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Nachhaltigkeit

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Kanwan

Der Sandregenpfeifer

Text: Gudrun Kaspareit

Fotos: Annelie Dzembinzki und Gudrun Kaspareit

03.04.2019

Sandregenpfeifer
(c) Gudrun Kaspareit Sandregenpfeifer

Der Sandregenpfeifer bebrütet sein zumeist aus vier hervorragend an den Untergrund angepassten Eiern bestehendes Gelege im unmittelbaren Strandbereich und ist von daher vom steigenden touristischen Druck auf die wenigen noch naturnahen Strände betroffen. Sich dort zunächst niederlassende Paare siedeln nach Verlust der ersten Brut häufig in Schutzgebiete um. Der Bestand ist stark rückläufig.

 

Der Sandregenpfeifer gehört zur Familie der Regenpfeifer und ist mit dem Flussregenpfeifer verwand, dem er auch sehr ähnlich sieht. Er ernährt sich von kleinen Würmern, Schnecken, Krebschen und Insekten, die er aus dem Spülsaum pickt.

Er lebt hauptsächlich an flachen, vegetationslosen Meeresküsten. Den Winter verbringt er in Südeuropa oder Afrika. Wegen der großen Zahl an Sandregenpfeifern, die sich auf dem Frühjahrszug im Wattenmeer vor der schleswig-holsteinischen Küste versammeln, ist diese Region als der wichtigste Rastplatz dieser Art

Der Sandregenpfeifer gilt in Deutschland als vom Aussterben bedroht und ist in der Roten Liste in Kategorie 1 gelistet. Um so schlimmer, dass ihm die Brutgebiete in Deutschland verloren gehen. An den stark touristisch frequentierten Stränden hat er keine Chance. Allerdings mag er auch die ganz einsamen Strände nicht allzu gern, denn da haben Räuber wie Fuchs und Marder leichtes Spiel. Ein Strand mit wenigen Badegästen, wäre ihnen genehm, denn die Menschen halten die Räuber fern.

Naturschützer tun was immer möglich ist, um diese Vögel zu schützen, aber das ist oft sehr frustrierend. Trotz Absperrband und Aufklärung sind viele Strandgäste nicht bereit Abstand zu halten oder ihre Hunde an die Leine zu nehmen. Werden die Sandregenpfeifer zu oft gestört, geben sie ihr Brutgeschäft auf. Oft werden die Brutmulden mit dem Gelege mit Drahtkörben abgedeckt, um sie vor dem Fuchs zu schützen. Leider breiten oft uneinsichtige Badegäste ihr Handtuch direkt neben diesen Körben aus und lassen sich auch nicht bitten etwas Abstand zu halten.

Kommt es dann zu Auseinandersetzungen mit den Naturschützern, werden kaum ernsthafte Maßnahmen ergriffen oder gar Strafen verhängt aus Angst der Kommunen, Touristen zu verprellen.

Naturschutz zieht im Allgemeinen den Kürzeren.

Die Eier, aber auch die jungen Nestflüchter haben extrem gute Tarnfarben und sind in Sand und Kies kaum auszumachen. Die Gefahr ein Gelege zu zertreten ist sehr groß. Aber auch die kleinen Küken, die nach dem Schlupf am Strand herum flitzen, sind schwer zu sehen. Eine weitere Gefahr ist der große Frontlader, der jeden Morgen den Strand abfährt, um den angespülten Seetang und Schlick abzufahren, der sonst in der Sonne anfängt zu stinken. Die Elternvögel fliegen kurz auf, aber die Küken sind den breiten Reifen ausgeliefert.

Alle Strandbesucher und Badegäste möchte ich von Herzen bitten auf die Schutzmaßnahmen für bedrohte Vögel Rücksicht zu nehmen. Halten Sie Abstand zu den Nestern und betreten Sie bitte nicht die Dünen - danke.

Sandregenpfeifer Nest mit Ei und Küken
(c) Annelie Dzembinski Sandregenfpeifer Nest mit Ei und Küken
Fuchs am Strand
(c) Annelie Dzembinski Fuchs

Der Fuchs patroulliert am Strand und sucht nach Küken und Eiern

Strand mit Düne
(c) Gudrun Kaspareit Strand mit Düne

Dünenstrand, Brutgebiet der Sandregenpfeiffer und Zwergseeschwalben

Kommentare: 9
  • #9

    Gudrun (Dienstag, 02 Juni 2020 04:05)

    Danke für Dein Update. Ja, die kleinen sind Nestflüchter, was es nicht einfacher macht. Bei uns sind auch die ersten Küken geschlüpft. Drücken wir ihnen die Daumen

  • #8

    Pfeifer (Montag, 01 Juni 2020 07:25)

