieder bereichert. Ich hab mich riesig gefreut als ich las, dass während des Winters 2016 zum ersten Mal Löffler und weitere Vögel, die bisher dort nicht gesehen wurden, in den Hazelwood Marshes aufgetaucht sind. Hört man doch sonst meist von „bedrohten Arten“ und dem Verschwinden aller möglichen Tierarten. Herrlich also, Deinen Beitrag voll Optimismus für die Zukunft zu lesen. Sehr schön Deine Bebilderung, die den Löffelreiher so vielgestaltig zeigt und auch die Pflanzen, die in sein Gebiet gehören.