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Im Gespräch

Natur
Gudrun Becker

von Gudrun Becker

Der BUND Region Hannover saß heute mit der Region Hannover als untere Naturschutzbehörde am Tisch. Dieser regelmäßige Austausch zwischen Behörde und ehrenamtlichen Naturschützern ist sehr wichtig, denn aus der ehrenamtlichen sehr umfassenden Tätigkeit resultieren viele wichtige Informationen für die Naturschutzarbeit insgesamt. Der BUND wies unter anderem mit Nachdruck auf die starke Gefährdung der Fledermäuse bei Baumfällungen hin. - Weitere Gespräche folgen :-)

(PS: Auf dem Foto seht ihr ein paar unserer Abendseglerpatienten aus dem letzten Jahr "bei Tisch" in der Behandlungsstation. Diese Tiere wurden im späten Frühjahr 2011 bereits wieder ausgewildert.)

Eine lange Nacht

Natur

von Gudrun Becker

Die vergangene Nacht kämpften wir mit 5 nächtlichen Helfern unserer AG um das Leben von 40 verletzten Großen Abendseglern. Sie alle waren Opfer einer Baumfällung geworden. Die Verletzungen reichen von Splittern über Abzesse bis hin zu Flughautrissen und Knochenbrüchen. Unsere Tierärztin untersuchte ein Tier nach dem nächsten und entfernte die Parasiten, nahm teilweise Urinproben und entfernte schon mal die Splitter, die an kritischen Stellen saßen. Die weitere medizinische Versorgung folgt die nächsten Tage. Wir anderen Helfer versorgten die völlig ausgelaugten Tiere mit Futter und Wasser.
Es wird noch eine Woche dauern, bis alle Wunden bei allen Tieren behandelt sind, denn einige müssen noch beobachtet werden, ob sich die Heilung von allein einstellt, oder ob medizinisch unterstützt werden muss. Es sieht aber so aus, dass voraussichtlich alle Tiere überleben werden.
Wo genau die Baumfällung stattgefunden hat, können wir leider nicht nachvollziehen. Die 40 Tiere hatten sich aus dem gefälltem Baum retten können, da sie noch fliegen können und sind in einen Fledermauskasten an einem Haus geflüchtet. Die Bewohner hatten uns verständigt und einer unserer Helfer ist vor Ort geeilt, um die Tiere zu holen. Leider waren am Fundort auch 15 tote Tiere. Für sie waren die Anstrengungen zu viel und die Hilfe kam zu spät.
Es ist davon auszugehen, dass die Tiere, die bei der Baumfällung schwerer verletzt wurden, am Ort der Baumfällung versterben werden oder lebend der Holzverarbeitung in die Hände fallen. Da wir den Ort der Baumfällung leider nicht ermitteln können, können wir auch nirgends nach den verletzten Tieren suchen. 
Die Bilanz dieser Baumfällung:
15 Tote
40 Verletzte
Unbekannt viele mit unbekanntem Schicksal

 

Tod durch Baumfällung

Natur
Gudrun Becker

− 

von Gudrun Becker

In der Regel überleben nur sehr wenige Fledermäuse eine Baumfällung, viele sind schwer verletzt und verenden qualvoll. Im Winter gibt es für sie kaum eine Chance. Selbst wenn sie ein neues Quartier finden sollten, haben sie keine Kraft mehr, um den Eiterinfektionen, die durch Splitter verursacht werden, Stand zu halten. Noch schlimmer sind Knochenbrüche, die so gut wie nie von allein heilen können. Parasiten breiten sich dann über die gescwächten Tiere aus und dann geht es langsam - sehr langsam - in den Tod... Wir haben oft Tiere, deren Maul voll toter Milben ist, weil sie mit letzter Kraft versuchen, sich zu putzen. Das stört ihren Winterschlaf und sie verlieren immer mehr Energie...