    Aktueller stand: Wegen Flut und kältewelle hat kein Küken überlebt. Nun habe ich hier aber 2 nester mit 7 Eiern. Ich hoffe , dass nun mal eins übrig bleibt, es ist wärmer, gibt mehr Nahrung, aber nun auch mehr Touristen und mehr hunde freilaufend. Ich habe das gebiet zumindest zum Teil etwas ruhiger gehalten durch die kleinen sperrgebiete. Das ist mit naturschutzbehörde, oberste naturschutzbehörde und Bundeswehr auch sozusagen abgestimmt. Es wäre toll , wenn auch mal Küken überleben würden. Der bruterfolg soll ja miserabel sein. Die ruhezonen sollen es ihnen erleichtern. Sie wandern mit den Küken aber nachher durch die ganze Zone

  • #7

    Pfeifer (Freitag, 08 Mai 2020 23:35)

    Heute war viel Betrieb am Strand, die frisch geschlüpften Küken sind mehrfach dem Risiko ausgesetzt gewesen zertreten zu werden! Leider gehen sie bei viel Betrieb nicht in die ruhezone, das gebiet muss größer werden, da sie weiter nach Osten nun tendieren. Wirklich schwer zu managen . Krähen und Möwen haben sie gut vertrieben, auch mithilfe zwergseeschwalben, die die auch attackieren. Hauptproblem ist der Massentourismus nun, sie könnten zertreten werden! Morgen kommen Schilder die darauf hinweisen das die zertreten werden können. Damit Leute vorsichtig dort gehen. Es ist sehr schwer , wir wollen die Zone vergrößern! Heute lebten noch 4,aber es war sehr knapp mit zertreten . Morgen ist es noch voller, ich werde da sitzen um im Notfall zu intervenieren. Die Behörde hatte nicht mal Schilder! Das hab ich besorgt, Zaun, Schilder hat eine Firma 2 noch geschenkt . Überhaupt hab ich gehofft das mehr für Artenschutz getan wird, aber an der ostsee ist das lachhaft.

  • #6

    Gudrun (Montag, 04 Mai 2020 04:29)

    Ich drücke Dir sehr die Daumen, dass Du mit Deinen Schutzbemühungen erfolgreich bist. Die Natur braucht Menschen wie Dich. Die Bundeswehr mit einzubeziehen ist sicher eine gute Idee, aber Du kannst auch den BUND, den NABU und die untere Umweltschutzbehörde um Hilfe bitten. Viel Glück,
    Gudrun

  • #5

    Pfeifer (Sonntag, 03 Mai 2020 07:50)

    Hallo, nein es ist in Surendorf. Es wird hier nicht mit scharfer Munition geübt und dad Gelände soll irgendwann mal einen Zaun bekommen. Es wäre überlegenswert die Bundeswehr als Partner zu gewinnen, um eventuell für brutzeiten ein gebiet zu sperren. Ich habe dieses Jahr mit Erlaubnis ein kleines Stück ums Nest gesperrt, das klappt aber nur,wenn Leute Rücksicht nehmen. Ich finde es insgesamt betrachtet eine Frechheit aus allen Stränden hundestrand zu machen, das widerspricht dem Naturschutz. Seit circa 3 Jahren nimmt das zu und ich erlebe hier ständig gänsejagden durch freilaufende hunde. Die Gänse benötigen auch ruhezonen zum fressen, ausruhen. Das hat sich hier enorm verschlechtert. Ich nehme an,dass Hundehalter herumerzählen, das man dort überall frei laufen lassen kann ohne das sich jemand beschwert. Ich als einheimische bin entsetzt wie sich die Lage für Vögel verschlechtert hat. Früher waren die Gänse zutraulicher,sie sind deutlich gestresster nun. Der sandregenpfeifer brütet dort das 2. Jahr nun, letztes Jahr hat kein Küken überlebt,schutzlos im Massentourismus zwischen Menschen und Hunden. Dieses Jahr testen wir teilsperrung. Wenn das nicht hilft,frag ich Bundeswehr nach Vollsperrung für die brutzeit,zumal auch die austernfischer hier Plätze suchen und auffallend oft seeschwalben dieses Jahr dort verweilen. Die würden dort eventuell auch gern brüten

  • #4

    Gudrun (Sonntag, 03 Mai 2020 03:43)

    Lieber Kommentator Pfeifer,
    ja, das Problem kenne ich. Hundehalter wollen ihrem Tier möglichst viel Freiheit gewähren, nehmen dabei aber keinerlei Rücksicht auf andere Tiere, nicht einmal auf bedrohte Spezies. Man erlebt das auch immer wieder im Wald, zur Setz. und Brutzeit. Wenn man sie anspricht bekommt man noch eine dumme oder aggressive Antwort. Wenn der Eigner die Bundeswehr ist, verdient er am Strand doch kein Geld mit Tourismus, dann könnte so eine Anfrage eventuell Erfolg haben, ich würde es versuchen. Befindet sich der Strand vielleicht in Putlos? Der ist meines Wissens ohnehin gesperrt, weil die da auch mit scharfer Munition üben.
    Liebe Grüße, Gudrun

