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Die Falkland Inseln

Text und Fotos: Birgit Roth

07.01.2017

Falkland Inseln
(c) Birgit Roth Falkland Inseln

 

Nachdem wir auf unserer Reise in die Antarktis 2014 für eine kurze Stippvisite auf den Falklandinseln vorbeigeschaut hatten, war für uns klar, das ist ein Naturparadies, was wir noch mal genauer unter die Lupe nehmen wollten. Im November 2016 hatten wir zum zweiten Mal das Glück an einer sehr exklusiven Reise teilnehmen zu können.

Die Falklandinseln bestehen aus ca. 700 Inseln und befinden sich im Südatlantik. Die Zahl der Inseln variiert, je nachdem was man unter einer Insel versteht. Die Falkländer bezeichnen eigentlich jeden bewachsenen Felsen als Insel.

Die meisten Menschen denken bei den Falklandinseln an den Krieg von 1982. Auf den Falklandinseln leben ca. 3000 Menschen, die überwiegend von Einwanderern von den Britischen Inseln abstammen und ab ca. 1830 auf die Falklandinseln kamen. Zwei Drittel davon wohnen in Stanley, dem Hauptort, der sich auf Ostfalkland befindet. Die restlichen Menschen leben verteilt in Settlements auf Ost- und Westfalkland oder auf ihren privaten Inseln.

Sie betreiben Landwirtschaft und Tourismus im ganz kleinen Stil.

 

Eselspinguine
(c) Birgit Roth Eselspinguine

 

Nach einer langen Anreise über Chile sind wir in Stanley auf der Motoryacht „Hans Hansson“ eingezogen. Wir waren 7 Touristen, unser Reiseleiter, Deutschlands einziger Pinguinforscher Dr. Klemens Pütz, und die Schiffscrew bestehend aus 3 Personen. Nach der Sicherheitseinweisung und dem ersten Abendessen an Bord ging die Reise los. Unser Plan war es im Uhrzeigersinn einmal um die Inseln zu fahren und täglich an einer anderen Stelle an Land zu gehen.

Auf den Falklandinseln leben 4 Pinguinarten, Eselspinguine, Königspinguine, Felsenpinguine und Magellanpinguine in unterschiedlich großen Kolonien. Manchmal werden auch Goldschopfpinguine gesichtet, aber nur vereinzelt. 

Königspinguine
(c) Birgit Roth Königspinguine

 

Die weltweit größte Schwarzbrauenalbatroskolonie befindet sich auf Steeple Jason, einer Insel ganz im Westen. Wir haben See-Elefanten am Strand von Sea Lion Island und Carcass Island liegen sehen. Vor einigen Wochen begann die Wurfsaison und es lagen Babys unterschiedlichen Alters herum. Bei jederAnlandung begleiteten uns Falkland-Karakaras. Das sind Greifvögel, die ausschließlich auf den Falklands beheimatet sind. Es gibt eine Population von ca. 1000 Brutpaaren. Die Karakaras sind sehr neugierig und verspielt, ließen uns nie aus den Augen. Und für uns war es ratsam unsere Sachen nicht unbeobachtet liegen zu lassen. Eine Reiseteilnehmerin wurde von einem Karakara so angeflogen, dass ihr das Brot aus der Hand fiel und er es am Boden liegend für sich beanspruchte. Da wir im Frühling unterwegs waren, konnten wir alle Enten- und Gänsearten als Familie mit Jungtieren sehen. Die Pinguine und Albatrosse saßen auf Eiern. Bei den Eselspinguinen konnten wir schon frisch geschlüpfte Küken bewundern. Alle kleinen Vogelarten, die auf den Falklands beheimatet sind, haben wir so nach und nach auf den Inseln entdeckt. Es sind alles Bodenbrüter und sind nur auf Inseln beheimatet, wo keine Ratten und Mäuse durch Menschen eingeschleppt wurden.

Schwarzbrauenalbatros
(c) Birgit Roth Schwarzbrauenalbatros

 

Wenn die Austernfischer laut Spektakel machten, wussten wir, wir sind einem ihrer gut getarnten Jungtieren zu nahe gekommen. Wir beobachteten wie sich 2 Austernfischer im Sturzflug auf einen deutlich größeren Karakara stürzten, der es vorzog, das Weite zu suchen. Setzte man sich irgendwo hin, dauerte es nie lange und ein Tussockvogel hüpfte um einen herum.

Seelöwen und Seebären sahen wir, begeistert hat uns auch die baumlose Vegetation, die sich doch sehr von unseren Landschaften unterscheidet.

Auf dem Schiff wuchsen wir schnell zu einer netten Gemeinschaft zusammen. Es macht einfach Spaß mit interessierten Menschen unterwegs zu sein und sich auszutauschen.

Auf dem Schiff wurden wir verwöhnt von Juliette, die uns bekochte. Erstaunlich was sie in der Schiffsküche auch während der Fahrt bei unruhiger See gezaubert hat.

Während unserer Überfahrten von Insel zu Insel wurden wir manchmal von Delphinen begleitet. 2 Arten sieht man um die Falklands herum. Das sind Peale-Delfine und Commerson-Delfine.

