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Malaysia und der Müll

Text: Gudrun Kaspareit

Foto: C.P. Reichelt

27.12.2018

Müll
(c) Reichelt

Malaysia ist ein wunderschönes Land mit (noch) einsamen Traumstränden. Langsam öffnet es sich dem Tourismus, um der Welt seine atemberaubende Natur zu präsentieren. Das Land ist bekannt für seine Strände, Regenwälder und die vielfältigen malaiischen, chinesischen, indischen und europäischen Einflüsse. Mit der Insel Borneo, wo es noch wilde Orang Utans gibt, hat es aus diesem Grunde eine große Verantwortung. Leider wird auch dort immer mehr Regenwald für Palmölplantagen gerodet.

Ein weiteres, schlimmes Problem ist der Müll. Auch hier spült das Meer immer wieder Unmassen von Müll an die Strände. Aber ehe jetzt alle schimpfen auf die Malayen und ihr fehlendes Umweltbewusstsein, lasst Euch gesagt sein, der Müll kommt aus Deutschland, England, anderen europäischen Staaten, USA und Japan. Nur ca. 40 % unseres Plastikmülls wird tatsächlich recyceled, der Rest wird verbrannt oder exportiert – u.a. auch nach Malaysia. In Deutschland hat sich der Verbrauch von Plastik seit 1994 verdoppelt. Daran konnten weder der Grüne Punkt noch der Verzicht des Handels auf Plastiktüten viel ändern. Leider wird in Malaysia aber auch Thailand der Müll illegal abgelagert, offen verbrannt oder gelangt ins Meer. Aus Europa wurden in der ersten Jahreshälfte 2018 laut Eurostat-Zahlen 272.000 Tonnen nach Malaysia geliefert, 260 % mehr als im Jahr zuvor. Als viertgrößter Importeur von Plastikmüll hat Deutschland einen wesentlichen Anteil an den Umweltschäden durch Plastikmüll in Malaysia. Malaysia und andere Länder in Asien und Südostasien dürften nicht als Deponie für Kunststoffabfälle aus den reichen Industrieländern genutzt werden. Ich persönlich bin betroffen, beschämt und wütend, dass unser Müll(miss)management zu der Zerstörung von Naturparadiesen in fernen Ländern führt. Wir haben gefälligst selber für unseren Müll zu sorgen und am Besten tun wir das durch Müllvermeidung. Wir sollten auch nicht darauf warten, dass der Staat Gesetze erlässt, sondern selber auf Plastik, vor allem Einmal-Plastik und Verpackungsmüll verzichten.

Kommentare: 2
  • #2

    Erika (Mittwoch, 23 Januar 2019 12:23)

    Zwar kann ich nur aus Ipswich in England ein Beispiel bringen, wie sehr sich der gewaehlte Mr. Sandy Martin MP(Member of Parliament) dieser Stadt mit einer oefter wiederkehrenden Initiative bemueht,
    selbst aktiv die Boeschung des gezeitlichen Orwell Flusses in besten Zustand zu bringen. Es werden nicht nur Straende an der englischen Seite der Nordsee staendig ueberwacht und bereinigt von allem
    Muell, sondern die Zubringer Fluesse sind ebenso wichtig.
    Zwanzig freiwillige Helfer und drei Mitglieder des Borough Councils halfen ebenso. Der Mutt ist mit Vorsicht zu behandeln. Sie alle stellten fest, wie schwierig es war, Warnschilder, Einkaufwagen,TV,
    Staubsauger nebst kleineren Dingen die steile, nasse, klitschige Boeschung nach oben zu bringen. Man kann den Mutt nur bei totaler Ebbe erreichen und mit Hilfe von Sicherheitsseilen.
    Etwas ueberraschte : diese laenger dort im Fluss liegenden Gegenstaende, waren bereits Verstecke von Krebsen und Muscheln geworden, Diese wurden vorsichtig wieder ins Wasser entlassen. Man darf also
    nur mit Vorsicht, laenger dort gewesene, Dinge entfernen, welche den Wassertieren Verstecke und Sicherheit boten.
    Die Arbeit der 20 Freiwilligen dauerte nur, so lange es die Tide zuliess. Alle Helfer blieben unversehrt. Nur ihre Bekleidung brauchte ein gruendliches Trocknen und Reinigen.
    ---

  • #1

    Eva Schmelzer (Dienstag, 15 Januar 2019 15:42)

    Der bisherige Ablasshandel ("Ich trenne meinen Müll, also darf ich sorgenlos einkaufen") muss ein Ende haben. Hersteller wie Konsumenten müssen umdenken. Aber an der Akzeptanz für wiederaufbereitete Materialien hapert es. Die Industrie ist nur in engen Grenzen bereit, bei der Qualität der Ausgangsstoffe Abstriche hinzunehmen. Die deutschen Verbraucher aber werden es künftig definitiv akzeptieren müssen, dass die Preise für Plastikwaren etwas steigen. Das chinesische Importverbot für Müll z.B. wird bereits dazu führen, dass Handel und Industrie mehr an den Grünen Punkt zahlen müssen. Das teure deutsche Entsorgungssystem wird noch teurer werden – und viele Produzenten werden die höheren Kosten durchreichen. Das ist trotzdem besser, als den alten Plastikmüll nach Fernost zu exportieren, wo er oft genug im Meer landet.
    Fazit: Um unseren Abfall müssen wir uns schon selbst kümmern.