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Nachhaltigkeit

Unter dieser Rubrik möchte ich künftig Produkte vorstellen, die sich durch besondere Nachhaltigkeit auszeichnen.

Ressourcen schonen, die Natur entlasten, Chancengleichheit fördern, das alles kann die Menstruationstasse Ruby Cup

Ihr wollt endlich ernst machen mit dem nachhaltigen Lebensstiel? Kein Plastik mehr, keine Naturzerstörung? Dann gibt es hier neue Produkte, welche Ihr auf Eure Liste setzen könnt.

Tropical Freaks

Die Kaffee-TrinkerInnen entscheiden darüber, ob die 100.000 km² Kaffee-Anbaufläche ein naturnaher Lebensraum für Kolibris und viele andere Tiere ist -- oder Monokultur, die ohne Rücksicht auf die Umwelt billigen Kaffee produziert.

Kanwan

Botanischen Raffinessen

Text und Fotos: Markus Meyer

Fragen an: gartenarchitekt44@gmail.com

05.10.2020

"Übersinnliche und meta-intelligente Pflanzen - einLiebesgruß an unsere "botanischen Sanitäter"!!! Über ein paar botanischen Raffinessen Eine alte Buche mit einer Größe eines mehrstöckigen Hausesverfügt zum Beispiel über ein Wurzelsystem, welches so groß ist wie ihre Krone. Doch die Größe dieses „Rechenzentrums“ hat auch seinen Grund. Dabei wächst das Wurzelwerk dieser Buche nicht nur in die Tiefe, sondern auch in die Breite. Verzweigungen und Verästelungen, letztlich vielen Gabeln und viele, viele haarfeine Wurzelspitzen (mehrere Milliarden), die das Erdreich nach Nährstoffen absuchen, immer in Bewegung und versorgen die Buche nicht nur mit Nahrung sondern auch sämtlichen anderen Informationen zum Überleben. Mittels der unendlich vielen Wurzelspitzen werden Wasseradern ertastet, Erschütterungen wahrgenommen, Nachbarn „erspürt“, auch junge Sprösslinge, die sodann mit Zuckerlösungen genährt werden. Gleichzeitig agieren diese Wurzelspitzen wie Sensoren, die Gravitation, Hitze oder die chemische Zusammensetzung des Bodens ergründen und analysieren u.v.m. Die gesammelten Informationen werden in den gesamten Pflanzenkörper entsandt, so dass jeder Teil der Pflanze den gleichen Informationsstand hat. Ein repetitiv-modularer Organismus, der fehlerfrei funktioniert, wenn der Mensch sich nicht einmischt. „Das wahre Leben der Pflanze findet unter der Erde statt“,meint Frantisek Baluška (Biologe am Botanischen Institut Bonn). „In Wahrheitist das, was wir Boden nennen, ein Gewebe aus sich bewegenden Pflanzenkörpern.“Pflanzen sind also keineswegs passiv, reg- und leblos. Mit Blick auf die raffinierten Überlebensstrategien von Pflanzen kommt man nicht umhin einzugestehen, dass Pflanzen nicht nur über erstaunliche Wahrnehmungsfähigkeiten verfügen, sondern ganz einfach auch meta-intelligent sind, wenngleich der Begriff Intelligenz nicht wirklich zutrifft. Pflanzenverfügen nicht über ein zentrales Nervensystem und besitzen auch keine organische Anordnung wie wir Menschen. Sie haben kein Gehirn, eher Milliarden Gehirne. Darwin hatte schon gezeigt, dass Pflanzen selbstverständlich ein Interesse daran haben, zu überleben (ebenso ihre Nachkommen) und ihr Dasein mit ihren Mitteln bewahren wollen, dabei lernen sie permanent dazu und entwickeln entsprechende Verhaltensformen und Strategien. Sie haben selbstverständlich ihre Daseinsberechtigung – wohl eher als wir - und verfügen über die fantastische Fähigkeit, unmittelbar auf das, was ihnen passiert oder zustößt, zu