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Wie ticken AfD Wähler?

Mir liegt die Thüringen Wahl immer noch im Magen. Wie konnte es soweit kommen, dass einer wie Höcke so viel Zuspruch erhält? Alles Protestwähler? Frustrierte Bürger, die sich abgehängt fühlen?

 

Der Soziologe Alexander Yendell  sagt : „Arbeitslosigkeit und niedrige Einkommen spielen überhaupt keine Rolle. Das haben repräsentative Umfragen ergeben.“

Wähler des rechten Spektrums sind eher fremdenfeindlich. Sie mögen „das Andere“ nicht, andere Hautfarbe, andere Religion, andere Kultur, andere sexuelle Ausrichtung  u.s.w.  Rechte Wähler haben eine diffuse Angst vor „Überfremdung“ und sind in der Regel weniger empathisch als andere Menschen. Auffällig ist auch die Tatsache, dass Bürger die wenig Kontakt zu Ausländern haben,  diese viel mehr fürchten, als z.B. Großstädter mit vielen Berührungspunkten. Diese haben gelernt, dass dies auch „nur Menschen“ sind, finden es spannend andere Kulturen kennenzulernen und sind insgesamt toleranter.

„Im Osten ist die Fremdenfeindlichkeit dort besonders hoch, wo es kaum Ausländer gibt. Wir haben es also nicht mit einer tatsächlichen Bedrohung zu tun, sondern mit der abstrakten Befürchtung eines vermeintlichen Kulturkampfs, den Rechtspopulisten suggerieren. Wer dagegen tatsächlich Kontakt zu Menschen mit Migrationshintergrund hat, baut Vorurteile ab. Es ist schwieriger, Menschen abzuwerten, die man kennt. In der Soziologie spricht man auch von der Kontakthypothese“, sagt der Soziologe  Alexander Yendell.

„Laut unseren Studien leiden AfD-Wähler nicht unter existenziellen Nöten. Ihnen geht es wirtschaftlich gut, aber sie haben Angst, dass sich das ändern könnte. Sie fühlen sich ständig benachteiligt, bedroht und flüchten in eine Opferhaltung“,  so Yendell weiter.

Laut den soziologischen Untersuchungen sind Rechtswähler  überdurchschnittlich autoritär eingestellt. Sie suchen nach jemandem, der Stärke verspricht, die sie selbst nicht haben. Gleichzeitig haben sie einen Hang zu Narzissmus. Sie halten sich für etwas Besonderes und würdigen andere herab und es fehlt ihnen an Mitgefühl.

 

Alexander Yendell, Jahrgang 1975, forscht seit Jahren zu politischer Polarisierung in Deutschland. Der Soziologe ist Vorstandsmitglied des Kompetenzzentrums für Rechtsextremismus- und Demokratieforschung an der Universität Leipzig.

 

Dieser Artikel von Frank Mendritzki ist überaus aufschlussreich. Bitte bis zum Ende lesen!

 

„Das politische Thema ist aktuell  der Landtags-Wahlerfolg dieser Partei und die Frage nach den Gründen dafür. Viel ist in diesen Tagen darüber geschrieben worden, aber die Erörterung der Frage wird dadurch erschwert, dass die Ursachen für das Anwachsen der rechten Stimmen zu verschiedenartig und im einzelnen Fall zu wenig kontrollierbar sind.

Man muß zunächst übertriebene Auffassungen zurückweisen: der Kern der Wähler hat an der guten demokratischen Tradition des Landes festgehalten; nur ein – allerdings ansehnlicher Bruchteil ist der Hetze widerstandslos erlegen!

Es sind die Menschen der „nationalen Romantik“, die die Gefahr dieser Partei noch nicht erkennen und die sich noch immer nicht zu der Erkenntnis durchgerungen haben, daß wir, weil wir uns unsere Stellung in der Welt nicht mit „heroischen“ Mitteln schaffen können, darauf angewiesen sind, klug zu sein.

Es sind die Leute mit dem kurzen Gedächtnis, die nicht nur die Lehre des Krieges und der Niederlage nie erfaßt haben, sondern die sich auch absolut nicht mehr daran erinnern, wie es früher bei uns aussah und wie ungeheure Fortschritte wir, so groß die Not immer noch ist, seither, doch ganz unbestreitbar politisch und wirtschaftlich gemacht haben.

Es sind die Leute, die innerlich so durcheinander gebracht sind, daß sie kritiklos auf jede Hetze reagieren und jeden Schwindel glauben, der ihnen von skrupellosen Spektakelmachern vorgesetzt wird."

 

(Artikel aus der FAZ)

 

...Jetzt denkt man zwangsläufig an einen Artikel zum aktuellen Wahlerfolg der AfD in Thüringen...

...Dieser Artikel aber ist über den Wahlerfolg der NSDAP bei der Landeswahl in Baden, vom 01.11.1929!!!

In 90 Jahren nichts gelernt?

Ich denke damit ist alles gesagt...

(Frank Mendritzki)

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