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Der Mord an Berta Cáceres

Text: Gudrun Kaspareit

25.03. 2016

Staudamm in Honduras
Staudamm in Honduras

Von Dwwhyd - Eigenes Werk, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7317577

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Berta Cáceres war Umweltaktivistin. Sie kämpfte in Honduras gegen ein Staudamm Projekt und setzte sich für die Rechte der indigenen Bevölkerung ein.

Aber dann drangen Unbekannte Vermummte in ihr Haus ein, brachen ihr einen Arm und ein Bein und schossen acht Mal auf sie. Ihre Tochter, eine 25 jährige Studentin, macht die Baufirma Deza, die das Staudamm Projekt am Fluss Gualcarque betreibt, dafür verantwortlich. Mit ihren Protesten und der von ihr initiierten Graswurzelbewegung hatte Cáceres unter anderem den weltweit größten Dammbauer Sinohydro und die Weltbank zum Ausstieg aus dem Staudamm Projekt "Agua Zarca" gezwungen. Bertas Bruder berichtet, sie sei immer wieder bedroht worden. Die Einschüchterungskampagne gipfelte nun in Mord. Amnesty International sagt dazu, es sei ein Mord mit Ankündigung gewesen. Die Polizei habe versäumt sie zu schützen. Die Polizei hingegen weist die Vorwürfe zurück, Cáceres hätte Personenschutz abgelehnt. Mit ihrem Kampf hat Berta Cáceres internationale Bekanntheit erlangt und sogar der Präsident von Nicaragua Daniel Ortega und der Schauspieler Leonardo Di Caprio äußerten sich betroffen.

Berta Cáceres lebte in Honduras und gehörte der indigenen Volksgruppe der Lenca an. Stets setzte sie sich für die Rechte ihrer Landsleute ein, wenn auf deren Gebiet ein Staudamm oder ein Bergwerk gebaut werden sollte. Doch der Kampf geht weiter. Auf der Gedenkfeier für Berta Cáceres skandiere die Menge: „Gerechtigkeit, Gerechtigkeit! Berta lebt, der Kampf geht weiter."

Kommentare: 1
  • #1

    Eva Schmelzer (Freitag, 01 April 2016 17:59)

    Dieser Mord ist ein ebenso tragischer wie empörender Teil einer Serie von mehr als 100 ermordeten (bekannt gewordenen) Umwelt- und Menschenrechtsaktivist/innen in Honduras mit einem System, das keinen Widerstand duldet. Wie wenig den Behörden am Schutz gefährdeter Aktivist/innen gelegen ist, beweist der unfassbare Mord an Nelson García, ein Mitstreiter von Berta, 12 Tage nach ihr. García wurde in der Nähe des Ortes erschossen, an dem gerade eine gewaltsame Räumung von 150 Familien durch die Polizei stattfand. Der 39-Jährige fünffache Vater hatte die dortige zweijährige Landbesetzung unterstützt. Er wurde von Unbekannten (???) durch vier Schüsse getötet.
    Dass von den erwähnten über 100 Morden, die seit 2009 an Umweltaktivisten (und übrigens etwa ebenso vielen Medienschaffenden) begangen wurden, kein einziger aufgeklärt werden konnte, überrascht aber eigentlich nicht: Die Regierung betrachtet sie als Feinde.
    Ja: „Gerechtigkeit, Gerechtigkeit!“ Und ja: „Berta lebt, der Kampf geht weiter" – aber um welch schrecklichen Preis?!