reagieren. Wobei Zeit undGeschwindigkeit bei Pflanzen keine Rolle spielen. Nur fünf Sinne? – Nein! Bisherige Erkenntnisse hinsichtlich der Sinnesleistungen wurden bereits wissenschaftlich bestätigt, wenngleich die Forschung erst am Anfang steht. Mehr noch: in der Botanik besteht nicht nur Einverständnis darüber, dass die Pflanzen über Empfindungsfähigkeiten wie wir Menschenverfügen, Sinneswahrnehmungen wie Sehen, Hören, Riechen, Fühlen und Schmecken. Aber es kommt noch besser: nicht wenige Wissenschaftler sind inzwischen auch davon überzeugt, dass Pflanzen über wesentlich mehr Möglichkeiten zur Wahrnehmung von Sinnen, Reizen und Empfindungen in ihrem Repertoire verfügen. Die Frage ist nur, wieviel genau. Feststeht, da auchwissenschaftlich überprüft, dass Pflanzen Feuchtigkeit, Temperaturen, Magnetfelder, Gravitation, Erschütterungen, chemische Zusammensetzungen usw. wahrnehmen und die damit verbundenen Informationen verarbeiten können. Und zwar unmittelbar (Stefano Mancuso, Botanisches Institut Florenz). „Heute wissen wir: Pflanzen sprechen miteinander, erkennen ihre Verwandten und zeigen ganz unterschiedliche, individuelle Charaktere“ (w.o. Stefano Mancuso). Wir sollten den Pflanzen zuhören, deren Fähigkeiten und Raffinessen erkennen und vor allem anerkennen. Dazu ist nötig, den Standpunkt der Pflanzen einzunehmen – nicht unseren! Ja, sie sehen, es lohnt sich, Lebewesen zu akzeptieren, die Licht „essen“,denn Licht ist das eigentliche Lebensmittel der Pflanzen. Sie brauchen das Licht zum Keimen, zum Gedeihen und Wachsen. Aber wie sehen Pflanzen? Eigentlich sieht man mit den Augen, könnte man meinen. Aber Pflanzen verfügen über keine Sehzellen –und nun? Hier sollte die Perspektive des Menschen verlassen werden, um zu schauen, was Sehen eigentlich ist. Wenn wir das Sehen als die Fähigkeit beschreiben, auf Lichtunterschiede zureagieren, dann können Pflanzen natürlich sehen. „Wir können uns vorstellen, dass im Grunde der ganze Körper der Pflanze mit Augen bedeckt ist“ (Stefano Mancuso). Bedeutet: Die Pflanze ist ein einziges Auge. Pflanzen verfügen über bisher nachgewiesene elf verschiedene Lichtrezeptoren, die aufgrund der dezentralisierten Struktur der Pflanzen im ganzen Pflanzenkörper verteilt sind. Das Blatt „sieht“ demnach genauso viel wieder Stengel, faszinierend. Die unterschiedlichen Lichtrezeptoren nehmen die unterschiedlichen Lichtintensitäten und Farbtöne auf, absorbieren die Lichtquanten und verknüpfen die darin enthaltenen Informationen mit Funktionen wie Keimen (Absorption von rotem Licht) oder Wachstum (Absorption von blauemLicht). Einige Wissenschaftler haben auch schon herausgefunden, dass es neben diesem „passiven“ Sehen auch ein „aktives Sehen“ gibt. Daniel Chamovitz (Hebrew University Jerusalem): „Pflanzen sehen Sie, wenn Sie sich ihnen nähern und wenn Sie sich über sie beugen.