 

Fledermäuse verhindern Kirchenrenovierung

Verl (gl) - Die Tiere sind sechs bis acht Zentimeter groß und haben eine Flügelspannweite von 32 bis 38 Zentimetern: Breitflügelfledermäuse. Sie haben sich unter dem Dach der Pfarrkirche St. Anna in Verl eingenistet und sorgen dafür, dass die dringend notwendige Sanierung verschoben werden muss.
10 bis 15 Weibchen haben sich nach Angaben von Inga Bambana, Sprecherin des Kreises Gütersloh, unter dem Dach eingenistet. Sie bekommen Nachwuchs und dürfen deshalb nicht gestört werden. Eigentlich sollten am 1. April die Arbeiten beginnen. Die Ausschreibungen sind schon gemacht, die Aufträge vergeben worden, wie Pfarrer Hermann-Josef Hölscher im Gespräch mit der „Glocke“ erklärte. Die Kreisverwaltung machte der Kirchengemeinde aber einen Strich durch die Rechnung. Mindestens bis zum 31. Juli passiert gar nichts. Die 1,5 Millionen Euro teure Sanierung liegt auf Eis.
Pfarrer Hölscher ist bedient: „Die Fledermäuse waren schon im vergangenen Jahr da.“ Da aber hatte der Kreis keinen Grund gesehen, gegen die geplante Sanierung der von 1792 bis 1801 erbauten Pfarrkirche Einspruch zu erheben. Nun aber kam das Nein des Kreises.
Hölscher betont, dass er gar nichts gegen die Fledermäuse habe. Im Gegenteil: „Bei der letzten Renovierung haben wir extra Einflugschneisen gebaut, um ihnen einen Lebensraum zu geben“, sagt der Geistliche. Dass das nun aber dazu führt, dass die Sanierung verschoben werden muss, ärgert ihn. „Wir werden nicht so lange warten können, wie auf die Autobahn 33“, sagt er. Die Diskussion um die Fledermäuse hatte den Bau um mehrere Jahre verzögert.

„Es geht nur um einen Aufschub der Arbeiten“, betont Inga Bambana vom Kreis. Im Juli werden die Mitarbeiter sich vor Ort erneut ein Bild von der Situation machen. Ist der Nachwuchs dann flügge, darf gebaut werden. Wenn nicht, wird die Bausperre verlängert. In der Regel kommen die Jungen im Juni zur Welt und benötigen etwa sechs Wochen, um selbstständig zu werden.
Pfarrer Hölscher hofft, noch in diesem Jahr mit den Arbeiten beginnen zu können. Noch vor dem Winter soll alles fertig sein. Denn von den Außenarbeiten hängt auch der weitere Zeitplan ab: 2013 stehen Innenarbeiten an. Die können aber nur durchgeführt werden, wenn die Außenarbeiten erledigt sind. Und die nur, wenn die kleinen Fledermäuse nicht nisten.

Leserbrief von Gudrun Becker

Lieber Herr Hölscher, Gott hat Ihnen diese kleinen wehrlosen Tiere anvertraut, damit sie in der Kirche einen Platz finden, den sie in der Welt verloren haben. Die Kirche wird zu einem späteren Zeitpunkt sicher renoviert werden können, ohne das die Ihnen anvertrauten Tiere zu Schaden kommen. Lassen Sie uns den menschlichen Willen zurückstellen und uns das größte aller Gebete sprechen: "Gott, dein Wille geschehe!"
Liebe Grüße
Gudrun Becker

Fledermäuse – heimliche Bewohner der Wälder Graubündens

Natur

Der Wald bildet einen wichtigen Lebensraum für verschiedene Fledermausarten. Einige Arten nutzen den Wald als Jagdgebiet, anderen Arten dienen Baumhöhlen als Quartiere zur Aufzucht ihrer Jungtiere, zur herbstlichen Balz oder zur Überwinterung. Einzelne Fledermausarten leben überwiegend im Wald.

