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Clean Clothes Campaign

Text:Gudrun Kaspareit

27.10. 2013

Logo Clean Clothes Campaign
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Unmenschliche Arbeitsbedingungen in der Textilbranche in Billiglohn- Ländern, damit wir die Jeans 5,-Euro billiger kaufen können. Das betrifft die Kleidung in Billigdiscountern ebenso, wie die teuren Markenlabels. In vielen asiatischen Betrieben hat der Arbeitstag 19 Stunden (7:00 bis 2:30) und die Näherinnen werden eingeschlossen. Im Brandfall können sie nicht flüchten. Die Arbeiter/innen werden wie die Sklave gehalten. 50 Näher/innen wurden z.T. Schwer verletzt als sie auf die Straße gingen, um gegen ihre Arbeitsbedingungen zu protestieren.

Jeder hat von der schlimmen Brandkatastrophe gehört in der Fabrik Ali Enterprises in Karatschi/ Pakistan bei der es 250 Opfer zu beklagen gab. Die Opfer und Hinterbliebenen warten immer noch auf ihre Entschädigung von KIK in dessen Auftrag dort genäht wurde.

Kampagne für saubere Kleidung

 

oder auch „Clean Clothes Campaign“ setzt sich für bessere Arbeitsbedingungen in der Textilbranche in Billiglohn-Ländern ein. Die Kampagne wurde 1989 gegründet, als die katastrophalen Arbeitsbedingungen bei den Zulieferbetrieben von C&A bekannt wurden. Von über 300 Gewerkschaften wird die Kampagne unterstützt, so wie von NGO`s, Frauenrechtlern (80% der Beschäftigten sind Frauen) und kirchliche Organisationen.

Im Vorfeld der Olympischen Spiele in Athen 2004, wollte die Kampagne mit der Aktion „Play fair bei Olympia“ auf die Zustände in den Zulieferbetrieben für Sportswear aufmerksam machen. Dafür wurden ½ Millionen Unterschriften gesammelt. Einige Sportartikelhersteller zeigten sich empfänglich, der IOC (Internationales Olympisches Comite) war damals nicht zu Veränderungen bereit.

2010 unterstützte die Clean Clothe Campaign (CCC) eine Klage der Verbraucherschutzzentrale in Hamburg gegen Lidl, der irreführender Weise dem Kunden versprochen hatte, nur Kleidung aus fairer Herstellung zu verkaufen. Lidl musste sich in einer Unterlassungsklage verpflichten, dieses Werbeversprechen zurückzuziehen.

2013 haben 32 Handelskonzerne der Textilbranche das sogenannte Bangladesh Abkommen unterzeichnet, die sich damit verpflichten, Kontrollen durch unabhängige Fachleute zuzulassen , ihre Mitarbeiter zu schulen und ein Recht auf Streik zu gewähren. Dieses Abkommen gilt zunächst für 5 Jahre.

Im April 2013 stürzte eine Textilfabrik in Bangladesh zusammen und tötete 1172 Menschen. 2438 wurden verletzt. Vor diesem Ereignis hatten Tschibo, Tommy Hilfinger und Calvin Klein das Abkommen unterschrieben. Nach diesem schrecklichen Unglück haben folgende Firmen unterschrieben:

 

Abercrombie & Fitch ,Benetton, Aldi, Carrefour, El Corte Inglés, Esprit , G-Star, H&M Hema, Helly Hansen, Hess Natur, Inditex (Zara), JBC, KIK, LIDL , Loblaws (Kanada) Mango, Marks & SpencerMothercare (britischer Einzelhandelskonzern) N. Brown group (SimplyBe, High&Mighty etc.), New Look Textiles, Next Primark (Irland) ,PVH (Tommy Hillfiger, Calvin Klein), Rewe, Sainsbury's Stockmann , Switcher (Schweiz), Tchibo, Tesco , WE Group

 

 

Wenn Ihr mitarbeiten möchtet, eine Informationsveranstaltung in Eurer Gemeinde, Gruppe oder Schule plant, uns zu einem Infostand einladen möchtet oder einfach nur Material benötigt, wendet Euch an:
Regionalgruppe Hamburg
Waltraud Waidelich
CCC Aktivgruppe Kiel
Judith Bauer 0151-5000 79 25
CCC Netzwerk Schleswig-Holstein
Waltraud Waidelich

Imagebroschüre CCC HH

 

Weitere Informationen bekommt Ihr auch unter www.saubere-kleidung.de.

 

Kommentare: 2
  • #2

    Eva Schmelzer (Samstag, 02 November 2013 12:04)

    Weltweite Solidarität mit unseren Mitmenschen, also Boykott "schmutziger" Kleidung ist die beste Möglichkeit, die Bedingungen tatsächlich und nachhaltig zu verändern. Leider ist der ganze Markt recht undurchsichtig, und Markenartikel im Gegensatz zu extremer Billigkleidung leider kein Garant. Deshalb danke für diesen aufklärenden Artikel.
    Hinzu kommt ja noch die Gewinnung der Rohstoffe, z.B. Kinderarbeit, ja sogar Kinderhandel, für das Baumwollpflücken in Kasachstan und Usbekistan. Und die extremst tierquälerische Gewinnung von Merinowolle in Australien (Mulesing). Also schon unendliches Leid von Kindern und Tieren, bevor das Leid in den Fertigungsbetrieben fortgesetzt wird.

  • #1

    Erika Bulow-Osborne (Freitag, 01 November 2013 11:23)

    Nachdem es tausende Tote und Verletzte gab nach den Katastrophen in Pakistan und Bangladesh, haben viele Laender das Abkommen unterzeichnet, das Kontrollen und Streiks billigt. Das ist ein Schritt voran. Der entscheidende Schritt aber muss von den Verbrauchern kommen und da liegt das Dilemma. Wir duerften diese Billigwaren nicht unterstuetzen.
    Wenn unser Boykott total ausfiele, haetten die Arbeiterinnen keine Verdienstmoeglichkeit, es sei denn, dass die grossen Firmen gezwungen wuerden, den Arbeiterinnen einen gerechten Lohn fuer normale westliche Arbeitsstundenzahl zu geben, ohne Hintermaenner und Korruption.
    Lobbying der grossen Textilbranche ist die einzige Moeglichkeit und Verpflichtung fuer uns als Verbraucher.