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Ist das die Welt in der wir leben wollen?

Text: Gudrun Kaspareit

09.08.2018

Ist das die Welt in der wir leben wollen?

Wir, die Menschheit, haben dringende Probleme zu lösen. Zum Beispiel die Klimaerwärmung. Extremwetterlagen nehmen zu, Hitzewellen, Unwetter, Überschwemmungen, genau wie von der Wissenschaft vorher gesagt. Ein weiteres schlimmes Problem ist die Vermüllung der Meere, sie ersticken in Plastikdreck, doch wir ändern nichts, jedenfalls nicht nennenswert. Die Politik reagiert kaum oder nur ganz zäh auf dieses Problem, wälzt alles auf private Organisationen ab. Und es gibt natürlich das schlimme Problem der Armutsregionen. Wir beuten sie gerne aus, um unseren Lebensstandard zu sichern, wenn sie, die Armen, aber dann bei uns anklopfen, möchten wir die Tür nicht öffnen. Wenn wir da nicht endlich umschwenken, wird uns das ganz schwer auf die Füße fallen. Den Anfang bekommen wir gerade mit. Wenn wir das Problem nicht endlich lösen, führt das letztendlich zu einem neuen Krieg, um die letzten Ressourcen.

Aber was tun wir? Wir sind gelähmt. Wir können uns nicht auf die Probleme der Welt konzentrieren.

Die Hälfte der Menschheit blickt entsetzt auf die andere Hälfte, die gerade ihre Menschlichkeit aufgibt, zugunsten von rassistischen Allmachtsgefühlen, von völlig überholtem Territorialverhalten oder aus Angst, vom Wohlstand abgeben zu müssen. Wir, und mit wir meine ich nicht dich und mich, sondern die Mehrheit der Landesbürger, isst drei Mal am Tag Fleisch, während die ärmere Weltbevölkerung verhungert. Tatsächlich hat die ungleiche Verteilung der Lebensmittel direkt mit dem Fleischkonsum zu tun. https://www.naturwelt.org/welthunger/ Oder das Territorialverhalten; anstatt zu verstehen, dass wir die Weltprobleme nur gemeinsam als Weltbevölkerung lösen können, setzen immer mehr Menschen auf Abschottung und vergessen dabei, dass die Welt rund ist und sich dreht, will sagen, die Probleme verhalten sich nicht territorial. Der rassistische Wahn begünstigt all diese schlechten Entwicklungen und Einstellungen. Das ist das Mittel, um die dummen Menschen politisch einzuspannen. Dabei wird gerne vergessen, dass die Menschheit, d.h. alle Menschen vom Äquator Afrikas kommen und sich von dort aus über die Welt verbreitet haben. Tatsächlich sind wir genetisch so eng zusammen, dass wir alle Brüder und Schwestern sind und alle von einer gemeinsamen Urmutter abstammen. https://www.naturwelt.org/menschenrechte/das-fl%C3%BCchtlingsdrama-in-europa/mitakuye-oyasin/

Doch, um Himmels willen, was tun wir? Haben wir denn nichts aus dem 2. Weltkrieg gelernt? Ist das die Welt in der wir leben wollen? Es wird beschlossen, Menschen im Mittelmeer ertrinken zu lassen und die bisherigen Retter zu kriminalisieren und wir (wiederum meine ich nicht dich und mich) skandieren öffentlich dazu „Absaufen,absaufen“ Ein amerikanischer Präsident lässt kleine Kinder in Käfige sperren. Andere, die mit der Entdemokratisierung schon weiter sind, haben unabhängige Gerichte und eine freie Presse abgeschafft und lassen unliebsame Gegenstimmen im Gefängnis verschimmeln. Ein entfesselter Mob, wirft Brandbomben in Flüchtlingsheime und bespuckt und bepinkelt Flüchtlingskinder, die dachten sie seien dem Grauen des Krieges entkommen. Zur gleichen Zeit reden Vertreter einer „Volkspartei“ von Asyltourismus und fischen am rechten Rand. Populisten, Abschotter und Spalter haben Hochkonjunktur und dem verblödeten Mob ist keine Parole zu krude und zu billig. Rechts zu sein ist wieder salonfähig – pfui Teufel. Diese rechte Bewegung hat in der Vergangenheit stets zu Krieg geführt, bzw. war immer eine Vorbereitung auf den Krieg . Scheinbar ist dem Wohlstandsbürger zu langweilig geworden und Kriegsspiele auf Video reichen ihm nicht mehr. Sicher ist auch bei uns nicht immer alles gerecht verteilt, dennoch, wenn wir keine Arbeit haben, bekommen wir Unterstützung und wenn wir alt sind bekommen wir Rente. Es gibt Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, Krankengeld, Kindergeld usw. Dinge von denen die Menschen aus den Armutsregionen nur träumen können. Warum sind wir den Flüchtlingen gegenüber so aggressiv? Haben wir Angst, ihnen etwas von unserem Wohlstand abzugeben? Anstatt uns auf die wirklichen Probleme der Welt zu fokussieren, müssen wir jetzt erst mal die rechte Gefahr abwehren, so sind unsere dringend benötigten Kräfte gebunden. Ob da ein direkter Zusammenhang besteht, damit die Ausbeuter besser ausbeuten können, oder ob das ein Zufall ist, weiß ich natürlich nicht, aber das diese Situation für die Zukunft der Menschheit, sogar für unseren Planeten schlimme Folgen hat, ist unbestritten. Wir, die Menschheit muss raus aus der Kohle. Wir müssen die Ozeane und die Wälder schützen und die Landwirtschaft umstrukturieren. Kurzum, wir müssen dringend das Klima retten. Das wäre auch ein wichtiger Teil, die sog. Fluchtursachen zu bekämpfen. (Neben der totalen Ausbeutung) Doch nun müssen wir erst einmal unsere Menschlichkeit retten.

