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Die Versauerung der Meere

Text und Foto: Gudrun Kaspareit

Quelle: Wikipedia

22-12.2015

(c) Gudrun Kaspareit
(c) Gudrun Kaspareit

 

Die Meere nehmen CO2 aus der Atmosphäre auf. Was in der Luft physikalisch wirkt und zum sog. Treibhauseffekt führt, findet im Wasser als chemische Reaktion statt. Es bildet sich Kohlensäure. Der ph- Wert in den Meeren nimmt ab. Unter der Folge der Versauerung leiden vor allem Lebewesen, die ein Kalkskelett bilden. Zum Beispiel Korallen, welche die Basis für eine große Artenvielfalt in den Meeren sind. Auch Muschelarten wie die Miesmuscheln leiden. Die Kalkalge, Hauptbestandteil des Planktons und damit die Basis vielfältigen Lebens in den Ozeanen, kann im saueren Milieu schwer leben. Die Larven des Krill, sterben ab, denn sie können keinen Chitinpanzer bilden, auch sie Basis und Grundnahrungsmittel für viele Meereslebewesen. Des Weiteren wird das Leben von Seeigeln, einigen Seesternarten, Austern, den Larven von Clouwnfischen erschwert bis unmöglich gemacht.

Das Meerwasser ist mit einem pH-Wert von 8 leicht basisch. 70% der Erdoberfläche ist von Wasser bedeckt. Etwa 38000 Gigatonnen Kohlenstoff sind in den Meeren gespeichert. Das Kohlenstoffdioxid gelangt aufgrund der Differenz im CO2-Partialdruck  in den Ozean. Ein Gas strömt immer vom Bereich des höheren Partialdruckes (Atmosphäre) in den Bereich des niedrigeren Drucks (Ozean). Kohlenstoffdioxid wird so lange im Meer gelöst, bis der Partialdruck in der Atmosphäre und im Meer gleich ist. Umgekehrt entweicht es auch wieder, wenn der Druck in der Atmosphäre geringer als im Meer ist. Die Temperatur eines Meeres beeinflusst ebenfalls die Aufnahme von Kohlenstoffdioxid, da Wasser bei steigender Temperatur weniger Kohlenstoffdioxid aufnehmen kann. Im Jahr 2006 gelangten weltweit 36,3 Gt von Menschen zusätzlich produziertes CO2 oder ca. 9,9 Gt Kohlenstoff in die Atmosphäre. Die Absorbtion von CO2 in den Meeren hat in den letzten 200 Jahren um 30% zugenommen.

Durch chemische Prozesse des CO2 im Wasser findet eine Versauerung statt, die große Mengen Kalkstein am Meeresgrund löst. Auch bei Meereslebewesen kann das CO2 ungehindert durch die Zellmembranen wandern. Eine dauerhafte Verschiebung der Säure-Base-Parameter innerhalb eines Organismus kann das Wachstum oder die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen und so im schlimmsten Fall das Überleben einer Art gefährden. Die Ozeane sind so sauer, wie sie es in den letzten 10 Millionen Jahren nicht waren. ( Dies wurde durch Messungen in den Sedimentschichten ermittelt)

Für Korallen sind die saurer werdenden Ozeane fatal, denn sie sind auf die Bildung von Kalkschalen angewiesen. Ebenso ergeht es dem Zooplankton. Während die Kalkalge massive Probleme mit der Versauerung bekommt, wird die giftige Blaualge durch ein Überangebot von Nahrung durch CO2 profitieren. Schon 2050 könnten alle Korallen der Versauerung zum Opfer gefallen sein. So würden ganze Nahrungsketten vernichtet ,und ein Massensterben in den Meeren in Gang gesetzt werden.

Auch das Wärmer werden der Meere bereitet große Probleme. Meeresplankton produziert 50% des Sauerstoffes der Erde. Schon jetzt hat sich die Produktion aufgrund der globalen Erwärmung um 6% Prozent verringert. Korallen leiden ebenfalls massiv unter dem Temperaturanstieg. Sie sind generell sehr sensibel bei Temperaturschwankungen. Schon ein Drittel des weltweiten Bestandes ist geschädigt oder abgestorben. Dabei sind die Korallen eine wichtige Kinderstube zahlloser Fische, welche die Basis der Nahrungskette sind und den Reichtum der Meere begründen.

Ein weiteres Problem ist, dass die Fähigkeit der Ozeane, CO2 zu speichern, mit zunehmeder Versauerung, abnimmt. Sie werden also als CO2 Speicher immer schlechter, was wiederum den Treibhauseffekt erhöht und somit auch die Erwärmung der Meere beschleunigt. So wird ein fataler Teufelskreislauf in Gang gesetzt.

Kommentare: 1
  • #1

    Eva Schmelzer (Samstag, 02 Januar 2016 16:11)

    An diesem fatalen Teufelskreislauf, der durch die Versauerung entsteht, nämlich die Fähigkeit der Meere, CO2 zu speichern, sieht man einmal mehr, wie alles, aber auch alles auf der Erde zusammenhängt, wie empfindsam das Gleichgewicht ist und eigentlich doch alles eine einzige große Symbiose ist. Dass aber nachgewiesen werden konnte, dass die Ozeane aktuell so sauer sind, wie sie es in den letzten 10 Millionen Jahren nicht waren, ist nicht zu fassen. Und auch nicht, dass kein Aufschrei um die Welt geht, dass ich, um das zu erfahren, eine Gudrun kennen muss. Es handelt sich ja nun nicht um irgendein Gewässer (was schlimm genug wäre), aber wenn 70% unserer Erdoberfläche Wasser sind, müsste es doch eigentlich Schlagzeilen und Nachrichten füllen, Wissenschaftler mit Hochdruck daran arbeiten, dass die Versauerung zumindest gestoppt wird.
    Der Mensch darf auch nicht den Fehler machen, ein Artensterben nur dann verhindern zu wollen, wenn es Auswirkungen auf SEIN Leben haben könnte. Jedes Leben ist schützens- und erhaltenswert. Auch kennen wir ja Spätfolgen der Vernachlässigung einer Art gar nicht, erkennen die Zusammenhänge erst dann, wenn es zu spät ist. Wir sind vorübergehende Gäste hier und haben eine verdammte Verpflichtung!