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Das Great Barriere Reef

Text: Gudrun Kaspareit

16.08.2016

Great Barriere Reef Satelitenbild
Great Barriere Reef Wikipedia By NASA, by MISR (originally uploaded to en by User:Seth Ilys) [Public domain], via Wikimedia Commons

Das Great Barrier Reef ist das größte Korallenriff der Erde und liegt vor der Nordost Küste Australiens. Es gehört zum UNESCO Welt-Natur Erbe und ebenfalls zu den sieben Weltwundern der Natur. Doch seine unglaubliche Schönheit und sein Reichtum an Lebensformen ist bedroht.

Die Meeresversauerung infolge der globalen Erwärmung macht ihm erheblich zu schaffen. Schon ging seine Korallenbedeckung um 13% zurück.

Das Great Barrier Reef bildet mit seinen 359 Steinkorallenarten die größte von Lebewesen geschaffene Struktur auf der Erde. Es bietet Lebensraum für eine Vielzahl von weiteren Arten; unter anderem sind dort 80 Arten von Weichkorallen und Seefedern, über 1.500 Fischarten, 1.500 Schwammarten, 5.000 Arten von Weichtieren, 800 Arten von Stachelhäutern wie zum Beispiel Seesternen, 500 verschiedene Arten von Seetang und 215 Vogelarten heimisch.

Man findet im Great Barrier Reef sechs von insgesamt sieben weltweit vorkommenden Arten von Meeresschildkröten. Darunter sind auch die vom Aussterben bedrohten unechten Karettschildkröten und die pazifischen Suppenschildkröten, die das Riff zur Eiablage nutzen. Ebenfalls vom Aussterben bedroht sind die dort lebenden Dugongs (Seekühe). Ferner nutzen – neben weiteren dort vorkommenden Walarten – die nahe der Antarktis lebenden Buckelwale die warmen Gewässer zum Gebären ihrer Jungen.

Die zackigen und verästelten Korallenstöcke bieten Schnecken und seltenen Muscheln, wie zum Beispiel Arthritica-Arten oder Stachelschnecken, wie etwa Murex pecten, ideale Bedingungen.

Korallen können nur in einem klaren, sonnendurchfluteten Gewässer mit sehr eingeschränktem Temperaturbereich, etwa zwischen 18 und 30 °C, gedeihen und überleben. Eine Erhöhung der Wassertemperatur führt zum Abstoßen und anschließenden Absterben der Zooxanthellen, dem lebensnotwendigen Algenbewuchs der Korallen. Da diese Algen neben der symbiotischen Versorgung mit Nährstoffen auch für die Farbgebung der Koralle zuständig sind, verbleicht der Korallenstock, und das weiße Kalkgerüst wird sichtbar. Hält dieser Zustand über längere Zeit an, weil die Algen aufgrund konstanter Wassererwärmung nicht nachwachsen können, sterben die Korallen an Nährstoffmangel.

 

Am 4. 3 2010 lief ein chinesischer Frachter am Great Barrier Reef auf Grund . Es traten 4 Tonnen Öl aus und obwohl dieses sofort mit einer Chemikalie zersetzt wurden, zerstörten sie dennoch 3 Kilometer des Riffes.

Die Gefahren für das Riff sind vielfältig. So ist z.B. der große Nährstoffeintrag, sowie Düngemittel und Pflanzenschutzmittel, der von den Feldern und Plantagen durch den alljährlichen Monsunregen ins Meer gespült wird ein großes Problem. Er vermehrt das Algenwachstum unverhältnismäßig und erstickt ganze Korallenstöcke.

Überlegungen, in dem Gebiet nach Erdöl zu bohren, sind eine massive Bedrohung. Auch die Entscheidung, dort einen Hafen für Kohle und Flüssiggas zu bauen ist unverantwortlich. Das Welterbe-Komitee reagierte kritisch, setzte das Bariere Reef aber noch nicht auf die Liste der gefährdeten Welterbe.

Aber die weitaus größte Bedrohung geht von der globalen Erwärmung aus und der damit verbundenen Versauerung der Meere. (Siehe auch den Naturweltartikel: Die Versauerung der Meere.)