Kommentare: 3
  • #3

    Martina Sparfeld (Montag, 20 August 2018 13:25)

    Sehr schön zusammen gefasst.Statt die wirklichen existenziellen Probleme zu lösen oder anzugehen müssen wir uns mit Eitelkeiten und Befindlichkeiten einiger weniger befassen.Mich kotzt das manchmal so an und ich kriege Pickel wenn ich ständig mit Meldungen von all diesen machtgeilen Idioten bombadiert werde.Als wenn wir keine wirklich wichtigen Probleme auf dieser unserer einzigsten Erde hätten.

  • #2

    Eva Schmelzer (Mittwoch, 15 August 2018 12:37)

    Grundsätzlich stimme ich Dir in allen Punkten uneingeschränkt zu, vor allem, unseren Brüdern und Schwestern mit Empathie und Solidarität zu begegnen. In diesem Artikel wird sehr deutlich, wie vielfältig das Problem ist, von wie vielen unterschiedlichen Faktoren es abhängt, dass Menschen ihre Heimat unter Lebensgefahr verlassen. Auch wenn jeder Einzelne etwas dafür tun kann, dass es für alle Menschen erträglicher wird, sehe ich die eindeutige Hauptschuld auf seiten der Weltpolitik und in großem Maße der Eu. Sie sollte sich klar werden, dass ihre Wirtschaftspolitik weiterhin genau die Wirtschaftsflüchtlinge erzeugt, die sie so gerne loswerden möchte. Der Flüchtling, der beweisen kann, dass er in seinem Land aufgrund seines ethnischen Hintergrunds oder politischer oder religiöser Überzeugungen verfolgt wird, ist in Europa willkommen. Flüchtlinge mit einem eher wirtschaftlichen Interesse werden als "Glücksritter" betrachtet und der Westen hat es eilig, ihnen so schnell wie möglich Lebewohl zu sagen. Aber ist das fair, in Anbetracht der Wirtschaftspolitik, die Europa auf Kosten anderer Menschen verfolgt? Die EU spielt eine herausragende Rolle im Welthandel. Als größter Exporteur von Gütern und Dienstleistungen der Welt und als Weltgrößte Quelle direkter Auslandsinvestitionen nimmt die EU eine führende Position im Weltmarkt ein. Die EU ist nicht nur einer der größten Exporteure und Investoren, sie ist auch der wichtigste Handelspartner von vielen Ländern auf der ganzen Welt.
    Die EU behauptet, Wert auf die Menschenrechte zu legen, aber viele Handelsabkommen mit anderen Ländern sprechen dagegen, und in der Praxis stellt sich der Begriff meist als leere Worthülse heraus, denn die wirtschaftlichen Vorteile überwiegen die Notwendigkeit, gegen Menschenrechtsverletzungen aktiv zu werden. Für viele Menschen aus diesen Ländern bedeutet das, dass Flucht zur einzigen Option wird.
    Vollkommen verängstigt schaut Europa jetzt auf diese "Wirtschaftsflüchtlinge", erkennt aber nicht (oder will nicht erkennen), dass ihre eigene Wirtschaftspolitik weiterhin Wirtschaftsflüchtlinge produziert. Auch sollte sich die Union die Menschenrechtspolitik der Länder mit denen sie Verträge abschließt genauer anschauen. All dies erfordert vor allem ökonomische Opfer von der EU. Ist Europa willens, etwas zu opfern? Sind wir, als Konsumenten willens etwas zu opfern? Die Außengrenzen hermetisch abzuschotten und die Mauern der Festung Europa immer höher werden zu lassen ist Realititätsverweigerung und eine Weigerung, sich für die Menschenrechte verantwortlich zu fühlen.

  • #1

    Sonja (Mittwoch, 15 August 2018 08:51)

    Sehr schön geschrieben!