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Nachhaltigkeit

Unter dieser Rubrik möchte ich künftig Produkte vorstellen, die sich durch besondere Nachhaltigkeit auszeichnen.

Ressourcen schonen, die Natur entlasten, Chancengleichheit fördern, das alles kann die Menstruationstasse Ruby Cup

Ihr wollt endlich ernst machen mit dem nachhaltigen Lebensstiel? Kein Plastik mehr, keine Naturzerstörung? Dann gibt es hier neue Produkte, welche Ihr auf Eure Liste setzen könnt.

Tropical Freaks

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Kanwan

Der Rothirsch

Text und Fotos: Sven Bieckhofe

11.08.2021

Rothirsche
(c) Sven Bieckhofe
Rothirsch
(c) Sven Bieckhofe

Rothirsch (Cervus elaphus)

Der Rothirsch gilt als König des Waldes. Doch das Leben eines Königs kann manchmal ganz schön anstrengend sein. Vor allem zur Brunftzeit. Jetzt röhren sie wieder! Im September beginnt die Brunftzeit der Rothirsche. Die ersten kühlen Nächte kündigen nicht nur den Abschied des Sommers an sondern sie läuten auch die Zeit der goldgelben Laubfärbung in den Wäldern ein.

Es ist auch die Zeit in der sich die Rothirsche lautstark bemerkbar machen. Die Zeit der Hirschbrunft. Während sich andere Tiere auf den Winter vorbereiten indem sie sich genügend Speck für die kalten Wintertage anfressen oder Früchte in ihren Winternestern horten, ist die Herbszeit für die Hirsche eine Leidenszeit für die Liebe.

Wie ein Schleier bedeckt der Nebel die Waldlichtung. Es scheint, als würde die Natur den Atem anhalten. Die ersten Sonnenstrahlen tauchen die Freifläche in ein fast schon surreales Licht und machen die Bühne frei für den König der Wälder. Majestätisch thront der Platzhirsch über seinem Kahlwildrudel. Durch den Wald hallen Brunftschreie. Ihre urtümlichen Schreie durchdringen die Wälder und markieren Präsenz.

Bis zu fünfhundert Schreie kann ein brünftiger Hirsch pro Stunde ausstoßen und damit seine Rivalen beeindrucken und die Hirschkühe erregen.

Geübte Ohren können im Röhren feine Unterschiede heraushören je nachdem an wen sich die Lautäusserungen richten: Sucht ein Hirsch nach Weibchen, schwingt in seinen Rufen Sehnsucht mit, warnt ein Platzhirsch seine Rivalen, lässt er Aggression mitklingen. Fordert ein Jüngerer den Platzhirsch heraus reizt er ihn mit herausforderndem Röhren! Hirschmusik, die unter die Haut geht. Kilometerweit ist das ungewöhnliche Konzert zu hören.

Kaum zu glauben, aber wahr! Während der Brunftzeit nehmen die majestätischen Hirsche keine Nahrung zu sich. Sie schlafen nur wenige Minuten am Tag und paaren sich mehrmals am Tag mit den Hirschkühen. Zu dieser Zeit verlieren die ca. 4 Zentner schweren Hirsche bis zu einem Viertel ihres Körpergewichts.

