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Heimliche Untermieter

Text: Sybille Waibel

Fotos: Nabu und Sybille Waibel

10.08.2018

Heimliche Untermieter und geplante Umbaumaßnahmen oder Dachausbau.

Fledermäuse benötigen im Jahresverlauf viele verschiedene Quartiere.
Von der „Wochenstube“ zur Jungenaufzucht über wechselnde Schlaf- und Fraßplätze sowie Balzquartiere zur Fortpflanzung bis hin zur frostsicheren Winterzuflucht für einen geruhsamen Winterschlaf.
Einige Fledermausarten haben sich an den Menschen gewöhnt und suchen nach Unterkünften an unseren Häusern.
Da sie nicht in der Lage sind, selbst Behausungen zu bauen, nutzen sie unterschiedlichste Hohlräume, Risse und Spalten an Gebäuden oder auch Dachböden als zeitweilige Wohnung.

Die Bausubstanz des Hauses wird dabei nicht beschädigt.
Oft werden Fledermäuse wegen ihrer stillen und nächtlichen Lebensweise nicht bemerkt und übersehen.
Bei Baumaßnahmen am Haus sind sie dann schnell gefährdet, z.B. durch Veränderungen an der Hausfassade oder am Dachstuhl.

Dabei ist es gar kein Problem, sein Haus zu renovieren und dabei auch an die Fledermäuse zu denken. Schon mit einfachen Maßnahmen kann man ihnen Unterschlupf bieten und damit einen wichtigen Beitrag zum Überleben der wendigen Flugkünstler leisten.

Wenn Sie Umbaumaßnahmen planen, ist es besonders wichtig, auf das Quartier / die Quartiere zu achten. Daher empfiehlt sich bei der Planung von Gebäudesanierungen bereits von Experten das Gebäude auf Fledermäuse untersuchen zu lassen, wenn es auch nur geringe Anzeichen gibt, dass sie dort Schlafplätze oder Wochenstuben haben.
Bei Renovierungsmaßnahmen muss auf die gesetzlich streng geschützten Tiere Rücksicht genommen werden.
Ihre Quartiere dürfen nicht verschlossen oder vernichtet werden.

Wenn Fledermaus-Quartiere von Baumaßnahmen betroffen werden, muss bei der Unteren Naturschutzbehörde der Region eine Ausnahmegenehmigung beantragt werden.
In Zusammenarbeit mit dem Bauherrn wird versucht, die Beeinträchtigung der Tiere so gering wie möglich zu halten, Quartiere und Quartiereinflüge zu erhalten oder Ersatzquartiere zu schaffen. Dafür ist es erforderlich eine/n Fachgutachter/in zurate zu ziehen.

Drei Zwergfledermäuse (Pipistrellus pipistrellus) wurden von mir aufgepäppelt und sind mittlerweile wieder fit für Jagdausflüge. Da die Fledertiere sehr standorttreu sind, sollen sie wieder in ihrer alten Heimat am Malchener Blütenhang in Freiheit gesetzt werden.

Wegen der extremen Trockenheit auch in der Nähe eines Gewässers. Der Hermelinweiher bietet sich an- die Wasserflächen und die nahen Pferdekoppeln sind Anziehungspunkt für Insekten aller Art.

Zwergfledermäuse
(c) Sybille Waibel Zwergfledermäuse
Fledermauskasten
Fledermauskasten
Kommentare: 2
  • #2

    Erika (Freitag, 17 August 2018 20:27)

    ich freue mich sehr ueber den NABU Artikel der Freisetzung.Welch ein beruehrendes Bild,Sybille kniend mit ihren Zoeglingen, denen sie ein sorgloses weiteres Leben wuenscht. Liebevoll bedacht der Ort der Freilassung, in der Naehe des Hermelinweihers und einiger Pferdekoppeln. Man meint den Grad der Erschoepfung zu spueren, welcher mit solch intensiver Aufpaeppelung einhergeht. Hochachtung vor solcher Arbeit,liebe Sybille. Grossen Dank auch fuer die Bauanweisung.

  • #1

    Eva Schmelzer (Mittwoch, 15 August 2018 14:13)

    Sybille ist eben nicht nur unsere ganz besonders liebe Freundin, sondern auch die der Fledertierchen. Ich bin ganz begeistert, dass ihre Bemühungen nun weit über die direkte Rettung von Fledermäusen in Not hinausgehen, sie wertvolle, konstruktive Beiträge leistet, präventiv tätig zu werden, um eben solche Notfälle zu reduzieren und längerfristig sogar hoffentlich zu vermeiden.