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Der Eichenwald

Text und Fotos: Erika Bulow Osborne

24.11.2018

Eichenwald
(c) Erika Bulow Osborne

Drei Stunden Aufenthalt im Staverton Park, am 18. November 2018.
Es war sonniges, kaltes Wetter, als wir den privaten Park erreichten. Wir stiegen aus, ein netter Herr mit Jagdhund bat uns; “Bitte bleiben Sie auf dem Pfad.”
Schon gleich waren Eichen um uns herum, sie waren es, um derentwillen wir in den Park kamen. Plötzlich waren wir umgeben von einer magischen Atmosphäre. Die meisten der etwa 4000 Eichen sind sehr alt, aber sie sind verwachsen, skurril, ausgehöhlt, vom Blitz getroffen, überwachsen von Flechten und Moosen. Ein intakter, uriger Wald, seit dem 12. Jahrhundert. Nie zerstört, aber genutzt durch Beschneidungen für Feuerholz, während der vergangenen Jahrhunderte. Alles bleibt nun wie es ist, nichts wird verändert. Gefallene Bäume kreuz und quer, noch Hunderte Jahre weiter da. Totholz für unzählige Tiere und Pflanzen.
Das Halbdunkel der Bäume mit hohen Farnkräutern und Ilex Bäumen. Wegen meiner vielen Schnappschüsse, kamen wir nur langsam voran. John kniete sich hin und knipste das Laub, dies ist die jetzige Humusschicht, aber wieviele jahrhundertealter Schichten liegen darunter. Allein ein Studium der Insekten, der Käfer, Pilze und Mikroben wäre wertvoll und interessant. Dieser dunkle, sehr dicht bewachsende Teil nennt sich “The Thicks” .
Dann wurde der Weg breiter von vielen Huftierspuren betreten und, wir sahen etwas mehr Himmel und Sonnenschein, es war sehr kalt in “The Thicks”.
Rechts lagen Felder brach, links kam ein großes umzäuntes Gebiet, mit kleineren verkrüppelten, beschnittenen Eichen . Sie werden volkstümlich Hobbit Oaks genannt. Ich möchte mal ein paar der Bäume als Scherenschnitt festhalten. Überall Ilex, Eichen, Farnkräuter, Der breitere Weg führte zu einigen Gebäuden. Eine Schafherde mit einem grossen Schafstall in der Ferne. Es gab kleine Teiche.
Staverton Park war früher ein Wild Park, er ist privat und trägt den Titel ”Special Area of Conservation”. Er liegt nahe bei Butley. Auf dem Rückweg verirrten wir uns, kamen in weitere Farmgebiete. Um nicht auf der gefährlichen Straße zurückzuwandern zu unserem Myvi Auto, mussten wir uns, quer durch “The Thicks'' kämpfen und ein Durchkommen suchen. Jetzt merkten wir, wie unzugänglich der urige Wald wirklich war. Unter den Bäumen durch Farnkraut versteckt liegende gefährlichen Wurzeln, Ilex voller scharfer Stacheln. Umgestürzte von nassem Moos durchtränkte, rutschige Bäume übersteigend...(ich dachte die ganze Strecke an die warnenden Worte “Bitte auf dem Pfad bleiben”).
Diese wunderbaren Eichen, Quercus acidopophilous trotzten Sturm, Eis, Hagel und Gewitter. Es soll in Staverton den ältesten europäischen Ilex geben. Wir hoffen, ihn bei einem weiteren Besuch zu entdecken. Staverton Park zwischen Eyke und Wantisden war ein besonderes Erlebnis. Zwar hatte ich seit Mai 2013 eine Photographie-Ausstellung von Catherine Lindsay-Davies in Snape Maltings im Gedächtnis, aber wir brauchten fünf Jahre, um unseren ersten Besuch in Staverton Park zu erleben und total begeistert zu sein. Inzwischen konnten wir zwei antiquarische Bücher des berühmten einäugigen Vogel Photographen Eric Hosking finden. Er war durch seine Tante mit Ipswich verbunden. Ohne ihn wäre 'Minsmere' undenkbar. Nun freuen wir uns auch an unseren eigenen Bildern.

Eichen
(c) Erika Bulow Osborne
Wald
(c) Erika Bulow Osborne

Erika, wäre nicht Erika, wenn sie nicht sofort ein paar Scherenschnitte ihrer geliebten Eichen angefertigt hätte.

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