“ Natürlich sollte etwas differenziert werden. Es ist eher so, dass Pflanzen Lichtsignale in ihre Sprache, in ihr System übersetzen. So recken sich Pflanzen dem Licht entgegnen, Licht wird hier in einen Wachstumsimpuls übersetzt. Ein Phänomen, welches man selbst bei Kletterpflanzen beobachten kann. Aber auch, wie Kletterpflanzen ihre Ranken „ertasten“. Sie wissen offenbar ganz genau, in welche Richtung sie wachsen sollen. Pflanzen agieren nicht zufällig und unbeabsichtigt, jede einzelne Handlung bei ihnen ist komplett durchdacht und wohl überlegt. Alles ist Absicht, nichts wird demZufall überlassen. Riechen und schmecken ohne Nase? – Ja, geht. Es steht außer Frage, wie eigensinnig und zielgerichtet gerade Kletterpflanzen ihren Standort suchen. Wie zum Beispiel eine parasitische amerikanische Weinrebe gezielt andere Pflanzen ansteuert, um sich an ihnen festzusetzen, ihren Saugstachel im Gewebe einer anderen Pflanze wie der Tomate platziert und den Weizen verschmäht. Den Weizen kann sie nicht „riechen“. Inzwischen weiß man, dass diese schmarotzerische Kletterpflanze die Unterschiede zwischen verschiedenen Arten riechen kann. Aber Riechen? Ohne Nase? Aber kann man hier wirklich von „riechen“ sprechen? Braucht es dafür nicht eine Nase? „Wenn eine Pflanze ein chemisches Signal in der Luftin ein bestimmtes Verhalten umsetzt, dann heißt so etwas "Geruchssinn“ (Chamovitz). Bei Pflanzen sind es Gasteilchen, Düfte, die von ihnen als Geruch wahrgenommen und entsprechend verarbeitet werden. Pflanzen empfangen Düfte und entsenden auch Düfte, das ist ihre Form der Kommunikation. „Forscher kennen bei 900 Pflanzenfamilien rund 2.000Duftstoff¬vokabeln“, (Florianne Koechlin, Münchenstein). Eine Art „Zellgeflüster“. Pflanzen produzieren Düfte resp. Gase zur Verteidigung gegensogenannte Fraßfeinde, gleichzeitig dienen diese Gase zur Warnung der Artgenossen. Die Duftstoffe der Pflanzen wirken als Warn-, Signal- und Wirkstoffe in einem. Raffiniert. Tabakpflanzen schlagen mittels Nikotin Alarm, sie produzieren dieses Nikotin, wenn Gefahr in Verzug ist und setzen diesen Stoff gegen Tiere ein, da hochtoxisch. Pflanzen stellen auch ihre Medikamente selbst her, wenn sie von Viren oder Bakterien angegriffen werden. Das Gas Methylsalicylat wird dann freigesetzt (Hauptbestandteil des Entzündungshemmers und Schmerzmittels Aspirin) und tötet die unerwünschten Gäste – zugleich werden Pflanzen in der Nachbarschaft gewarnt. Ethylen ist ein ebenfalls recht bekanntes Pflanzengas, welches die Fruchtreife bei Pflanzen steuert. Ein betäubendes Mittel, welches ganz bewusst produziert wird, um die Reife und damit den Verzehr voranzutreiben. Ihre Art der Vermehrung. Natürlich gibt es mehr Beispiele, die verdeutlichen, wie raffiniert Pflanzen Düfte und Gase einsetzen, sowohl aktiv als auch passiv. Tasten und fühlen Natürlich empfinden Pflanzen. Wenn sie sehen und riechen können, warum nicht auch fühlen. Wie schon erwähnt, wissen vor allem Kletter-und Rankpflanzen, wo und wohin sie wachsen wollen. Allerdings ertasten sie auch ihr Umfeld, vor allem Selbstklimmer. Vor einigen Jahren haben Wissenschaftler herausgefunden, dass Pflanzen sogenannte „Touch-Gene“, also Berührungsgene besitzen. Durch Berührungen können bei bestimmten Pflanzen, zum Beispiel der Bohne, diese Gene aktiviert werden, die zu einem rascheren Wachstum führen können. Die famose Mimose (Mimosa pudica) schließt ihre Blütenblätter blitzschnell, sobald sie Erschütterungen erleidet. Aber dies passiert bei Wiederholungen nicht mehr, sofern die Erschütterungen keine Gefahr bergen. Spannend, sie fühlt nicht nur, sie kann sich auch erinnern. Maispflanzen wachsen zum Beispiel langsamer, wenn man ihre Blätter berührt oder wenn sie merken, dass es „oben“ zu eng wird. Konkret bedeutetdies: Pflanzen haben nicht nur Empfindungen, sie