Folge mir auf Facebook

Folge mir auf Twitter

Bergbau unter Wasser

Text: Gudrun Kaspareit

31. 07. 2014

Manganknolle
Manganknolle Wikipedia By User Koelle on de.wikipedia (Koelle, selbst fotografiert, own photo) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons

Unter dem Meer lagern jede Menge begehrte Ressourcen, so wundert es nicht, dass sich eine Industrialisierung des Meeresbodens anbahnt. Manganknollen, Kobaltkrusten und Massivsulfide sind die Objekte der Begierde. Sie enthalten sogenannte seltene-Erden-Metalle, die für Handys, Bildschirme, E-Autos und vieles mehr benötigt werden. Bereits in wenigen Jahren sollen Maschinen, überdimensionalen Kartoffelrodern ähnlich, den Meeresboden durchpflügen, um diese Bodenschätze zu bergen.

Der Aufschwung in den sogenannten Schwellenländern und der Wunsch nach wirtschaftlicher Unabhängigkeit in den Industriestaaten rückt den Meeresboden immer weiter in den Fokus der Begierde. Gerne möchte man sich von der Vormachtstellung Chinas, wenn es um seltene-Erden-Metalle geht, frei machen.

Zwischen Mexiko und Hawaii lagern in 4000 Metern Tiefe Manganknollen Geologen schätzen, dass die Knollen der Clarion-Clipperton-Zone, die eine Fläche so groß wie ganz Europa überspannt, 21 Milliarden Tonnen wiegen und mehr Mangan enthalten als alle Lagerstätten an Land zusammen. Schon heute sind 17 Nationen mit Forschungsschiffen in der Region zugegen, um die unterseeischen Rohstoffvorkommen genauer zu untersuchen.

Wissenschaftler und Umweltschützer warnen allerdings vor ökologischen Schäden. Lebensgemeinschaften von Pflanzen und Tieren könnten zerstört werden. Zunächst solle der Schutz des Meeresbodens sicher gestellt werden. Leben in der Tiefsee ist sehr komplex und wir wissen noch nicht viel darüber. < Es besteht die Gefahr, dass wir etwas zerstören, was wir noch nicht richtig begriffen haben", sagt Bill Eichbaum von der Umweltorganisation WWF >

< Bergbau auf dem Meeresboden stellt eine beachtliche Gefahr für marine Ökosysteme dar, wo immer er betrieben wird > meint auch Greenpeace.

In der Vergangenheit hat stets die Gier über die Vernunft gesiegt, mit oft katastrophalen Folgen.

Bleibt zu wünschen, dass die Menschheit dazu gelernt hat.

Kommentare: 2
  • #2

    Eva Schmelzer (Montag, 01 September 2014 12:57)

    Das ist so unheimlich... Gerade, weil – wie Greenpeace sagt – „die Gefahr besteht, dass wir etwas zerstören, was wir noch nicht richtig begriffen haben“. Ernüchtert hat mich vor allem, wenn Du schreibst, dass die „Seltenen Erden“ auch für E-Autos verwendet werden, in die ich so große Hoffnung für die Zukunft gesetzt hatte. So gern ich Optimismus zeigen würde – ich fürchte, dass zumindest zunächst einmal wieder die Gier über die Vernunft siegen wird, weil es vor allem die Schwellenländer sind, die die Ausbeutung vorantreiben werden. Und vor allem diese Länder folgen in erster Linie dem wirtschaftlichen Aufschwung. Noch erschreckender ist das ganze Szenario im Zusammenhang mit dem anderen Meeres-Beitrag. Man möchte verzweifeln an der Ignoranz.

  • #1

    Eva Schmelzer (Freitag, 08 August 2014 17:35)

    Hierzu gilt dasselbe, was ich schon bei dem empörenden Thema "Umweltproblem Sand" gesagt habe. Ja, Gudrun, die Menschheit hat dazu gelernt, da bin ich sicher, aber leider offensichtlich nur der Teil, der die Macht nicht hat, sich grundlegend durchzusetzen. Bei diesen Umwelt-Verbrechen ist es für die breite Masse auch besonders schwer, sich zu wehren, weil man, außer zu protestieren und zu warnen, kaum eingreifen kann - es gibt nichts zu boykottieren, was sonst ein wirksames Mittel sein kann.