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Unter dieser Rubrik möchte ich künftig Produkte vorstellen, die sich durch besondere Nachhaltigkeit auszeichnen.

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Kanwan

Das Okavango Delta in Gefahr

Text: Gudrun Kaspareit

Foto: Wikipedia

26.04.2021

Okavango Delta
Foto: Von Justin Hall from Culver City, USA - A View of the Delta, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4023436

Okavango, schon das Wort klingt geheimnisvoll, mystisch, verwunschen. Okavango Delta ist ein anderes Wort für Paradies. Der Okavango ist ein Fluß, der nicht ins Meer mündet, sondern mitten in der Wüste, in der Kalaharie mäandert und dann dort versickert. Aber vorher schafft er einen Garten Eden von unglaublicher Schönheit und Artenvielfalt.

 

Der Okavango entspringt in Angola, er übertritt die Grenze zu Botswana und fließt in die wüstenartige Mitte, in die Kalahari. Er endet in einem 15000 km² großen, sumpfigen Binnendelta. Der Mittellauf wird von Krokodilen und Flußpferden bewohnt. Das Okavango Delta ist UNESCO Weltnaturerbe. In diesem einzigartigen Feuchtgebiet liegt auch das Moremi Wildreservat. Flußpferde, Wasserbüffel, Antilopen, Springböcke, Zebras, Kudus, Gnus und Elefanten finden dort ihren Lebensraum. Nashörner wurden wiederangesiedelt. Ebenso finden Raubtiere wie Löwen, Leoparden, Geparden , afrikanische Wildhunde und Hyänen ihr Auskommen. 560 Vogelarten kommen vor und 1300 verschiedene Pflanzen.

 

Schon seit ein paar Jahren klagen Anwohner, dass das Wasser des Okavangos, welches übrigens Trinkwasserqualität hat, weniger wird. Manch Sumpfgebiet fällt trocken. Angola hat einen großen Energiehunger. Das Land wird elektrifiziert und es baut sich eine Industrie auf (Öl und Stahl) Dafür wird immer wieder Wasser des Flußes für Wasserkraftwerke abgezweigt. Ebenso entstand 2017 eine große Talsperre, die Lauca Talsperre. In Botswana kommt immer weniger Wasser an.

 

Aber nun bahnt sich eine Katastrophe an. Die kanadische Firma "Recon Afrika" hat offenbar ein riesiges Erdölvorkommen in der Kavango Region in Namibia entdeckt, welches mehr Öl enthalten soll, als seinerzeit Texas. Diese Region grenzt direkt an das Okavango Delta im Nachbarland Botswana an. Es werden erhebliche Auswirkungen auf das sensible Ökosystem befürchtet. Ich habe gar die schlimmen Bilder des Nigerdeltas vor Augen.

Die Regierungen von Namibia und Botswana erlauben Probebohrungen. Es ginge um konservativ ausbeutbare Ölreserven, aber auch Gas, was Fracking erfordern würde.

Umweltschützer sind alarmiert. Das letzte echte Wildnis Afrikas ist in Gefahr, aber ebenso auch, das letzte Rückzugsgebiet der San, ein Stamm Buschmänner, der noch traditionell lebt. Ihre Lebensweise ist in Gefahr, wenn die Ölfirmen dort ihr Unwesen treiben.

 

Auch aus anderen Gründen ist die Ausbeutung neuer riesiger Ölfelder unverständlich. Die Welt erlebt einen Klimawandel, der vornehmlich durch das Verbrennen fossiler Stoffe entstanden ist. Wir müssen dringend weg von Öl und Kohle, aber hier soll ausgebaut werden. Dabei haben die afrikanischen Staaten Botswana und Namibia Sonne im Überfluß und könnten gut auf Sonnenenergie zurück greifen.

 

Es ist wirklich unverständlich, dass die meisten Menschen aus den Fehlern anderer nicht lernen.

Kommentare: 2
  • #2

    Eva Schmelzer (Samstag, 15 Mai 2021 18:40)

    Das Okavango-Delta ist mir ein Begriff seit vielen Jahren, zaubert mir wunderschöne paradiesische Bilder und Berichte vor Augen. Um so erschütternder ist es jetzt zu lesen, was - abgesehen von den ohnehin schon existierenden, aber vergleichsweise doch kleineren entstandenen Problemen – geplant ist. Mir fehlen die Worte, es ist ein Verbrechen an einem der letzten Refugien für Natur und Menschen!

  • #1

    Barbara Altun (Samstag, 15 Mai 2021 13:41)

    Habe wenigstens unterschrieben.
    Danke für den Beitrag!