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Marions Poesie 2

Sonnenuntergang
(c) Andreas Schmelz

Dankbarkeit

Dankbarkeit, wo bist Du nur geblieben!
Warst Du nicht Führer in der Not,
zu Zeiten, als die Kriege schieden,
den Menschen von Topf und Brot.

Wo gingst Du hin in Überflusses Tänzen,
als "Mehr" und "Mehr" in allen Köpfen hing,
als des Verbrauches durchgebroch`ne Grenzen,
verdarben Dank und allen Opfersinn.

Du kommst zurück, Dein Schall geht schon hernieder,
geeint mit der Notwendigkeit,
dann singt der Hunger wieder seine Lieder,
und es ist Zeit für neue Dankbarkeit!

(Marion Hartmann/ Foto: Andreas Schmelz)


Kette
(c) Andreas Schmelz Kette

Verkettung

Wenn jedes einzelne Glied einer Kette ein Liebesbeweis
an den erwählten Partner wäre in der Gegenseitigkeit, wäre sie ewiglich,
unzerbrechlich über den Tod hinaus.
Liebesbeweis in der Akzeptanz seines Wollens, seines Rechts auf Freiheit im Drängen der Persönlichkeitsentwicklung!
Jede Kette, die mit Gliedern der Vereinnahmung gebunden ist,
muß irgendwann zerspringen.

(Marion Hartmann/ Foto: Andreas Schmelz)


Puppe
(c) Andreas Schmelz Puppe

Marionetten.

Wie sie sich an Fäden strecken,
tanzen.., in die Höhe recken,
böse Buben, schöne Frauen,
spielen und wir können schauen.

Förster, Kasperle und Krokodil,
es ist uralt, das Puppenspiel,
mög es uns erhalten bleiben,
heute und für alle Zeiten!

(Marion Hartmann/ Foto: Andreas Schmelz)


Das Wort.

Willst Du denn entschwinden, Wort..,
in unbekannte Höhen,
was suchst Du, sag.., an jenem Ort,
den Menschen nicht verstehen?

Du wähnst Dich frei, bist wolkenfern,
hinweg aus Zeit und Raum,
bist Kind des "Studiosius",
und hast Dich nicht im Zaum.

Fachgesimpelt startest Du,
raketengleich nach oben,
doch glaube mir,.(Der Einfachheit),
dort wird Dich keiner loben.

Was plusterst Du und putschst Dich auf,
kannst Du denn nicht ermessen,
was von der Welt verdaut sein will,
wird einfach nur gegessen!

(Marion Hartmann/ Foto: Andreas Schmelz)


Abendrot
(c) Andreas Schmelz

Das Flüstern


Kind.., sieh die Nacht mit ihren dunklen Schwingen,
den Tanz von Stern und Mond am Himmelszelt,
hör, wie die Englein leis dort droben singen,
und wie sie flüstern über Mensch und Welt.

Schau die Ferne unbekannter Welten,
die nur als Ahnung in Menschenseelen weilt,
und wie der Himmel über böses Menschengelten,
so oft in schlimmen Regengüssen weint.

Mein Kind, vergiss in Deinem kurzen Leben,
nie Deine Herkunft aus Gottes Schöpfertat,
sei diesen heiligen Hallen stets ergeben,
so Du zurückkehrst an irgendeinem Tag.

(Marion Hartmann/ Foto: Andreas Schmelz)


Sonnenuntergang
(c) Andreas Schmelz

Jenes Land.

Noch liegt im Nebel jenes Land,
das längst sich dem Geist offenbart,
dem Stumpfsinn ewiglich unbekannt,
in der Seele der Weisen bewahrt.

Es ist das Land gleißenden Lichts,
in das keine Dunkelheit dringt,
aus reinem Geiste, erschaffen aus Nichts,
wo die Seele sehnsuchtsvoll ringt.

Aus Geistesstoff webend,
Tuche aus Träumen
mit dem starken Willen: " Es werde",
gefangen im Land innerer Räume,
und Hoffnung für diese Erde.

(Marion Hartmann/ Foto: Andreas Schmelz)

Schlossriegel
(c) Andreas Schmelz

Verschluss.

Zerbrich nicht jenes Schloss am Tore,
das Dir den Zugang noch verwehrt,
nicht mit Gewalt verlange Eintritt,
warte, bis er Dir gewährt.

Kehr zurück und sei geduldig,
und eines Tages wirst Du seh`n,
dass Dir zu irgendeinem Zeitpunkt,
alle Tore offensteh`n.

(Marion Hartmann/ Foto: Andreas Schmelz)


Teekessel
(c) Andreas Schmelz

Werden

Auf Steine bauen,
dem Kleinen vertrauen,
die Einfachheit ehren,
solange wir währen.

