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Nachhaltigkeit

Unter dieser Rubrik möchte ich künftig Produkte vorstellen, die sich durch besondere Nachhaltigkeit auszeichnen.

Ressourcen schonen, die Natur entlasten, Chancengleichheit fördern, das alles kann die Menstruationstasse Ruby Cup

Ihr wollt endlich ernst machen mit dem nachhaltigen Lebensstiel? Kein Plastik mehr, keine Naturzerstörung? Dann gibt es hier neue Produkte, welche Ihr auf Eure Liste setzen könnt.

Tropical Freaks

Die Kaffee-TrinkerInnen entscheiden darüber, ob die 100.000 km² Kaffee-Anbaufläche ein naturnaher Lebensraum für Kolibris und viele andere Tiere ist -- oder Monokultur, die ohne Rücksicht auf die Umwelt billigen Kaffee produziert.

Kanwan

Wie ticken AfD Wähler?

Mir liegt die Thüringen Wahl immer noch im Magen. Wie konnte es soweit kommen, dass einer wie Höcke so viel Zuspruch erhält? Alles Protestwähler? Frustrierte Bürger, die sich abgehängt fühlen?

 

Der Soziologe Alexander Yendell  sagt : „Arbeitslosigkeit und niedrige Einkommen spielen überhaupt keine Rolle. Das haben repräsentative Umfragen ergeben.“

Wähler des rechten Spektrums sind eher fremdenfeindlich. Sie mögen „das Andere“ nicht, andere Hautfarbe, andere Religion, andere Kultur, andere sexuelle Ausrichtung  u.s.w.  Rechte Wähler haben eine diffuse Angst vor „Überfremdung“ und sind in der Regel weniger empathisch als andere Menschen. Auffällig ist auch die Tatsache, dass Bürger die wenig Kontakt zu Ausländern haben,  diese viel mehr fürchten, als z.B. Großstädter mit vielen Berührungspunkten. Diese haben gelernt, dass dies auch „nur Menschen“ sind, finden es spannend andere Kulturen kennenzulernen und sind insgesamt toleranter.

„Im Osten ist die Fremdenfeindlichkeit dort besonders hoch, wo es kaum Ausländer gibt. Wir haben es also nicht mit einer tatsächlichen Bedrohung zu tun, sondern mit der abstrakten Befürchtung eines vermeintlichen Kulturkampfs, den Rechtspopulisten suggerieren. Wer dagegen tatsächlich Kontakt zu Menschen mit Migrationshintergrund hat, baut Vorurteile ab. Es ist schwieriger, Menschen abzuwerten, die man kennt. In der Soziologie spricht man auch von der Kontakthypothese“, sagt der Soziologe  Alexander Yendell.

„Laut unseren Studien leiden AfD-Wähler nicht unter existenziellen Nöten. Ihnen geht es wirtschaftlich gut, aber sie haben Angst, dass sich das ändern könnte. Sie fühlen sich ständig benachteiligt, bedroht und flüchten in eine Opferhaltung“,  so Yendell weiter.

Laut den soziologischen Untersuchungen sind Rechtswähler  überdurchschnittlich autoritär eingestellt. Sie suchen nach jemandem, der Stärke verspricht, die sie selbst nicht haben. Gleichzeitig haben sie einen Hang zu Narzissmus. Sie halten sich für etwas Besonderes und würdigen andere herab und es fehlt ihnen an Mitgefühl.

 

Alexander Yendell, Jahrgang 1975, forscht seit Jahren zu politischer Polarisierung in Deutschland. Der Soziologe ist Vorstandsmitglied des Kompetenzzentrums für Rechtsextremismus- und Demokratieforschung an der Universität Leipzig.

 

Dieser Artikel von Frank Mendritzki ist überaus aufschlussreich. Bitte bis zum Ende lesen!

 

„Das politische Thema ist aktuell  der Landtags-Wahlerfolg dieser Partei und die Frage nach den Gründen dafür. Viel ist in diesen Tagen darüber geschrieben worden, aber die Erörterung der Frage wird dadurch erschwert, dass die Ursachen für das Anwachsen der rechten Stimmen zu verschiedenartig und im einzelnen Fall zu wenig kontrollierbar sind.

Man muß zunächst übertriebene Auffassungen zurückweisen: der Kern der Wähler hat an der guten demokratischen Tradition des Landes festgehalten; nur ein – allerdings ansehnlicher Bruchteil ist der Hetze widerstandslos erlegen!

Es sind die Menschen der „nationalen Romantik“, die die Gefahr dieser Partei noch nicht erkennen und die sich noch immer nicht zu der Erkenntnis durchgerungen haben, daß wir, weil wir uns unsere Stellung in der Welt nicht mit „heroischen“ Mitteln schaffen können, darauf angewiesen sind, klug zu sein.

