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Der Biber

Text: Gudrun Kaspareit

Fotos: Olivier Fiechter, Wikipedia

20.02. 2015

Biber Wikipedia
<a title="By Steve from washington, dc, usa (American Beaver) [CC BY-SA 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons" href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AAmerican_Beaver.jpg"><img width="512" alt="American Beaver"

In weiten Teilen Europas war der Biber wegen seines Felles und seinem Fleisch ausgerottet worden. Aber durch Schutz. - und Wiederansiedlungsmaßnamen im 20. Jahrhundert haben sich die Bestände erholt. Unbestreitbar ist der Biber zurück in Deutschland und fühlt sich wohl hier. Nach aufwändigen Wiederansiedlungsmaßnahmen und strengen Schutzbestimmungen ist der Biber wieder heimisch und hat sich gut vermehrt. Er sorgt mit seiner Lebensweise für die Ausbreitung von Auwäldern und somit auch für einen besseren Hochwasserschutz.

Die Biber bauen ihre Burgen manchmal  in der Mitte von Gewässern mit einem unterseeischen Eingang. Sollte das Gewässer so flach sein, dass der Baueingang im Winter einfrieren könnte, wird das Gewässer kurzerhand vertieft. Biber bauen mittels Stämmen, Reisig und Schlamm einen Damm, der wasserdicht ist und den See aufstaut, damit er die richtige Tiefe bekommt. So ist der Eingang der Biberburg auch in strengen Wintern offen und zugänglich. Zudem wird ein Vorrat an belaubten Zweigen angelegt, als Futter für den Winter. Die Jungen aus dem Vorjahr haben bei dieser Arbeit geholfen. Werden aber im Mai die neuen Biberkinder geboren, müssen die Vorjahrskinder den Bau verlassen und sich ein eigenes Revier suchen.

So schaffen die Biber ganz neue Wasserlandschaften und Lebensräume, aber auch Konflikte mit menschlichen Interessen. Vor allem Holzwirte, Landwirte und Obstbauern sehen in dem Biber schon einen Schädling. Biber nagen u.a. Nutzhölzer an, verursachen Fraßschäden an Feldfrüchten und sorgen für Überschwemmungen von Kulturland.

Auf Grund dessen wurde überall ein sog. Bibermanagement eingeführt. Oft ehrenamtliche Naturschützer leisten Aufklärungsarbeit und sorgen für Schadensausgleich.

Neben der Lösung von konkreten Problemen vor Ort soll das Bibermanagement vor allem dazu beitragen, das Spannungsfeld Landwirtschaft – Naturschutz mit Aufklärungsarbeit und Verbesserung der Kommunikation zu entschärfen und notwendige Finanzmittel einzuwerben. Beispielhaft werden in entsprechenden Informations-Broschüren folgende Maßnahmen genannt:

  • Schäden in Gehölzen nicht dadurch verschärfen, dass die Hölzer gleich entfernt werden – so muss der Biber für seine Winternahrung weitere Bäume fällen.

  • Sinnvolle Definition von Ausgleichsflächen oder Stilllegungsflächen an Uferrandgebieten

  • Wissen über behördliche Ausnahmegenehmigungen in Extremfällen (zum Beispiel Abtragen von Dämmen durch Biberberater auf Antrag)

  • Einbau von Gittern in Dämmen schon beim Neubau

  • Schutz von Obstbäumen durch Drahthosen

  • Prävention durch Überwachung von Ausbreitung und Verbreitung

  • Als letzte Maßnahme: Entfernung der Biber von einzelnen Konfliktpunkten. Die Tiere werden in Lebendfallen gefangen und auch in andere Länder zur Wiederansiedlung „exportiert“ oder nach der Gefangennahme getötet.

  • Öffentlichkeitsarbeit über den ökologischen Nutzen von Biberaktivitäten, etwa die ausgleichende Wirkung auf den Wasserhaushalt (Kappung von Hochwasserspitzen, Wasserreinigung), der auch der Landwirtschaft zugutekommt.

