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The Ocean Cleanup

Text: Gudrun Kaspareit

02.11.2015

„Oceanic gyres“ von NOAA - here, img. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Oceanic_gyres.png#/media/File:Oceanic_gyres.png
„Oceanic gyres“ von NOAA - here, img. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Oceanic_gyres.png#/media/File:Oceanic_gyres.png

Dies sind die fünf großen Strudel in den Meeren, wo sich auch der ganze Plastikmüll sammelt

Boyan Slat, ein junger Holländer ist angetreten, die Meere vom Plastikmüll zu befreien. Der 1994 geborene Student der Luft- und Raumfahrttechnik hatte sein Schlüsselerlebnis als 16 jähriger Urlauber in Griechenland, wo er beim Tauchen mehr Plastik als Fische entdeckte. Seit dem tüftelt er an einer Möglichkeit, den Plastikmüll wieder aus dem Meer zu sammeln.

Der hochbegabte Junge, der schon immer mehr an Technik als an den Spielen Gleichaltriger interessiert war, erdachte ein Konstrukt aus 50 km langen aufgeblasenen Barriereschläuchen, die am Meeresboden durch Gewichte verankert, und V- förmig angeordnet sind. Diese Anordnung ist in der Lage, 90% des schwimmenden Plastikmülls aus dem Meer zu fischen, bis zu einer Größe von 20mm. Nach und nach soll sich der treibende Müll in dieser Konstruktion verfangen und mittels beweglicher Vorhänge in einen in der Mitte befindlichen Cotainer geleitet werden. Dieser, so gesammelte Müll, kann dann nicht mehr auf den Grund sinken und zu planktonkleinen Stücken zerfallen. Fische können problemlos unter diesen Vorhänge hindurch tauchen. Betrieben wird die Anlage mit Solarstrom. In regelmäßigen Abständen sollen dann Schiffe diese Container leeren.

Geld für seine Idee und ihre Erprobung sammelte Boyan Slat durch Crowdfunding, mit 40000 Unterstützern. Inzwischen arbeiten mehr als 100 Forscher an einer Machbarkeitsstudie. Pro Tonne Plastikmüll, die zum Recycling gebracht würde, könnte man 50,- Euro einnehmen.

Nach und nach möchte Slat alle Weltmeere vom Plastikmüll befreien. Dazu bräuchte man schätzungsweise 24 solcher Anlagen. Jede Einzelne für ca. 246 Millionen Euro. Das klingt teuer, doch der Schaden, den der Plastikmüll im Wasser anrichtet ist immens und ein sauberes Meer sollte uns jeden Preis wert sein. Pro Jahr sterben Millionen Fische, Seevögel und Meeressäuger durch das Plastik. Außerdem setzt der Kunststoff durch UV Strahlung und die Einwirkung von Salzwasser schon nach einem Jahr seine Giftstoffe frei, die dann wiederum durch den Verzehr von Fisch auf unserem Teller landen.

Natürlich gibt es auch Kritiker, die befürchten, so eine riesige Anlage könne Stürme und meterhohe Wellen nicht überstehen und sei auf hoher See schwierig zu warten.

Doch im Kleinen haben Experimente gezeigt, das die Idee gut funktioniert. Nach etlichen Tests und Berechnungen soll der erste Prototyp im Mai 2016 eingesetzt werden, bei Tsushimas, einer Insel zwischen Japan und Südkorea.

Ich drücke Boyan Slat und seinem Ocean Cleanup Projekt, aber vor allem den Meeren und seinen Bewohnern ganz fest die Daumen.


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