Im Dezember 2013 wurde der Bau des größten Kohlehafens der Welt am Great Barrier Reef genehmigt. Umweltschützer weltweit liefen Sturm dagegen. Wenigstens wurde 2015 endlich das Abkippen des Baggergutes ins Meer untersagt. Denn auch der Schlamm, immerhin 3 Millionen Kubikmeter, stellten eine erhebliche Gefahr für das Barrier Reef dar.

Neben all den menschengemachten Bedrohungen, setzen den Riffen auch natürliche Feinde zu, umso mehr, als die Riffe ohnehin schon geschwächt sind. Der Dornenkronen Seestern zum Beispiel. Die zyklisch auftretende Dornenkronenseesterne richten erheblichen Schaden an.

Sie treten in zeitlichen Abständen massiv auf und verschwindet dann wieder. Ihr noch unerforschtes Auftreten, hinterlässt komplett abgestorbene Riffsektionen, da sie die lebenden Korallenpolypen aus ihren schützenden Kalkgehäusen saugen und auffressen.

Forscher haben nun herausgefunden, dass diese Seesterne ihre Futterplätze mit dem Gesichtssinn finden und hoffen, dass die Erkenntnisse der Studie, zu verstehen hilft, wie sich Dornenkronenseesterne gezielt über weite Gebiete ausbreiten. Die Forscher zielen darauf ab, dem Massenvorkommen der Seesternart entgegenzuwirken. Mehr dazu hier: https://www.wissenschaftsjahr.de/2016-17/aktuelles/alle-aktuellen-meldungen/august-2016/dornenkronenseesterne-finden-ein-korallenriff-ueber-ihre-augen.html

Immer wieder staune ich, das die Natur, unserer aller Mutter, die Gebärerin allen Lebens, die so viele Wunder hervor bringt, so empfindlich und zerbrechlich ist. Wir sind von ihr abhängig, dennoch bedarf sie dringend unseres Schutzes.

Great Barriere Reef
Great Barriere Reef Wikipedia By Richard Ling (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html), CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/) or CC-BY-SA-2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)], via Wikimedia Commons
Kommentare: 3
  • #3

    Eva Schmelzer (Sonntag, 04 September 2016 15:38)

    Wie lange will das Welterbe-Komitee warten? Wenn das Korallenriff stirbt, geht nicht nur für die Erde ein unvergleichliches Ökosystem verloren, wie das ja in diesem Artikel umfangreich beschrieben wurde, sondern für große Teile Australiens auch ein wichtiger Küstenschutz, denn bei Sturm bremst das Riff die unbändige Kraft des Pazifiks.
    Ja, die Natur ist unserer aller Mutter und voller Wunder. Ja, wir sind von ihr abhängig, aber wir machen es ihr immer schwerer. Lasst uns die Erde zu einem einzigen großen Pflegeheim für sie machen, zu einem Rehabilitationszentrum, damit sie sich erholen kann.

  • #2

    Erika (Donnerstag, 01 September 2016 10:10)

    Vor einigen Tagen kam die Meldung , dass ein schon vermutetes zweites Korallenriff in 20-40 Meter Tiefe gefunden wurde. Es ist ein Trost bei all der Misere des absterbenden ersten Korallenriffs.
    Alle menschlichen Untaten von Rodung bis zum Kippen von Muell muessen sofort von der Weltorganisation in der Weise geloest werden, dass Riffe auf die Rote Liste staerkster Bedrohung kommen.
    Man versucht die Dornenkronen-Seesterne durch freiwillige Taucher einzusammeln, oder mit Ochsengallen Gift sterben zu lassen. Pro Stunde koennen so etwa 300 Dornkronen-Seesterne entfernt werden. Ausserdem versucht man mit dem Aroma eines Tritonshornes, die Furcht der Dornenkronen-Seesterne zu nutzen, welche zu einem schnellen Aufloesen solcher Gruppen fuehrt.

  • #1

    Eva Schmelzer (Dienstag, 01 April 2014 18:54)

    Schon Jahr 1981 wurde es von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt. Was soll das? Warum setzt sie sich nicht dafür ein, dass es auch als solches behandelt wird? Wahrscheinlich, weil die UNESCO zu den Vereinten Nationen gehört, die zwar gern schöne Worte machen, die Taten sich aber sehr davon unterscheiden. Und sobald Profit im Spiel ist, ist es sowieso aus mit dem Traum von einer besseren Welt.