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Shell hat aus dem Nigerdelta die Hölle auf Erden gemacht

Schwarzes Rohöl verpestet die Strände, die Mangrovensümpfe, die Flussläufe, tötet das Leben und nimmt den Menschen ihre Lebensgrundlage. Weder Fischerei noch Landwirtschaft sind möglich.

Kahle Bäume strecken ihre toten Äste in den Himmel. Aus unzähligen Lecks tritt zähes Öl aus und bedeckt das Wasser mit einer dicken Schicht. Ab und zu platzt eine ölige Blase auf der Oberfläche. Das Öl schwappt an die Strände und bedeckt das Land mit einer teerartigen, schmierigen Schicht.

Aus unzähligen, illegalen Raffinerien blakt schwerer, schwarzer Rauch in den Himmel. Die Jungen, die hier Diesel gewinnen, atmen die giftigen Schwaden ein. Die allgemeine Lebenserwartung ist auf 45 Jahre gesunken.

Seit 50 Jahren läuft hier nahezu ungehindert Öl aus. Zwei Milliarden Liter! Das ist jedes Jahr einmal die Katastrophe der EXXON Valdez. Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko ist hier trauriger Alltag. Aber Shell fühlt sich nicht verantwortlich und behauptet die Einheimischen würden den Konzern sabotieren, indem sie die Pipelines anbohren, um Öl zu stehlen.

 

Seit 1956 wird in Nigeria Öl gefördert. Zuerst von Shell. Chevron, EXXON, Mobil, Total und Eni folgten. Seitdem gab es 6800 Ölunfälle bei denen insgesamt 500 Millionen Liter Öl ausgelaufen sind. 1998 kam es zu einem der schlimmsten Ölkatastrophen, als aus einer gebrochenen Pipeline von Mobile sechs Millionen Liter Öl in den Atlantik flossen. Der Ölteppich breitete sich 200 Kilometer weit aus.

 

Aufräum oder Säuberungsaktionen finden nicht statt. Jeder schiebt dem anderen die Schuld zu. Und während die Ölkonzerne Geld verdienen, stirbt die Region den schwarzen Öltod.

(Gudrun Kaspareit)

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