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Das schwimmende Atomkraftwerk

Text: Gudrun Kaspareit

Foto:

10.06.2018

Model Akademik Lomonossov
By Felix - Maqueta central nuclear flotanteUploaded by ChNPP, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=15172568

Hier ein Model der Akademik Lomonossov

Tschernobyl hat nicht genügt als Warnung. Fukushima auch nicht. Weiterhin spielt die Menschheit mit ihrem Schicksal ohne Rücksicht auf die Folgen. Die Russen setzen nun noch einen drauf und stellen ein Atomkraftwerk auf einen schwimmenden, wackelnden Ponton. Das Ding, mit Namen

„ Akademik Lomonosov“ wurde durch die Ostsee geschleppt. Es soll in die arktische Region gebracht werden. Der Prototyp soll zusammen mit weiteren schwimmenden AKWs Strom liefern, um die Bodenschätze der Arktis auszubeuten. Zu dem Verband wird auch ein atomgetriebener Eisbrecher gehören. Die gefährlichste Technologie der Welt soll helfen die klimaschädlichsten Stoffe aus einer der sensibelsten Regionen der Welt zu fördern. Mir stellen sich die Nackenhaare auf. Noch dazu stehen die Atomkraftwerke auf schwimmenden Pontons und sind Stürmen und rauer See ausgeliefert. Ein schwimmendes Tschernobyl, wie Greenpeace sagt. Im Hafen von Murmansk sollen die Brennstäbe eingebaut werden. Die „Akademik Lomonosov“ kann die abgebrannten hoch radioaktiven Brennstäbe bis zu 12 Jahre lang an Bord lagern. Das bedeutet ein, um ein Vielfach erhöhtes Sicherheitsrisiko. Während normale Atomkraftwerke von einem Betonmantel geschützt werden, besitzt die „Akademik Lomonossow“ nur einen Stahlmantel.

Russland hat angekündigt, sollte der Betrieb erfolgreich verlaufen, die Technologie auch anderen Interessenten zu verkaufen. Angeblich hätte 15 Länder Interesse angemeldet. Unter anderem China, Algerien, Indonesien, Malaysia und Argentinien.

Ich kann nicht begreifen, warum man aus den Fehlern der Vergangenheit nichts gelernt hat und nicht auf erneuerbare Energien zurück greift. Gerade auf dem Meer könnte man doch sehr gut Sonnen.- Wind.- und Wasserkraft nutzen.

Kommentare: 2
  • #2

    Erika (Mittwoch, 27 Juni 2018 08:33)

    Alina Bronskys “Baba Dunjahs letzte Liebe” koennte ich sehr empfehlen als Lektuere fuer ein Leben nach Tschernobyl. Dort wird im alltaeglichen Erleben beschrieben, was uns passieren wird in absehbarer Zeit, umgeben von Atomkraftwerken, die frueher oder spaeter mit einer Explosion enden.
    Der Titel ist absichtlich gewaehlt, um mehr Menschen zum Kauf zu gewinnen. Sobald der erste Schock ueberwunden ist, entfaltet sich eine kleine kurzlebige Welt, abgeloest vom Weltgetriebe.
    Wieviel einfacher waere die Gewinnung von Energie durch Meere, Sonne und Wind.

  • #1

    Eva Schmelzer (Sonntag, 17 Juni 2018 17:51)

    Ja, warum hat man nichts gelernt aus den Katastrophen der Vergangenheit? Vielleicht ist Tschernobyl zu lange her, und Fukushima ist erst geschehen, nachdem 2007 mit dem Bau von Akademik Lomonossow begonnen wurde. Davon abgesehen: Hat man jemals wirklich gelernt? Wiederholt sich Geschichte nicht immer wieder? Fatal auch, dass weitere 15 Staaten an der Technologie interessiert sind, zudem obwohl die Sicherheit derart mangelhaft ist. Dass Dein durchaus einleuchtendes wie eigentlich simples Argument, Sonnen-, Wind- und Wasserkraft zu nutzen nicht die selbstverständlichste Lösung der Zukunft sein sollte, ist mir unverständlich.