Alle einheimischen Fledermausarten sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt, das gilt auch für ihre immer wieder genutzen Quartiere, selbst wenn die Tiere nicht anwesend sind!
Daher muss jede Baumhöhle/Baumspalte vorm Fällen oder Schnittarbeiten kontrolliert werde

Natur

Fledermäuse sind in der Dämmerung in vielen Parkanlagen am Waldrand oder über den Wiesen bei der Jagd auf Insekten zu beobachten. Als Quartiere dienen jedoch nicht nur Dachstühle, Keller oder Höhlen genutzt, viele der einheimischen Arten nutzen auch Bäume als Quartiere. Das kann als Sommerquartier, als Wochenstubenquartier für Geburt und Aufzucht der Jungen, als Zwischenquartier in der Wanderungszeit, als Paarungs- und auch als Quartier für den Winterschlaf sein. In manchen Quartiere finden sich auch verschiedene Arten gemeinsam ein.

Fledermaus
Manfred Gerber/pixelio.de

Die Auswilderungen sind gestartet! Am 21.03.12 konnten eine Rauhhautfledermaus und eine Zwergfledermaus als erste genesene Patienten dieses Jahr die Fledermaus-Krankenstation des BUND Region Hannover verlassen - sie befinden sich nun wieder in Freiheit bei ihren Artgenossen. 

Gesund gepflegte Fledermäuse werden wieder in die Freiheit entlassen

 

Die Auswilderungen sind gestartet! Am 21.März 2012 konnten eine Rauhhautfledermaus und eine Zwergfledermaus als erste genesene Patienten dieses Jahr unsere Krankenstation verlassen - sie befinden sich nun wieder in Freiheit bei ihren Artgenossen.

Die Auswilderung ist wetter- und trainingsabhängig jetzt in vollem Gang, sie ist nur recht zeitaufwendig, weil die Tiere ja an ihre Fundorte zurück gebracht werden müssen, und das bei Einsetzen der Dämmerung. Das begrenzt die Zahl der an einem Abend freizulassenden Tiere natürlich, aber die Arbeitsgruppe Mauersegler nutzt jede Gelegenheit und passende Wetterlage. Auch ein Teil der Misburger Abendsegler wird in den nächsten Tagen wieder selber jagen können, die anderen müssen noch ein wenig üben oder noch einige jetzt erst entstandene Splitterabszesse abheilen lassen.

 

Es gibt gute Neuigkeiten von den Fledermäusen: Durch die Verwendung der Suchmaschine www.benefind.de mit der Auswahl "AG Fledermäuse BUND Region Hannover" kann jetzt bereits 1 kg Mehlwürmer bezahlt werden - also weiter surfen für die Jäger der Nacht und fleißig benefind.de verwenden ;-)

Fledermaus
Dr. Renate Keil

Auswilderung - was zu beachten ist!

Auswilderung - was zu beachten ist!
Die Auswilderung ist wetter- und trainingsabhängig.
Die Tiere müssen an ihre Fundorte zurück gebracht werden müssen, und das bei Einsetzen der Dämmerung.
Vor der Auswilderung müssen die Tiere nach Verletzungen mehrere Tage trainiert werden. Dabei ist die Lebensweise der Tiere zu beachten: Große Abendsegler zum Beispiel können nachts sehr lange Strecken über 100 km zurücklegen. Die Tiere benötigen daher eine besonders gute Kondition und müssen fleissig trainiert werden. Zudem ist ihre Jagdgeschwindigkeit in Freiheit sehr hoch, die sie beim Training ebenfalls erreichen müssen. Wasserfledermäuse jagen über Gewässern, auch sie brauchen eine sehr gute Kondition und nach Verletzungen mehrere Tage Übungen. Alle Fledermausarten müssen in der Lage sein,  ohne Hilfestellung vom Boden starten zu können. Dies ist überlebenswichtig! Wichtig ist, die Trainingsergebnisse schriftlich festzuhalten. Ein Tier, dass an einem Tag gut fliegt, kann am nächsten schon nicht mehr fit sein, weil es vielleicht am Vortag alle Kräfte verausgabt hatte. Das Training muss am Abend oder nachts erfolgen, um die Aktivitätsphase der Tiere zu nutzen. Vor dem Training müssen sich die Tiere ausreichend auf Flugtemperatur aufgewärmt  haben. Werden die Tiere tagsüber trainiert oder es fehlt die Geduld zu warten, bis sie richtig warm sind, fallen die Trainingsergebnisse entsprechend schlechter aus. Dies könnte eine Auswilderung unnötiger Weise verzögern!

