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Nachhaltigkeit

Unter dieser Rubrik möchte ich künftig Produkte vorstellen, die sich durch besondere Nachhaltigkeit auszeichnen.

Ressourcen schonen, die Natur entlasten, Chancengleichheit fördern, das alles kann die Menstruationstasse Ruby Cup

Ihr wollt endlich ernst machen mit dem nachhaltigen Lebensstiel? Kein Plastik mehr, keine Naturzerstörung? Dann gibt es hier neue Produkte, welche Ihr auf Eure Liste setzen könnt.

Tropical Freaks

Die Kaffee-TrinkerInnen entscheiden darüber, ob die 100.000 km² Kaffee-Anbaufläche ein naturnaher Lebensraum für Kolibris und viele andere Tiere ist -- oder Monokultur, die ohne Rücksicht auf die Umwelt billigen Kaffee produziert.

Kanwan

Der Kormoran

Text und Scherenschnitte: Erika Bulow Osborne

Foto: Gudrun Kaspareit

04.10.2021

Kormorane
(c) Gudrun Kaspareit Kormorane

Phalacrocorax carbo, Cormorant, Kormoran.
In England begegneten mir meist der Kormoran und der Phalacrocorax aristotelis,Shag gemeinsam an Seen oder an der Küste. Mein Bericht spricht aber nur vom Kormoran.
Sein Schnabel endet hakenförmig, sodass Beute sicher nach oben befördert werden kann. Von Weitem wirkt der Vogel dunkel, aber seine Federn glänzen metallisch, grün oder bläulich, die Deckfedern sind bronzefarben und alles ist glänzend mit Schwarz umrandet. So erscheint er im Festkleid, dem Federkleid beim Brüten. Seine äusseren Federn an den Oberflügeln wirken wie Schuppen, Nacken und Scheitel haben weisse Federn, der Hinterkof mit einem Schopf von vier
cm abstehenden Federn. Am Schnabelgrund ist eine gelbe nackte Haut zu sehen, mit weisser Umrandung und, der äußere Schnabelansatz hat einen weissen Fleck.
Männchen und Weibchen sehen gleich aus. Das normale, schlichte Federnkleid, ohne weisse Federn an Scheitel, an Hals und ohne den Schenkelfleck gilt für beide Geschlechter. Die weisse Partie am Schnabelgrund ist dann ein schmutziges Weiss und den Schopf kann man kaum erkennen.
Kormorane brauchen Wasser, deshalb haben sie Nester direkt an der Küste, oder auf Bäumen, gelegentlich an Seen. Immer in einer Kolonie, welche auch Schutz bietet. Junge werden brutreif mit drei bis vier Jahren, die Eltern führen eine Saison-Ehe und bauen das Nest zusammen. Ein altes Nest wird normalerweise jedes Jahr weiter benutzt. Die Eier, von April bis Juni gelegt, brüten beide Eltern in 23 bis 30 Tagen aus. Nestlinge bekommen hervorgewürgte Nahrung. Nach 50 bis 60 Tagen sind sie flugreif. Ihre Lebenszeit kann 20 Jahre dauern.
Den Winter über leben sie im östlichen Mittelmeer, einige bleiben ortstreu in Groß Britannien oder im östlichen Mittelmeer. Größere Kolonien sind an der Ostseekueste in Mecklenburg und in Vorpommern.
Die strengen Schutzbestimmungen brachten, nach Jahren ständig abnehmender Zahlen, einen rasanten Anstieg. Nur Waschbären, Marderhund, Mink, Rotfuchs, Habicht, Seeadler, Silbermöwe,
Nebelkrähe und Steinadler können Kormoran Zahlen verringern. Den Menschen dagegen wurden durch die neuen Bedingungen enge Grenzen gesetzt.Weder Fischern noch Jägern ist freier Zugang
erlaubt. Die Zeiten der großen königlichen Gelage, wo man Kormorane schoss und zubereitete, sind vorüber. Nur eine besondere Lizens erlaubt das vereinzelte Töten.
In Japan und China dagegen werden Junge ausgebrütet und hoch gepäppelt. Sie tragen am Bein eine Leine und einen Schnabelring, der ihnen nicht erlaubt, gefangene Fische selber zu fressen. Sie
sitzen oben am Rand eines Fischerbootes, tauchen nach Fischen, müßen jeden Fang abliefern und erhalten daraufhin, ohne den Schnabelring, kleine Stückchen Fisch zum Fressen. Es geht zurück
auf die Römer, welche solchen Fischfang in England einführten und später kamen Frankreich und vermutlich Deutschland hinzu.
Die Bezeichnung im Lateinischen bedeutete: corvus marinus , also eigentlich Meer-Rabe oder Wasser- Rabe. Die Größe eines Kormorans entspricht einer Gans mit 77 bis 94 cm, die Spannweite betraegt 121 bis 19cm. Der Schnabel mit dem hakenfoermigen Ende ist sehr geeignet, Beute heil nach oben zu transportieren. Nach dem Tauchen brauchen Kormorane eine längere Zeit, um das Wasser auszuschütteln und das Gefieder trocknen zu können.

Ganz selten tritt mal ein Albinismus auf.

Scherenschnitt Kormorane
Scherenschnitt Erika Bulow Osborne
Kommentare: 1
  • #1

    Eva Schmelzer (Freitag, 15 Oktober 2021 16:48)

    Was für ein interessanter Beitrag! Besonders erstaunlich fand ich die in die Römerzeit zurückreichende Geschichte, den Vogel als „Fischfänger“ zu benutzen, wenngleich ich es nicht begrüße, dass diese Methode heute noch in Japan und China angewendet wird. Mir ist der Anblick dieses schönen Vogels sehr vertraut, denn in jedem der zahlreichen innerstädtischen kleineren und größeren Parks, die ausnahmslos Teiche oder Wasserläufe haben, und entlang des Rheins, kann man in Düsseldorf das ganze Jahr über Kormorane beobachten. Der Bestand hat sich in den letzten Jahren sogar erheblich vermehrt. Vor zwei, drei Jahrzehnten war der Kormoran fast schon ausgestorben, doch plötzlich explodierte die Population in unserer Region regelrecht.
    Danke auch für die wunderschönen Scherenschnitte, die Aussehen, aber auch Körperhaltung wunderbar wiedergeben.