Die Wahrheit suchen,
im Schönen und Guten,
Ehrfurcht leben,
auf geraden Wegen.

Menschlichkeit haben,
an allen Tagen,
in der Seele bewahren,
Dank und Erbarmen.

(Marion Hartmann/ Foto: Andreas Schmelz)

Ostsee
(c) Gudrun Kaspareit Ostsee

Vergangenheit.

Am Meer der Erinnerung,
strömen die Tage wie Wellen,
auf den Strand Deiner Seele,
seichte Wogen, Dich liebkosend,
aufschäumende Gicht, Dich vernebelnd,
tosende Fluten, Dich hinwegreißen wollend.

Du gehst, ohne Dich umzudrehen,
suchend das Meer des Vergessens,
glatt und still, wenn Du es findest,
daß es Dich tragen möge.., hinüber,
ins Land der Glückseligkeit.

(Marion Hartmann/ Foto: Gudrun Kaspareit)

Pusteblume
(c) Roselies Sokoll Pusteblume

Verwandlung.

Zuerst ist der Löwenzahn ganz für sich,
fest umschlossen und getrennt von der Welt.
In einem bestimmten Moment bricht die Hülle
und die Blüte erscheint in voller Pracht.
Nun will sie nicht mehr bleiben,
verhaftet am Grund und Boden.
Sie wandelt sich in viele kleine Fallschirme,
um überall dort, wo der Wind sie hintreibt,
neue Keime zu setzen.
Ist das nicht auch der Wandlungsweg des Menschen?

(Marion Hartmann/ Foto: Roselies Sokoll)


Waldrebe
(c) Gudrun Kaspareit Waldrebe

Existenz.

Verrinnendes Sein, verfliessende Zeit,
der Morgen ist fern, die Träume sehr weit,
zerstobener Wunsch, einem neuen gewichen,
gehen, sich recken, fallen und kriechen.

Bitten und helfen, lieben und leiden,
Großes Wollen und Kleinigkeiten,
dicke Mauern und freier Gang,
Seele voll Freude, Seele voll Bang.

Freunde verlieren, Freunde finden,
sich trennen, um sich erneut zu binden,
Vertrauen und Argwohn im Wechsel des Lebens,
Du willst Stabilität? Du suchst vergebens!

(Marion Hartmann/ Foto: Gudrun Kaspareit)

(c) Gudrun Kaspareit
(c) Gudrun Kaspareit

Mensch sein.

Mensch zu sein, heißt zu verstehen,
daß alle Leben schnell vergehen,
heißt Tragen aller Last und Bürde,
heißt Überwinden jeder Hürde.

Mensch zu sein, heißt auch Gefühl,
im guten wie im bösen Spiel,
heißt nicht nur unbewusstes Nehmen,
sich auch im Geben zu erleben.

Mensch zu sein heißt Dankbarkeit,
für die "geborgte" Lebenszeit,
heisst Demut vor den hohen Gaben,
von denen täglich wir uns laben.

(Marion Hartmann/ Foto: Gudrun Kaspareit)

Gänseblümchen
(c) Andreas schmelz Gänseblümchen

Zauber.

Kannst Du dem Zauber widerstehen,
der Dich mit Frühlingslüften fängt,
und der die seelische Gestalt,
in immer neue Bahnen lenkt?

Schau, wie Knospen sich zersprengen,
Blatt und Blüte drängts ans Licht,
hinaus aus diesem, kleinen.., engen.
fest umschloss`nen Knospendicht.

Neue Kräfte, wallend treiben,
Verborgenes nun ganz heraus,
kannst Du jetzt noch zu Hause bleiben,
in Deinem engen Schneckenhaus?

(Marion Hartmann/ Foto: Andreas Schmelz)

Treppe
(c) Roselies Sokoll Treppe

Respekt.

Wahrlich, es gibt sie noch..., Menschen,
die vor der Pflanzenwelt den Hut ziehen,
die reichen Gaben der Erde,
mit Dankbarkeit betrachten.

Und es gibt sie noch.., Menschen,
die sich unermüdlich im Kleinen wie im Grossen,
für den Erhalt der Schöpfung einsetzen,
im bangen Gedanken um die Zukunft.

Und es gibt die noch.., Menschen,
die zerstörend und raffend durch die Welt gehen,
töten, vergiften, ausrotten,
nur für den Profit!

(Marion Hartmann/ Foto: Roselies Sokoll)

Blumen
(c) Roselies Sokoll

Schauen.

Willst Du all die Wunder schauen,
musst Du Deinem Herz vertrauen,
dass es liebend sich versenke,
in die Gaben und Geschenke.