Der Farbton des Haarkleides oder Fell variiert im Laufe eines Jahres. In den Sommermonaten ist es rotbraun, in den Wintermonaten dagegem trägt das Rotwild ein braungraues Winterfell. Das Winterfell ist dichter und zerzauster. Das Haarkleid der jungen Kälber ist rotbraun mit weißen Flecken die im Laufe des ersten Jahres verschwinden. Männchen und Weibchen wachsen unterschiedlich schnell. Während das weibliche Tier schon mit rund zwei Jahren ausgewachsen ist, wächst der männliche Hirsch noch bis zum fünften Lebensjahr und erreicht seinen physischen Höhepunkt mit rund neun Jahren. Ein junger Hirsch hat einen nach hinten verjüngtem Rumpf, der im Laufe der Jahre “kantiger“ wird. Sehr alte Hirsche, die bereits den Höhepunkt ihrer physischen Entwicklung überschritten haben, bauen an Körper- und Geweihmasse wieder ab. Im Unterschied zu Hornträgern (z.B.: Gams, Mufflon oder Steinbock) wird das Geweih des Rothirsches einmal pro Jahr abgeworfen. Es besteht aus reinem Knochengewebe und erreicht eine durchschnittliche Länge von rund 100 Zentimeter je Stange. Das Geweihgewicht eines ausgewachsenen Hirsches liegt zwischen 5 bis 6 Kilogramm. In Ausnahmefällen kann das Geweih aber auch bis zu 10 oder 12 Kilogramm erreichen. Anders als bei Hornträgern tragen die weiblichen Tiere keine Geweih.

Der Rothirsch ist eine der größeren Hirscharten wobei es zwischen den Unterarten teilweise erhebliche Unterschiede bezüglich der Körpergröße gibt. In der Regel liegt die Kopf-Rumpf-Länge männlicher Tiere bei 180 bis 205 Zentimeter, die der weiblichen bei 165 bis 180 Zentimeter.Hinzu kommt jeweils ein 14 bis 16 Zentimeter langer Schwanz. Entsprechend beträgt die Schulterhöhe 105 bis 130 beziehungsweise 95 bis 115 Zentimeter. Ebenso schwankt das Gewicht beträchtlich. Besonders kleinwüchsige Hirsche leben auf Sardinien und Korsika. Sie erreichen dort nur ein Gewicht bis zu 80 Kilogramm. Die schwersten Individuen wurden bisher in den Karpaten und in Bulgarien beobachtet.Hier erreichen Männchen bis zu 350 Kilogramm und Weibchen bis zu 200 Kilogramm Körpergewicht. Ausgewachsene Männchen sind in der Regel um 10 bis 15 Prozent größer und 50 bis 70 % schwerer als ausgewachsene weibliche Rothirsche (Hirschkühe). Ebenso sind auch markante Gewichtsunterschiede innerhalb der in Mitteleuropa verbreiteten Unterarten belegt. Im Harz und Westfalen wogen zehnjährige Hirsche durchschnittlich zwischen 100 und 113 Kilogramm. Im den Südschweizer Kanton dagegen wogen gleichaltrige Hirsche 148 Kilogramm und im Gebiet um Brandenburg sogar 168 Kilogramm. Rothirsche unterliegen allerdings bereits im Jahresverlauf beträchtlichen Gewichtsunterschieden: Männliche Hirsche erreichen ihr jährliches Gewichtsmaximum in der Regel kurz vor der Brunft und verlieren dann während der Brunft bis zu 25 Prozent ihres Körpergewichts.

Rotwild
(c) Sven Bieckhofe
Rothirsch
(c) Sven Bieckhofe
Rotwild im Nebel
(c) Sven Bieckhofe
Rothirsch
(c) Sven Bieckhife
Rothirsch
(c) Sven Bieckhofe
Kommentare: 2
  • #2

    Christine (Freitag, 17 September 2021 12:16)

    Großartig gemacht, lieber Sven, es macht Freude zu lesen und zu schauen.

  • #1

    Eva Schmelzer (Mittwoch, 15 September 2021 16:57)

    Wie wunderbar hat Sven Bieckhofe diese Tiere beschrieben. Ich habe nicht nur sehr interessante Fakten dazu gelernt, die sehr detailliert, aber dennoch unterhaltsam geschildert sind, sondern man wurde auch in die Stimmung des Waldes versetzt als wäre man selbst Beobachter, z.B. wenn Sven schreibt: „Wie ein Schleier bedeckt der Nebel die Waldlichtung. Es scheint, als würde die Natur den Atem anhalten. Die ersten Sonnenstrahlen tauchen die Freifläche in ein fast schon surreales Licht und machen die Bühne frei für den König der Wälder...“ Und dann die Fotos dazu: Herrlich!