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Die Seekuh (Dugong)

Text und Fotos: Sven Bieckhofe

01.05.2018

Seekuh-Dugong (Dugong Dugong) Es war meine erste Begegnung mit einem Dugong. Ich kannte sie vorher nur aus Büchern. Eine Begegung mit einer Seekuh ist ein sehr, sehr seltenes Erlebnis. Sie lebt als einziger Pflanzenfresser unter den Säugetieren im Meer. Dugongs werden wegen ihrer dreieckigen Schwanzflosse auch Gabelschwanz-Seekühe genannt. Die Fluke der Dugongs ist ähnlich wie bei den Delfinen, eine Halbmondform. Ihre Schnauze ist nach unten abgeknickt, die Männchen bilden kleine Stoßzähne aus. Mit eine Körperlänge von ca 2,50m bis 4.00m und einen Gewicht bis zu einer Tonne Sie können ein stolzes Alter von bis zu 60 Jahre erreichen. Dugongs sind vollkommen friedfertige Seekühe. Während die anderen Arten gelegentlich das Süßwasser aufsuchen, hält sich der Dugong fast ausschließlich im Salzwasser auf. Gelegentlich bilden Dugongs große Herden von vielen hundert Tieren, die meisten Tiere leben jedoch in kleineren, maximal zwölf Tiere umfassenden Gruppen, welche unter anderem aus einem oder mehreren Weibchen und ihren Kälbern bestehen. Zahlreiche Dugongs sind Einzelgänger. An sehr ertragreichen Stellen mit Seegras sammeln sich oft 60 bis 100 Tiere. Sie kommunizieren unter anderem durch Zwitschern, Trillern und Pfeifen. Durch diese Laute werden Artgenossen vor Gefahren gewarnt oder Kontakt zwischen Kalb und Muttertier gehalten. Empathie bei Dugongs wurde von Ernst Christoph Barchewitz beobachtet, als ein Weibchen gefangen und getötet wurde, ließ das Männchen sich auch töten. Das Verbreitungsgebiet der Dugongs erstreckt sich von den Küsten Ostafrikas über Australien bis zum Inselgebiet von Vanuatu in Melanesien. Auch im Roten Meer kann man mit etwas Glück auf einen Dugong Treffen. Die größten Populationen leben an den australischen Küsten vor allem in der Shark Bay. Dugongs sind extrem gefährdet, die Anzahl der Tiere geht immer weiter zurück. Das liegt daran, dass Seegraswiesen, welche die Dugongs abweiden, sehr sensible Ökosysteme sind. Außerdem sind Dugongs durch Grundschleppnetze, Abwässer, Umweltgifte, Schwermetalle und Abfälle bedroht. Auch Unwetter können hunderte Quadratkilometer Seegraswiesen zerstören, die sich allerdings bei unveränderten Umweltbedingungen rasch regenerieren. Der Verlust der Nahrungsgrundlage und des Lebensraumes ist eine der Bedrohungen für den Dugong. Außerdem werden sie durch Chemikalien geschädigt und vergiftet. Zwischen 1996 und 2000 wurden insgesamt 53 Dugongs untersucht, die tot an der Küste von Queensland strandeten. Bei 59 % der Tiere ließ sich DDT im Blubber nachweisen.

Fischernetze (speziell Schleppnetze) sind vielleicht eine der größten momentanen Bedrohungen für Dugongs. Die Tiere verfangen sich in den Netzen und ertrinken. Mittlerweile wurden auf Geräusche basierende Warnsysteme für Dugongs entwickelt, welche die Mortalität nicht unwesentlich sinken lassen. In Hainetzen zum Schutz von Badetouristen verfingen sich zwischen 1962 und 1995 837 Dugongs, von denen der Großteil starb.

Zusammenstöße mit Schiffen gehören ebenfalls zu den Bedrohungsfaktoren der Dugongs. Schiffsschrauben verletzen die Tiere oft tödlich. Speziell Dugongs in seichteren Gewässern sind hiervon betroffen.

Kommentare: 3
  • #3

    Erika (Samstag, 19 Mai 2018 11:08)

    Das Gedaechtnis der Dujongs ist so gross, dass sie noch nach Jahren ueber 160km weiter an den gleichen Ort zurueckwandern. Die Augen sind klein, sie ertasten Nahrung und bilden kleine H Dankeaufen von Pflanzen, die sie ausgraben und im Wasser schuettelnd von Sand befreien. In Malaysia auf einer Hohlenzeichnung soll es eine 5000 Jahre alte Darstellung geben. Ich bin begeistert von Deinen Reisen und Deinen Schaetzen und danke herzlich, lieber Sven. photographisch und filmisch.

  • #2

    Eva Schmelzer (Dienstag, 15 Mai 2018 15:37)


    Die unendliche Vielfalt der Lebewesen, speziell unter Wasser, erstaunt mich immer wieder aufs Neue. Da ich zwar die Seekuh vom Namen her kannte und auch von Fotos, aber ohne detailliertes Wissen, habe ich mich über diesen Beitrag sehr gefreut. So wird es vielen gehen, denn Dugongs gehören wohl eher nicht zu den “Prominenten” unter den Meeresbewohnern - sehr zu Unrecht, muss ich vor allem nach dem Lesen des Artikels sagen.
    Aber leider trifft man auch hier wieder auf die Bedrohung dieser Tiere, die durch das leichtfertige und rücksichtlose Verhalten des Menschen verursacht wird. Danke auch für die eindrucksvollen Fotos, lieber Sven Bieckhofe.

  • #1

    Daniza (Donnerstag, 03 Mai 2018 09:13)

    Das sind sehr tolle Bilder und interessante Informationen im Text . Danke dafür!