nehmen durchaus wahr, was in ihrer Umwelt so passiert und übersetzen diese Reize in Informationen, die für ihr Überleben wichtig sind. Gleichzeitig zeigen Pflanzen, dass Erinnern und Lernen wie wir es kennen, ohne Gehirn und ohne Nerven tatsächlich möglich ist.Und zwar für die komplette Pflanze, also jeden Teil der Pflanze. Wir haben allen Grund zur Demut. Es lohnt sich also allemal, das Wurzel- und Pilzgeflecht im Boden gründlicher anzuschauen und zu verstehen. Von den Zentren – den Wurzelzonen der Pflanzen – gehen weiträumige Verbindungen aus, es wird ein Netzwerk wie das „world wide web“ hergestellt, dass die Kommunikation untereinander, mit den Pilzkulturen und anderen Pflanzen ermöglicht. Und es gibt die Beziehungen innerhalb dieses Netzes, welches buchstäblich jeden Hohlraum des Bodens füllt. In diesem botanischen Netzwerk ernähren beispielsweise ältere Bäume junge Schösslinge oder versorgen sich gegenseitigund auch Nicht-Familienangehörige. Abschließend lässt sich konstatieren, dass das Wurzelgeflecht, das botanische Netzwerk, eine Art „Großhirn“, ein „Rechenzentrum“ ist, welches in anderen Dimensionen denkt und lenkt. Eine Fähigkeit, von der wir Menschen mit Sicherheit noch lernen könnten und auch sollten. Annehmen und lernen – jetzt!!! Selbstverständlich können wir weiterhin über Überhitzungen in Städten und Dörfern, unnötigen dämlichen Versiegelungen, über die fortlaufenden Zerstörungen und Verlusten von lebensnotwenigen Vegetationsflächen, über Naturgefahren wie Dürren, Erosionen, Hochwasser, Steinschläge, Windbrüche,Waldbrände u.v.m. – allesamt übrigens von uns selbst verursacht – jammern und lamentieren oder wir beginnen einfach mit der Natur zu leben. Wie wär’s denn damit? Mal eine ganz neue Idee oder? Dazu ist es fernab jeglichen Hochmuts wichtig, dass wir die „Übersinnlichkeit und Meta-Intelligenz der Pflanzen“ einfach mal annehmen und akzeptieren. Besser wäre noch, wir könnten zumindest versuchen, sie zuverstehen - dabei helfe ich gerne. Und warum? Gaz einfach, noch immer sind es die Pflanzen, die zu allen ökologischen und lebensnotwendigen Fragen die passenden und richtigen Antworten haben. Sei es in Form von Dach- und Fassadenbegrünungen, „essbaren urbanen Räumen“, botanischen Kühlinseln, grünen Apotheken oder eben als Prävention gegen obig genannte Naturgefahren, die Pflanzen bieten uns ihre Hilfe an und wir sollten unsere „botanischen Sanitäter“ ernst nehmen. Denn: „Achtet auf die Pflanzen, denn sie wissen, was sie tun!!!“ Die Pflanzen zeigen uns den Weg, wir sollten ihnen folgen. Und dabei unterstütze ich gerne jeden und jede, der atmen und leben will.Natürlich auch die anderen! Unten seht ihr eine botanische Mixtur von Pflanzen, diezeigen, welche Strategien sie gegen Erosionen haben, wie sie sich mit Dürrenauseinandersetzen, aber auch, dass sie verzehrt werden können – denn: gesund sind sie auch noch. Einblicke von der Schweibenalp in der Schweiz. Eines noch: bevor „ökonomisch geprägte Menschen“ wieder denken, meine botanischen Ideen würden „Arbeitsplätze“ vernichten – im Gegenteil, ich hätte Tausende Vorschläge, wie ich verängstigte Menschen auch in ökologischen lebensbejahenden Räumen „versorgen“ könnte. Ökologie und Ökonomie schließensich nämlich keineswegs aus, einfach fragen.

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