Sorgfältige Vorbereitung der Auswilderung von Fledermäusen

  • Das Wetter muss gut sein, es darf also nicht stürmisch sein, regnen oder frostig sein. Beim Großen Abendsegler ist auch die Zugrichtung zu beachtenndort (bzw. in unmitelbarer Nähe) ausgewildert werden. Fledermäuse sind sehr soziale Tiere, sie kennen ihre Gruppenmitglieder. Zudem kennen sie am Fundort auch mögliche Quartiere und Jagdgebiete.
  • Kurz vor der Aktivitätsphase sollte man mit den Tieren am Auswilderungsort angekommen sein. Sobald freie Artgenossen fliegen, lässt man seine Schützlinge einfach mitfliegen. So können die Tiere gleich Anschluss finden. Es ist unbedingt vor der Freilassung darauf zu achten, dass sich die Tiere auf Flugtemperatur aufgewärmt haben. Sollten keine Artgenossen fliegen, gilt es sich nochmal zu vergewissern, ob wirklich alle oben genannten Bedingungen (Wetter / Ort) stimmen. Falls nein, ist es besser, die Auswilderung abbrechen! Falls alle Faktoren positiv sind, können die Tiere in die Freiheit entlassen werden.
  • Idealerweise sucht man bereits im Auswilderungsgebiet ein bis zwei Tage vor der geplanten Auswilderung nach Artgenossen. Dann kennt man genau ihre Ausflugszeit und ihr Gebiet.
  • Für Große Abendsegler hängt man am besten einen Kasten mit einem Einflugloch sehr hoch (!) im Baum am Auswilderungsort auf. Die Tiere werden vor Sonnenuntergang dort eingesetzt. Sie fliegen dann selbstständig aus. Sobald alle Tiere den Kasten verlassen haben, wird der Kasten wieder abgenommen.

 

Fledermaus
Dr. Renate Keil

Zeit für eine Auswertung

Langohr und Breitflügel in Höhle
(c) Dr. Renate Keil

In 2012 (Stand 21.09.2012) wurden 256 Fledermauspatienten zu uns gebracht, davon sind 43 tot angekommen oder verstorben.

189 Tiere konnten bisher in 2012 ausgewildert werden. Hierunter auch einige Langzeitpatienten, die teilweise bis zu drei Jahren in der Rehabilitationsphase waren. Konstantes Trainieren der Tiere kombiniert mit einer engen medizinischen Überwachung und guten Versorgung führten letztendlich bei den Tieren zum Erfolg. Nun können Sie wieder in Freiheit in ihrem natürlichen Lebensraum leben. Dieses Ergebnis zeigt uns, dass sich unsere Arbeit auch und insbesondere lohnt, wenn Tiere aufgrund ihres Verletzungsmusters nicht nach kurzer Zeit wieder ausgewildert werden können, sondern einer längeren Genesungsphase entgegen sehen.

Erstmals gelang uns auch die Auswilderung von 40 Abendseglerbabys, deren Mütter bei Baumfällungen zu Schaden kamen. An dieser Stelle noch mal ein großes Dankeschön an Jürgen Gebhard für die ausführliche Beratung.


Noch mehr Neuigkeiten

Unser neuer Fledermaus-NOTRUF für Hannover und die Region Hannover:
Fledermausnotruf BUND Region Hannover: 0157-30910222

Notruf Tierrettung Berufsfeuerwehr Hannover: 112

Bitte beachten Sie, dass die Notrufnummern, ausschließlich für Notfälle/Fundtiere verwendet werden dürfen!


Für allgemeine Fragen wenden Sie sich bitte an unser Büro des BUND Region Hannover: Tel. (0511) 66 00 93

Bei Interesse an der ehrenamtlichen Mitarbeit in der AG Fledermäuse wenden Sie sich bitte an Gudrun Becker Tel. (0511) 67 14 75 (AB) oder senden Sie uns eine Nachricht.

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