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Bedrohte Schweinswale

Text: Gudrun Kaspareit

26. 08. 2014

Schweinswal
Schweinswal Wikipedia By AVampireTear (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons

 

Jeder weiß, wie empfindlich Wale und Delfine auf laute Geräusche reagieren. Schweinswale, seltene und stark gefährdete Ost.- und Nordsee Delfinverwandte, machen da keine Ausnahme. Dennoch soll mit Schallkanonen, auch Airguns genannt, der Meeresboden nach Öl und Gasvorkommen abgesucht werden. Hierfür ziehen Schiffe in einer Breite von 700 Metern die Airguns hinter sich her. Die Schallkanonen erzeugen dabei einen explosionsartiger Knall. Da diese Schallwellen bis zu 1000 km. weit reichen können, werden Meeresschutzgebiete ad absurdum geführt.

Derzeit wird am Meeresboden, auf der niederländischen Seite der Grenze nach Gasvorkommen mit Schallkanonen gesucht. Doch im benachbarten Schutzgebiet Borkum Riffgrund (Bremen) bringen die Schweinswale gerade ihre Jungen zur Welt. Und nach der Geburt, beginnt gleich die neue Paarungszeit. Wenn die Delfine sich gestört fühlen, bleibt die nächste Generation wohl aus. Aber es geht nicht nur darum, dass die Schweinswale sich gestört fühlen, sie sind auch nicht mehr in der Lage mit ihrem Echosonar Futterfische zu orten, wenn die Airguns knallen. Der Einsatz dieser Schallkanonen bedroht die dort lebenden Schweinswale und andere Meeresbewohner.

Solche seismischen Untersuchungen in der Nähe von ausgewiesenen und anerkannten Schutzgebieten stehen in starkem Widerspruch zum nationalen Naturschutzrecht sowie dem europäischen Arten- und Naturschutzrecht. Dass die Bundesregierung dieses Projekt zu dieser Jahreszeit nicht aufgehalten hat, zeigt, dass sie es mit dem effektiven Schutz unserer Schutzgebiete nicht ernst meint. Schutzgebiete werden damit zur Farce.

Die Schweinswale in Nord und Ostsee sind stark bedroht. Ihre Zahlen gehen beständig zurück. Schuld sind Gifteinleitungen und Fischernetze, in denen sie sich verfangen und ertrinken. Ebenfalls machen ihnen Lärmterror von Schallkanonen, Ölbohrinseln, Bauarbeiten an Windparks und militärische Manöver zu schaffen.

Kommentare: 1
  • #1

    Eva Schmelzer (Montag, 01 September 2014 13:55)

    Nirgendwo sonst wie gerade im Bereich Umwelt- und Tierschutz werden geltende Bestimmungen und sogar Gesetze so oft ignoriert und umgangen. Es kommt mir vor, als würden sie nur erlassen, um Organisationen und die paar Menschen, die darum wissen, pro forma zu beruhigen. Viele sind es ohnehin nicht… Es ist schrecklich, zu wissen, wie die Tiere leiden, und nur ganz wenig dagegen tun zu können, wie z.B. die Petitionen zu unterschreiben und evtl. die Orgas zu unterstützen, dass sie ihre Protest- und Aufklärungsarbeit finanzieren können.