  • #3

    Pfeifer (Samstag, 02 Mai 2020 20:36)

    Ich betreue dieses Jahr ein gelege mit sandregenpfeifern und habe Probleme mit hundehaltern. Trotz Schilder, anleinen ist ein Glücksfall. Viele sind rücksichtslose Egoisten. Letztes Jahr waren die Vögel an selber stelle, es gab sogar 2 Küken,aber die überlebten den Tourismus Ansturm nicht. Ich hatte Mitleid mit den Tieren, habe nun ein Areal abgezäunt und schutzkorb vom nabu erhalten. Ich hoffe es überlebt mal ein Küken, aber das Problem bleibt Massentourismus und die Hundehalter als spezielles Problem. Selbst 100 m anleinen ist denen zu viel verlangt,zudem die hier aus allen Stränden hundestrand machen frecherweise. Der meiste Müll sind hier hundekotbeutel ,leer und gefüllt. Ich weiss nicht,wie ich das Problem in den Griff kriege. Die Vögel versuchen es evtl wieder nächstes Jahr. Den Strand müsste man ganz sperren. Wenn es dies Jahr ärger gibt ,werde ich es den Eigentümer vorschlagen, es ist die Bundeswehr

  • #2

    Erika (Sonntag, 05 Mai 2019 22:37)

    Liebe Gudrun,Dein Bericht ueber die unmoegliche Art von Gaesten am Ostsee-Strand, welche Sperrgebiete betreten und Bruten mit Kleidung belegen und, welche Eier und Kueken zertreten ist nicht tragbar bei einer so ernsten Lage fuer das Ueberleben des Sandregenpfeifers.
    Hinzu kommt eine sehr umfangreiche Untersuchung der RSBB aus England, dass weder in Sued-England, noch in Polen, den Baltikum-Staaten, in Fenno-Skandinavien, an der Kueste Frankreichs und an der Nordsee das Klima fuer die Sandregenpfeifer weiterhin ertraeglich waere. Eine einzige neue Verbreiterungszone gaebe es vielleicht noch im Franz Josefs Land.
    Alle deutschen Gemeinden muessen ab jetzt zusammenarbeiten, um das Aussterben zu verhindern. In diesem Fall muessen fallende Zahlen von unmoeglichen Gaesten ertragen werden.
    Normal spricht man bei Sandregenpfeifern von 11 Jahren Lebensdauer. Es gab aber in Deutschland einen Sandregenpfeifer mit 14 Jahren 8 Monaten und in Grossbritannien 20 Jahre 9 Monate.
    Sandregenpfeifer kommen nicht ins Binnenland, sie bleiben an offenen Kuesten.
    Typisch ist ein sogenannter “Fusstriller”, wenn der Sandregenpfeifer mit schnellen Schritten auf der Stelle trippelt, um Beute an die Oberflaeche zu locken.
    Die Jungen sind 'precocial,' aussergewoehnlich reif, wenn sie gerade geboren sind. Sie verlassen das Nest gleich nach der Geburt und suchen sich selbst die Nahrung.
    Man kennt das 'Verleiten', wenn Erwachsene einen Feind in die entgegengesetzte Rictung locken, indem sie so tun, als sei ihr Fluegel gebrochen. Der Sandregenpfeifer daf nicht aussterben wegen einer unmoeglichen Gruppe von Gaesten an der Ostsee.

  • #1

    Eva Schmelzer (Montag, 15 April 2019 15:08)

    Ich verstehe, dass man dem Fuchs und Marder schwer vermitteln kann, dass der Sandregenpfeifer Schutz und Rücksicht braucht. Aber dass Menschen das nicht verstehen und sich dermaßen rücksichtslos verhalten, will mir nicht in den Kopf, zumal man doch annehmen könnte, dass jemand, den es an den Strand zieht, eine Zuneigung zu der Landschaft, seiner Fauna und Flora hat. Aber in den Alpen ist es ja nicht anders. Auch wenn damit eventuell der eine oder andere verprellt werden sollte, müssen eben Bußgelder bei Verstößen her, anders als über Geld kommt man etlichen Zeitgenossen eben nicht bei. Wenn jemand sein Auto falsch parkt zahlt er ja auch und gibt das Fahrzeug nicht gleich ab deswegen. Und wenn's so wäre, dass jemand deswegen nicht mehr kommt, dann müsste es den ansässigen Hoteliers eigentlich recht sein.
    Danke für die schönen, sicher auch nicht leicht zu machenden Fotos.