Dennoch gibt es schon regelrechte Biberhasser, die selbst und illegal gegen die Biber vorgehen . Von Abschießen, dem Zerstören von Dämmen und Wohnburgen, nachstellen mit Fallen und dem einschlagen von Nägeln in Biberbäumen, so dass die Biber sich ernsthaft verletzen, wenn sie den Baum benagen wollen, ist alles dabei.Es ist beschämend für uns Menschen, dass die eigenen, wirtschaftlichen Interessen immer und überall Vorrang haben, vor allem Anderen.

Fotostrecke von Olivier Fiechter

Es braucht so wenig, dass der Biber hier Leben und für die Natur so viel bewirken kann. Wir hätten das nur unter Maschieneneinsatz geschafft. Eine ganze Biberanlage zwischen Bahnschienen und Straße. Der Biber nutz jedes Gelände aus und schafft mit geringsten Mitteln neue Lebensräume. Er schafft vor allem für viele Tierarten wieder neue Lebensräume, die wir fast vollständig vernichtet haben. Dies würden die Mensch nicht so effizient und für so wenig Geld bewerkstelligen können.

Biberanlage
(c) Olivier Fiechter Biberanlage
Kommentare: 4
  • #4

    Gudrun (Donnerstag, 16 November 2017 17:11)

    Hallo Jürgen,
    danke für Deine Erleuterungen. Du hast Recht "unsere" Biber bauen eher am Ufer. Ich habe mich zu sehr vom kanadischen Biber inspirieren lassen, vor allem weil ich von seiner ausgeklügelten Bauweise so fasziniert bin.
    LG Gudrun

  • #3

    Jürgen P. (Dienstag, 14 November 2017 16:33)

    Hallo auch,
    ihr habt ein paar interessante Artikel, auf euren Seiten stehen!
    Aber hin-und-wieder gibt es halt den kleinen "Fehlerteufel".

    - Biber bauen ihre Unterkunft (je nach Gegebenheit, Bau oder Burg) am/im Ufer, selten sind Baue in mitten eines Gewässers zufinden. Die umspülung entsteht meistens später, z.B. durch änderungen der geologischen Strukturen.
    - Der Biber verbeisst seinen Nachwuchs, erst mit ca. zwei Jahren!
    Es gibt maximal drei Generationen Biber in einem Revier.
    - Auch Eigentümer/Betroffen dürfen (wenn eine Genehmigung, mit entsprechenden Wortlaut vorliegt) einen Damm entfernen.
    - Einbau von Gittern, hilft bei Ufer-/Deichbefestigungen, aber nicht bei Dämmen!

    Bäume durch Drahthosen zuschützen, wäre nicht unbedingt die erste Wahl. Z.B. Streichmittel aus dem Forstbereich "Wöbra", ist einfacher, wirksamer und optisch angenehmer. Zäune/Drahthosen sind pflegeintensiv, können einwachsen und sind optisch nicht der hingucker.

    Danke und viele Grüße,
    Jürgen

  • #2

    Eva Schmelzer (Montag, 02 März 2015 16:30)

    Was ist das nur für ein faszinierendes Tier, das mich zum Staunen bringt. Sicher, ich wusste im Groben Bescheid, aber dieser Bericht ist sehr umfassend und anschaulich, lässt keine Fragen offen, auch dank der Fotos. Erschüttert hat mich allerdings dann das, was ich schon während des Lesens unterschwellig befürchtet hatte: die Biberhasser. Aber es gibt wohl nicht ein Lebewesen auf der Erde, das den Menschen nicht zu fürchten hätte, einschließlich die eigene Spezies.

  • #1

    Erika (Sonntag, 01 März 2015 20:54)

    Biber helfen bei der Wasserreinigung, sie weisen uns Menschen durch ihre Taetigkeit hin auf das Notwendige der Ufergestaltung und vorhandene stillgelegte Flaechen. Sie brauchen so etwas zum Leben.Aufklaerung ist sehr von Noeten.