Einfach schauen und nichts wollen,
dass die Pflanzen Dir nun sollen.
irgendwie zum Nutzen sein,
lass sie nur ins Herz hinein.

Später dann, Du wirst es wissen,
werden Sie im Innen sprießen,
heben Dich auf ihren Thron,
der da heisst.., Intuition.

(Marion Hartmann/ Foto: Roselies Sokoll)


Kommentare: 4
  • #4

    Jochen Ebert (Sonntag, 14 Juni 2015 14:15)

    Eingebettet in wundervolle Natur-Fotografien, begegnen mir soeben Marion Hartmanns neue Gedichte ( 2.Folge ), beeindruckend vor allem
    durch die behutsame und feinsinnige, liebevolle Zuwendung zum jeweiligen Gegenstand - und als eine Art von poetischen " Lebens-
    ratgebern". Das scheinbar Kleine und Naheliegende wird uns darin ebenso vor Augen geführt wie " die Ferne unbekannter Welten"; das Wunder des Daseins in seiner Schönheit und Größe erscheint gespiegelt im Raum eines empfindenden Herzens. Daher auch die
    zentralen menschlichen " Tugenden", die in diesen Gedichten -
    expressis verbis oder in Andeutungen - angesprochen werden:
    das Wartenkönnen, das Geduldhaben, das Schauen, das Dankbar-
    sein, die Einfachheit und Ehrfurcht gegenüber der Schöpfung. Man muß die Gedichte - wie alle Gedichte, die etwas zu sagen haben -
    mehrmals lesen, in Stille und Besinnung. ( Übrigens sind zweie davon, "Verkettung" und "Respekt", keine Gedichte, sondern Prosa.)
    Ich grüße die verehrte Dichterin mit dem herzlichen Wunsch für ein weiteres fruchtbares Schaffen aus dem Geiste der Inspiration!

    Dr. Bernhard Adamy ( Maintal ), 16.06.2015

  • #3

    Erika (Samstag, 02 Mai 2015 21:29)

    Ein kleines Wunder bescherte uns auf Facebook die Zusammenarbeit Marion Hartmanns mit ihren Freunden Andreas Schmelzer, Roselies Sokoll und Gudrun Kaspareit, die ungewoehnliche, schoene Motive von Landschaftsstimmung, Detail-Aufnahmen alter, historisch aussehender Gegenstaende, Schoenheit des Meeres, einer bewachsenen Treppe und eines Wiesenstueckes schufen.
    Marions Arbeitsweise zeigt die Sicherheit ihrer Wortwahl und Reime. Ihre Poesie erwaechst ohne Korrektur aus der Intuition eines Photos und auch durch persoenlich Erlebtes.
    Ihre Gedichte warnen vor Verkettung,vor Benutzung von Woertern, die ihren Sinn verloren haben. Ein Kind soll seiner Phantasie folgen duerfen, eigene Sehnsucht, durch Traum und Geistesstoff geschaffen, darf sich entwickeln. Der Leser soll die Wichtigkeit des Warten-Koennens erkennen und sich Dank und Erbarmen erhalten.
    Das Meer zieht uns an, aber wir muessen es auch als Meer des Vergessens bedenken. Wir sollen Verwandung in uns selbst erkennen, wie in der Natur.
    Finden und Verlieren von Freunden ist normal. Jahreszeiten sollen mit den Sinnen genossen werden, wir duerfen nicht in der Enge des Daseins verbleiben. Die Dualitaet der Menschen im Guten und Zerstoeren sind ein Faktum und schliesslich sollten wir die heilsame Kraft der Natur in uns wachsen lassen.
    Mir scheint, als ob sich inzwischen weitere kreative Kombinationen gebildet haben. Marions Ppoesie wird weiterleben.

  • #2

    Eva Schmelzer (Samstag, 02 Mai 2015 16:51)

    Marions Gedichte beinhalten vieles: Sie können verzaubern, ermahnen, beschämen, traurig machen, aber auch Mut und Freude geben. Ich habe ja nun schon ein paar mehr gelesen als diese Auswahl und kann sagen, dass sie unzählige Facetten des Lebens, im Positiven wie im Negativen, erreichen. Und immer regen sie zum Nachdenken an. Manchmal muss man sie auf sich wirken lassen, um den tieferen Sinn wirklich erfassen zu können. Damit will ich keineswegs sagen, dass Marion sich schwer verständlich ausdrückt, aber viele ihrer Gedichte sind sehr subtil und fein. Und sie hat die Gabe, die Gedichte immer mit sehr passenden Abbildungen zu begleiten, die den Sinn sehr vertiefen.

  • #1

    Gudrun Kaspareit (Montag, 20 April 2015 23:01)

    Mit Deinen Gedichten verzauberst Du mich immer wieder, liebe Marion