Hatten wir tagsüber bei unseren Ausflügen von den Tieren noch nicht genug, lauschten wir abends den Vorträgen unseres Reiseleiters Klemens Pütz.

 

Peale Delfin
(c) Birgit Roth Peale Delfin

 

Wir glaubten im Naturparadies zu sein, begegneten uns auch dort Umweltprobleme. An den Stränden, auch auf unbewohnten Inseln, sahen wir oft Plastik- und Fischereimüll, der dort angespült wurde. In der letztjährigen Brutsaison sind überdurchschnittlich viele Felsenpinguinküken nicht groß geworden. Und auch erwachsene Tiere sind verhungert. Vermutlich gab es durch das El Nino Phänomen, woran der Mensch nicht ganz unschuldig ist, nicht genug zu fressen.

Um auf die Falkland-Inseln zu gelangen, muss man eine sehr lange Flugreise antreten. Unter Naturschützern ist das zurecht sehr in Verruf geraten. Ob unsere persönliche, doch sehr umweltfreundliche Lebensweise das rechtfertigt, weiß ich nicht. Doch wenn niemand mehr aufbricht und vor Ort nachschauen geht, wird es keine Augenzeugenberichte mehr geben.

Klemens Pütz ist nicht nur als Forscher und Expeditionsleiter tätig, sondern hat vor über 20 Jahren den Antarctic Research Trust mitbegründet, dem er als Scientific Director vorsteht. Neben den wissenschaftlichen Projekten, die durch diese Stiftung durchgeführt werden, hat sie kürzlich die nun schon 5. Insel auf den Falklands gekauft. Die Inseln sollen wenn nötig renaturiert werden. Hummock Island ist bis 1981 stark durch Schafe und Pferde beweidet worden, sodass sich eine große erodierte Fläche gebildet hat, die bis heute fortschreitend ist.

Um die für die Falklands typische Tier- und Pflanzenwelt zu erhalten, sind Maßnahmen erforderlich, um die Erosion aufzuhalten und auch rückgängig zu machen. Gute Erfahrungen haben die Falkländer mit dem Anpflanzen von Tussockgras gemacht.

Und nun komme ich auf die Umweltbelastung einer Flugreise zurück. Tussockgras bindet pro Hektar ca. 50 t Kohlenstoff. Somit bietet der Antarctic Research Trust eine Möglichkeit durch eine Spende bei der Renaturierung der Insel mitzuhelfen. Gleichzeitig sorgt man für eine Ausgleichszahlung, um den eigenen CO²-Fußabdruck zu kompensieren. Hummock Island ist 303 Hektar groß und ca. 100 Hektar sind teilweise bzw. ganz erodiert. Eine schöne Möglichkeit diese fantastische Insel, die wir auch besuchten, zu erhalten und zu renaturieren. Noch ist auf der Homepage von http://www.antarctic-research.de nichts zu finden über Hummock Island, für Interessierte stelle ich gern den Kontakt her.

 

Rotbrusterling
(c) Birgit Roth Rotbrusterling

 

Wir denken natürlich trotzdem über jede Flugreise nach, wir wissen aber auch, es ist besser etwas einmal selbst zu sehen, als es hundertmal erzählt zu bekommen.

Unsere Nachbarin formulierte kürzlich sehr treffend, wenn man Tiere beobachtet, macht das was mit einem. Das kann ich zu 100% bestätigen. Wir haben großen Respekt vor der unermüdlichen Lebensleistung der Tiere, die wir auf den Falklandinseln beobachten durften. Es ist wirklich enorm, was für Anstrengungen sie auf sich nehmen, um ihre Jungtiere groß zu ziehen und das Jahr für Jahr aufs Neue. So hat uns auch diese Reise wieder gezeigt, dass wir nicht aufhören dürfen die Natur zu schützen. Also, packen wir es an, mal wieder, oder einfach immer weiter.

 

See Elefant
(c) Birgit Roth See Elefant
Kommentare: 3
  • #3

    Alexandra (Freitag, 19 Mai 2017 13:43)

    Hallo,

    ich habe mich gerade durch Zufall (Google Suche "Mauritius Menschenrechte") auf Ihrer Seite wiedergefunden und einige Artikel gelesen, die mir allesamt sehr gut gefallen haben.
    Eine Tour wie diese würde ich auch gerne mal machen, wenngleich sie finanziell in so weiter Ferne zu schweben scheint, wie sie auch kilometermäßig entfernt liegt...

    Liebe Grüße und ein großes Lob
    Alexandra

  • #2

    Eva Schmelzer (Mittwoch, 01 Februar 2017 13:52)

    Das hast Du so anschaulich beschrieben, liebe Birgit, dass ich beim Lesen und dem Anschauen der Fotos fast das Gefühl hatte, dabei zu sein. Du sagst, Dir und Deinen Begleitern hat diese Reise wieder gezeigt, dass wir nicht aufhören dürfen die Natur zu schützen – mir hat es Dein Beitrag gezeigt! Danke!

  • #1

    Gerhard Künl (Dienstag, 17 Januar 2017 18:32)

    Tolle Bilder, toller Artikel!