Es sind die Leute mit dem kurzen Gedächtnis, die nicht nur die Lehre des Krieges und der Niederlage nie erfaßt haben, sondern die sich auch absolut nicht mehr daran erinnern, wie es früher bei uns aussah und wie ungeheure Fortschritte wir, so groß die Not immer noch ist, seither, doch ganz unbestreitbar politisch und wirtschaftlich gemacht haben.

Es sind die Leute, die innerlich so durcheinander gebracht sind, daß sie kritiklos auf jede Hetze reagieren und jeden Schwindel glauben, der ihnen von skrupellosen Spektakelmachern vorgesetzt wird."

 

(Artikel aus der FAZ)

 

...Jetzt denkt man zwangsläufig an einen Artikel zum aktuellen Wahlerfolg der AfD in Thüringen...

...Dieser Artikel aber ist über den Wahlerfolg der NSDAP bei der Landeswahl in Baden, vom 01.11.1929!!!

In 90 Jahren nichts gelernt?

Ich denke damit ist alles gesagt...

(Frank Mendritzki)

Kommentare: 2
  • #2

    Monika Sandner (Montag, 16 Dezember 2019 19:04)

    Wie ticken AfD Wähler? Wie ticken denn FDP Wähler? Oder CDU-Wähler? Gibt es denn in einer Partei immer nur eine Sorte Mensch?
    Zitat: "...die Ursachen für das Anwachsen der rechten Stimmen zu verschiedenartig und... "
    Von welchen "rechten" Stimmen redet man hier? Vor nicht all zu langer Zeit redeten Frau Merkel, ja fast alle in der CDU so - und nicht nur in der CDU! Auch Altbundeskanzler Schmidt sah die Gefahr einer Überfremdung.
    Was ist nun also "Rechts"?
    Nicht die Bevölkerung hat sich nach rechts verschoben, sondern die Parteien haben sich nach links verschoben.
    Darum können CDU und die Grünen auch so gut miteinander - zumindest was die Migrationspolitik angeht. Den Grünen geht es nur noch zu langsam.
    Aber - anstatt das wir eine Regierung bekommen, die den Willen des Volkes umsetzt erhalten wir Belehrungen darüber, wie wir uns zu verändern haben, damit wir wieder Anerkennung bei unseren Volksvertretern erhalten.
    Wen vertreten diese Volksvertreter denn?
    Oder ist es doch so, das alle, die nicht mit dieser Politik einverstanden sind, ja die Wahl haben das Land zu verlassen?

    Das alles ist sehr traurig - und ja, auch bei mir kommen Erinnerungen hoch - damals, als nur noch eine Meinung legitim war, die des Führers nämlich.

  • #1

    Engelmann (Montag, 16 Dezember 2019 11:08)

    Gleich vornweg - ich halte nichts von der AfD und deren Zielen. Sie ist aber demokratisch gewählt und deshalb kommen wir nicht umhin, uns mit ihr und deren Wählern auseinander zu setzen.
    Der Herr Yendell beschreibt die Charaktere dieser Wählerinnen und Wähler. Er beschreibt, wie sie sind. Er beschreibt aber leider nicht, warum sie so sind. Ein Beispiel - der Ruf nach jemandem der Stärke verspricht. Das heißt im Umkehrschluss, gegenwärtig fehlt es aus ihrer Sicht, die auch die Meine ist, in den Führungsgremien an Stärke. Die Welt gerät mehr und mehr in Unordnung und damit auch jeder einzelne Staat. Unserer nicht ausgenommen. Korruption bis in die höchsten Stellen, mafiose Strukturen breiten sich aus, viel zu wenig Polizei, die sich beschimpfen, bespucken, angreifen lassen muss, die Unentschlossenheit der Politik, die sich nur um ihre eigenen Probleme streitet. Das sind nur einige Beispiele für Unordnung. Um das zu ändern, wird der Ruf nach Ordnung laut und damit die Forderung nach einer starken Hand. Wer diese starke Hand in Person ist, ist diesen Wählern egal. Sie werden dem zufolge den wählen, der am lautesten schreit und die für sie besten Versprechungen macht. Und so sind Leute, wie Orban & Co an die Macht gelangt. Das heißt, die Ursachen für die Wahlerfolge der rechten Parteien sind in den betroffenen Ländern zum Teil hausgemacht. Das sollten wir bei aller Kritik nicht unberücksichtigt lassen. Die Außendarstellung unserer politischen Führung gibt nicht das beste Bild ab. Wen wundert es dann, wenn man lieber andere Leute an der Macht hätte. Gegenwärtig wandern wir diesbezüglich auf einem schmalen Grat, weil diesen Wählern die möglichen Folgen ihres Tuns nicht bewusst sind. Ich hoffe, dass die Politik konsequent darauf reagiert und sich endlich ihren eigentlichen Aufgaben zuwendet. Nämlich dem Volk zu dienen und Schaden von ihm abzuwenden, wie sie es im Eid verspricht. Ansonsten sehe ich auch hier schwierigen Zeiten entgegen.