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Gänse im Jagdrecht

Text: Gudrun Kaspareit

Scherenschnitt: Erika Bulow-Osborne

Fotos: Jürgen Krafft

Scherenschnitt Gänse
(c) Erika Bulow-Osborne
Graugans
(c) Jürgen Kraft GRaugans

Auch die Gänse unterliegen dem Jagdrecht. Seit die Graugans in Deutschland schon fast ausgerottet war und unter Schutz gestellt wurde, haben sich die Bestände so gut erholt, dass die Landwirte über Fraßschäden bei den Saaten klagen. Vor allem in der Vogelzugzeit treten die Gänse massenhaft auf. Die Jägerschaft hat sich natürlich sofort selbstlos angeboten, die Vögel zu dezimieren.
Das führte zu allerlei aberwitzigen Situationen.
Vor einer angesetzten Jagd, haben Vogelschützer die Gänse mit Trillerpfeifen, lauten Transistorradios und anderem Lärm vertrieben und wurden wegen Störung der Jagd angezeigt und verurteilt, denn das ist verboten.
Oder der „Gänskrieg“ in Emden, wie in der Zeitung nachzulesen ist, wo sich Jägerschaft und Vogelschützer unversöhnlich gegenüber stehen.

Die Graugans ist ein schöner und kluger Vogel, der einst Selma Lagerlöf zu ihrer Erzählung:  „Nils Holgersons wunderbare Reise mit den Wildgänsen“ anregte. Sie hat es nicht verdient, abgeschossen zu werden.

Graugans
(c) Jürgrn Krafft Graugans
Graugans
(c) Jürgen Krafft Graugans

Die Gans als Krafttier

die Amme der Menschen

Familie, Verlässlichkeit, Geborgenheit, Haussegen

Text: C.m.Schwan

Quelle: www.terravera.de

Gänse gehören zu den Entenvögeln und sind im weiteren Sinne auch mit den Schwänen verwandt. Sie scheinen schon immer um uns und mit uns Menschen gewesen zu sein, und haben sprichwörtlichen Einzug in den Sprachgebrauch, Pflanzennennungen und Märchen gefunden. In unseren Breiten kennen wir die weiße Hausgans, eine domestizierte Form der wilden Graugans, deren Flugformationen wir im Frühjahr und Herbst auf ihren Wanderungen am Himmel beobachten können. Gänse können in der Natur ein Alter von 17 – 35 Jahren erreichen, gezüchtete Hausgänse schaffen meist nur einige Monate Lebenszeit. Gänse kennen wir als Nutztiere, als Lieferanten von Fleisch und Daunenbetten. Früher galten sie auch als die verlässlichsten Wachtiere, welche laut schnatternd Eindringlinge in ihrem Revier verrieten.

Konrad Lorenz, dem großen Verhaltensforscher, ist es zu verdanken, dass wir mehr über das Sozialverhalten von Gänsen wissen und dabei entdecken, wie ähnlich wir uns verschiedene Geschöpfe der Natur oft sind. Gänse verhalten sich untereinander sehr sozial, fürsorglich und liebevoll. Sie wählen einen lebenslangen Partner und trauern nach dessen Ableben lange, genauso wie sie offensichtlich über zerstörte Eier Kummer empfinden. Auch um verletzte Artgenossen wird sich ausgiebig gekümmert. Man hat Gänse beobachtet, welche blinde Gänse fütterten. Wird eine Graugans im Flug abgeschossen, bleiben einige andere zurück, welche versuchen, ihr zu helfen. Auch in ihrer typischen V-förmigen Flugformation mit dem minimalsten Luftwiderstand sind sie begnadete Flieger, welche sich in der Spitze ablösen, wenn die voraus fliegenden erschöpft sind. Dadurch können sie weite Strecken zurücklegen. Wildgänse ruhen im geschützten Familienband auf ihren Übernachtungsgewässern. Gegrast wird hingegen auf den umliegenden Flächen und Äckern.

 

In allen Kulturen ist die Gans und ihr „goldenes“ Ei der Muttergöttin zugeordnet. Sie trägt die Farben der dreigestaltigen Holle, sie begleitet Hera, Aphrodite und Artemis, sie gehört zur ägyptischen Nut, die den Nachthimmel gebiert. Das Wesen der Gans ist das Weibliche. Vielleicht unterscheiden wir deshalb deutlich die männlichen Gänseriche und Ganter, oder bezeichnen junge Mädchen gerne als „schnatternde Gänse“. Sie ist bei uns von Anbeginn, wie das schön von den „Mutter Gans“-Reimen unserer französischen, englischen und amerikanischen Nachbarn deutlich wird. Dort lernen die Kinder unter den Fittichen der „Mother Goose“ in Reimen das Alphabet, Wochen- und Feiertagsnamen, und auch sonst alles, was kleine Kinder vom Leben von Anfang lernen müssen. Geradeso, wie es eine Mutter auch tun würde, die außerdem für ein behagliches Heim, ein wohlige Bett und ein wärmendes Herdfeuer sorgt. Und ihr wärmendes inneres Feuer beschert uns auch so manche Inspiration. Nicht umsonst entstanden große Werke mit ihrer zugespitzten Schreibfeder. Und nicht zuletzt ist es im Märchen die wahre Prinzessin und nicht die Magd, welche die Schar der Gänse und damit unsere Lieben hütet.

 

Menschen mit dem Krafttier haben ein fürsorgliches, mütterliches Wesen, sind charakterlich stark und stehen anderen als treue Freunde zur Seite. Sie verfügen über altes, instinktives Wissen und kennen so manche Hausmittel, um Krankheiten ihrer Lieben zu kurieren. Sie werden ihr Heim liebevoll ausstatten und zum segensreichen Lebensmittelpunkt gestalten. Da sie gerne unter ihren Mitmenschen verweilen, geht bisweilen die Klatschsucht etwas mit ihnen durch.

 

Spiritualität:

Wenn eine Gans deine Aufmerksamkeit erweckt, dann besinne dich auf deine alten Wurzeln, den Familiensinn und das gemeinsame Wohl, das oft nicht nur wichtiger ist als das deine, sondern dir auch letztendlich das Glücklichsein bringt, an dem Platz zu sein, wo du hingehörst. Lautes Gänsegeschnatter mag dich auf Missstände aufmerksam machen, besonders Gerüchten sollten du keinen Glauben schenken, bzw. Einhalt gebieten.

 

Imagination:

Nebeneinander pflückt ihr im saftigen Grün euer Mahl und genießt die letzten Sonnenstrahlen am Ende eines schönen Tages auf dem Gefieder. Sanft dringen die alten Geschichten und leises Lachen der anderen an dein Ohr. Du kuschelst dich vertrauensvoll an die Seite deines Gefährten und fühlst dich von Liebe umgeben.

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Kommentare: 1
  • #1

    Elke (Montag, 12 März 2012 17:22)

    Dei Jägerlobb bekommt immer recht, denn sie hat starken Rückhalt in der Politik. Mancher Politiker poliert sein angeschlagenes Selbstbewusstsein als Jäger wieder auf. Deshalb wird es den Jägern nie an den "Kragen" gehen!