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Die Wasseramsel

Text und Foto: Jürgen Engelmann

09.03.2019

Wasseramsel
(c) Jürgen Engelmann Waseramsel

Oft kommt es vor, dass wir die Stimme eines Vogels hören, ihn selbst aber nicht sehen. Dann wiederum sehen wir einen Vogel fliegen, können ihn aber nicht erkennen, weil er zu schnell ist. Letzteres gilt auch für die Wasseramsel. Sitzt sie, lassen sich die Details nicht ausmachen, weil sie permanent knickst. Fliegt sie, sehen wir nur ein schwarzes Etwas. Wie schön eine Wasseramsel ist und wie viele Farbnuancen ihr Gefieder hat, ist auf dem Bild gut zu sehen. Ich hatte einen Ansitz von ihr 3 Meter vom Ufer entfernt ausgemacht, den sie in Abständen anflog, um sich von ihren Tauchgängen auszuruhen. Habe mich bäuchlings ans eisig, matschige Ufer gelegt, etwa eine halbe Stunde durchnässt gezittert und dann kam sie, blieb lange sitzen und hat sich durch meine Nähe nicht stören lassen. 3 Tage Erkältung waren der Preis. Dieses und einige ähnliche Bilder waren der Lohn.

Kommentare: 1
  • #1

    Eva Schmelzer (Donnerstag, 15 August 2019 14:25)

    Zum ersten Satz dieses schönen Artikels ("Oft kommt es vor, dass wir die Stimme eines Vogels hören, ihn selbst aber nicht sehen") fällt mir ganz spontan ein: Gestern morgen erst saß ich in einem abgelegenen Teil eines großen sehr naturbelassenen Parks mit viel altem Baumbestand, dichten Gebüschen, Bächen und Teichen (gespeist von der Düssel) auf einer Bank und genoss die Stille. Keine Menschenseele außer mir war zu sehen. Da fiel mir auf, dass die Stille auch nicht von Vogelgezwitscher unterbrochen wurde. Das war fast ein wenig unheimlich.
    Nun aber zu Jürgen Engelmanns Wasseramsel: Der Preis der Erkältung war den Lohn wert, wie ich beim Lesen der Geschichte und Betrachten des Bildes eindeutig sagen kann. Er hat uns diesen Vogel sehr liebevoll nahe gebracht. Danke dafür. Glücklicherweise gehört sie heute nicht zu den gefährdeten Arten.