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Hebstgedicht

Text und Foto: Jürgen Engelmann

12.11.2018

Herbsbäume mit See
(c)Jürgen Engelmann

Herbst

 

Nun pflückt der Wind die Blätter von den Bäumen.
Goldgelbes Leuchten liegt jetzt dicht gedrängt
zuhauf und leuchtet fort noch in den Träumen,
dort, wo der Mond an einem Spielkreuz hängt.

 

Die ersten schweren Stürme peitschen nieder
und an die Scheiben klopft der Regen seinen Blues.
Die Kraniche trompeten Abschiedslieder.
Der Winter schickt den ersten kalten Gruß.

 

J. Engelmann
Nov. 2018

Kommentare: 5
  • #5

    Barbara Tews (Samstag, 06 Juli 2019 14:02)

    Sehr,sehr schön, das Gedicht..... gerne noch mehr.
    Der Herbst ist eine wundervolle ,bunte Jahreszeit . Noch einmal zeigt die Natur, was sie zu bieten hat, ehe sie so nach und nach zum Winterschlaf ansetzt. Auch für uns Menschen kommt jetzt eine Zeit der Ruhe und Besinnung...
    Ich mag ihn , den teils goldenen, teils griesegrauen Herbst.

  • #4

    Jürgen Engelmann (Sonntag, 18 November 2018 04:41)

    Liebe Erika, vielen Dank für Deine präzise Analyse dessen, was mir zum Herbst eingefallen ist. Ich freue mich, zwischen zwei Kritikerinnen geraten zu sein, ohne zerquetscht zu werden. Und ich weiß nun, an wen ich mich hoffentlich wenden kann, wenn mir die Puste ausgeht. Zwei Dinge möchte ich beim Schreiben nicht vergessen.
    Das gilt für Lyrik und für Prosa. Ich will mit Worten Bilder malen, die sich leicht aufnehmen lassen. Und ich versuche nicht den Fehler zu machen, zu beschreiben, was passiert, sondern wie etwas passiert. Bisher bin ich gut damit gefahren. Ich bin für jede Kritik, sprich Hilfe, dankbar. Herzlichst, Jürgen

  • #3

    Erika (Samstag, 17 November 2018 16:43)

    Lieber Juergen, Dein Gedicht ist kurz, es hat eine gaengige Zweistrophenform mit abab,cdcd in Reimen so, wie man es erwartet. Dann aber setzt Deine interessante Wortwahl ein zur Charakterisierung des Herbstes mit unbestimmbaren Wetterkapriolen, dargestellt in staendiger Bewegung:
    der Wind pflueckt die Blaetter, das Goldgelb leuchtet, das Laub hat sich zu Haufen gedraengt.
    Der Mond ist von sich aus der Unbewegliche, aber auch er wartet auf Veraenderung, er haengt wie eine Marionette am Spielkreuz und wartet darauf, von anderer Kraft bewegt zu werden. Schwere Stuerme peitschen den Regen, der in Blues Notes erklingt, wodurch er gemildert erscheint.
    Eine Warnung bleibt in der letzten Verszeile: dies war nur der erste kalte Gruss des Winters.

  • #2

    Jürgen Engelmann (Donnerstag, 15 November 2018 03:07)

    Auch für diese Deine wunderbare Beschreibung dessen, was der Herbst in Dir auslöst und wie Du damit umgehst, sage ich besten Dank. Wir sind nun einmal unterschiedlicher Natur. Viele nutzen diese Jahreszeit, so wie Du, sich ihr hinzugeben und sie zu genießen, Andere verkriechen sich lieber geschlossenen Auges hinter dem Ofen. Wobei Letztere eine ganze Menge verpassen. Ich wünsche Dir auch weiterhin schöne Erlebnisse in und mit der Natur. Herzliche Grüße aus dem Harz, Jürgen

  • #1

    Eva Schmelzer (Mittwoch, 14 November 2018 14:05)

    Danke, Jürgen Engelmann, für dieses stimmungsvolle Gedicht und das verzaubernde Bild.
    Viele Menschen empfinden den späten Herbst als trostlos, sagen, er stimme sie trübsinnig. Mir ergeht es ganz anders. Ich mag diese Jahreszeit, ich finde, dass diese kurzen, oft grauen Tage, der Nebel und der kalte Wind Geborgenheit schenken. Und der November legitimiert den Rückzug in die eigenen vier Wände, er rechtfertigt eine gewisse Abkehr von der Welt, das Eintauchen in die Stille, bevor der Dezember mit seinem Weihnachtsfest und das folgende Silvester wieder unruhiger wird. Der Spätherbst vermittelt mir das Gefühl, für diese kurze Zeit meine Wesensart in Einklang mit der Welt um mich herum bringen zu können.