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Porträt:  Zwergfledermaus

Text: Sybille Waibel

Foto: Katharina Kruse

12.06.2ß17

Zwergfledermaus
(c) Katharina Kruse Zwergfledermaus

 

Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus)

 

Die Zwergfledermaus gehört zu den Arten mit der weitesten Verbreitung in Europa, sie kommt in ganz Europa mit Ausnahme des äußersten Nordens und Nordostens vor. Ihr Verbreitungsgebiet reicht von Nordafrika sowie im Osten über den Vorderen Orient, Zentralasien bis nach Korea und Japan. Der Däumling gehört zu den häufigste Fledermausart Deutschlands.

 

Fledermäuse gelten als Meister der Orientierung, und sie jagt nachts, denn zu dieser Zeit hat sie weniger Konkurrenz.

 

Kurz nach Sonnenuntergang verlassen sie ihr Quartier, um in der Umgebung von Gebäuden, in Park- und Gartenanlagen oder entlang von Straßen, Waldrändern und Waldwegen im Zickzackflug ihre Beute zu verfolgen. Am liebsten fressen Zwergfledermäuse Fliegen und Mücken, aber auch kleine Falter.

 

So kann eine Zwergfledermaus pro Nacht etwa 3000 Mücken fressen, was etwa einem Drittel ihres eigenen Körpergewichts entspricht.

 

Zwergfledermäuse sind typische Kulturfolger und fühlen sich sogar in Innenstädten wohl. Ihre Quartiere sind durch Kotmarkierungen an Fensterscheiben und Wänden gut zu erkennen. Im Spätsommer/Herbst kann es zu Invasionen in Gebäuden und Wohnungen kommen, wenn z. T. bis zu hundert, oft noch junge, unerfahrene „Zwerge“ zu Erkundungsflügen ausschwärmen.

 

Wohnungen, Kamine und Rohre werden dabei oftmals zur tödlichen Falle für die Tiere, zumal diese durch ihre Soziallaute weitere Artgenossen anlocken können. Bei einem solchen Einflug bitte Ruhe bewahren , alle Fenster öffnen , das Licht ausmachen , Haustiere wie Katzen bitte nicht ins Zimmer lassen, meist verlassen die Jungfledermäuse das Zimmer rasch. Zur Vorsicht alle Vasen und Übertöpfe an nächsten Morgen kontrollieren, denn die glatten Wände sind Fallen für die Tiere. Oft hilft ein simples Fliegengitter vorm Fenster von ungebetenen Gästen.

 

Fledermäuse leisten einen wichtigen Beitrag in der Natur. Sie regulieren den Insektenbestand, da sie sich von Mücken, Schnaken, Nachtfaltern, Schmetterlingen ernähren. Auch den Winter verbringen Zwergfledermäuse in ihren Verstecken in und an Häusern. Sie sind relativ kälteunempfindlich und vertragen über einen kurzen Zeitraum auch Frosttemperaturen.

 

 

 

Kommentare: 2
  • #2

    Erika (Mittwoch, 05 Juli 2017 07:57)

    Es ist wunderbar, das Sybille als Expertin und Retterin vieler Fledermaus- Babies, hier ihr guten Ratschlaege gibt, fuer den Fall, dass uns ein verwundetes oder erschoepftes Fledermaeuschen begegnet. Sybille erlebt jedes kleine Wesen als Einzelfall. Das Fuettern erfordert staendige Bereitschaft und voellige Pflege rund um die Uhr. Ich denke an die Trauer, wenn ein Junges zu sehr verletzt ist und die Freude, wenn die Jungen staerker werden und das Fliegen erlernen muessen. Die groesste Freude aber bleibt das Entlassen der Jungen in die Freiheit.
    Mein Mann schenkte mir ein vor einigen Tagen ein gerade erschienenes, voluminoeses Tagebuch bekannter Naturalisten Schriftsteller,Brett Westwood und Stephen Moss..
    Unter dem 3.Juli wird von Pipistrelli pipistrelli berichtet und, dass die britischen Forscher Jones und Barrett durch Zufall, bei Fledermausbeobachtungen mit den Echolot im Jahr 1999, eine neue Fledermausart entdeckten. Es ging um die Zwergfledermaus, die Common Pipistrelle und eine weitere Fledermaus, nun als Muecken-Fledermaus, oder Soprano Pipistrelle bekannt, welche sich um 10 kHz unterschieden.
    Die Zwergfledermaus konnte bei 45 kHz gehoert werden, die andere nur bei 55 kHz. Als man genauer forschte , erkannte man, dass es wirklich zwei verschiedene Fledermausarten waren.
    Ich habe beide Arten im Christchurch Park erlebt und eine weitere groessere Art, die Rauhhaut Fledermaus oder Nathusius Pipistrelle (nach dem Deutschen Hermann Engelland von Nathusius(1809-1879) benannt), deren 5. Finger laenger ist als bei Zwergfledermaus und Mueckenfledermaus.Diegroessere Rauhhautfledermaus ist hoerbar bei 30-37 kHz.

  • #1

    Eva Schmelzer (Sonntag, 02 Juli 2017 17:06)

    Na, wenn dieser Beitrag nicht passt zu meinem Erlebnis vor ca. zwei Wochen: Wir machten einen Spaziergang durch die Altstadt, an der Lambertuskirche rutschte mir meine Handtasche von der Schulter. Beim Aufheben sah ich ein Stück braunes Fell im Winkel zwischen Straße und Wand liegen: eine Fledermaus! Ich hob sie auf, sie lebte! Zum Glück war ein Brunnen in unmittelbarer Nähe, ich benetzte sie vorsichtig und tatsächlich leckte sie die Tropfen ab. Wir waren ohne Auto unterwegs, der Heimweg recht weit, ich wusste auch nicht, wie schnell Hilfe erforderlich war, wie lange sie schon da gelegen hatte. Dank der vielen Beiträge von Sybille hatte ich mir den Ansprechpartner für Fledermausschutz in Düsseldorf ins Handy gespeichert und rief dort an. Guido Hoehne wollte so schnell wie möglich kommen, da er gerade mit einem anderen Pflegefall beschäftigt war. Da er aber nur 20 Fußminuten vom Fundort entfernt wohnt, haben wir ihm das Tierchen, eine Zwergfledermaus wie sich herausstellte, gebracht. Als wir ankamen, hatte er den anderen Pflegling gerade versorgt. Ich habe mich dann später noch mal telefonisch erkundigt: Die Kleine war zwar stark geschwächt gewesen, aber nicht verletzt, und heute wohnt sie bereits sicher wieder irgendwo oben in der Lambertuskirche.
    Ich wollte das Sybille immer mal noch mitteilen, denn die ganze Zeit während der Rettungsaktion hab ich an sie gedacht, hab’s aber verschwitzt. Vielleicht liest sie es ja hier…