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Nachhaltigkeit

Unter dieser Rubrik möchte ich künftig Produkte vorstellen, die sich durch besondere Nachhaltigkeit auszeichnen.

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Kanwan

Tradition

Text: Gudrun Kaspareit

30.01.2020

Es ist in letzter Zeit immer häufiger von Traditionen und Kultur (deutsche Leitkultur z.B.) die Rede. Man müsse Traditionen schützen und erhalten . In der Tat gibt es viele wertvolle und erhaltenswerte Traditionen. Den Weihnachtsbrauch zum Beispiel. Weihnachten ist das Fest der Liebe. Wir feiern die Geburt des Heilands, der uns die Nächstenliebe lehrte "Du sollst Deinen Nächsten lieben wie dich selbst" Das ist ein sehr schöner Brauch, wie ich finde, auch wenn er heute zum Konsumwahn verkommen ist und die Nächstenliebe Flüchtlingskinder nicht mit einschließt, obwohl die Christenheit in der Weihnachtszeit "Ihr Kinderlein kommet " singt.
Andere Traditionen sind nicht so schön, wie etwa der Stierkampf, weil man da zur Belustigung der Massen möglichst blutrünstig Tiere abschlachtet. Oder die vollkommen sinnfreie Jagd auf Singvögel, die ohnehin oft schon in ihrem Bestand bedroht sind.
Traditionen sind also nicht immer, per se etwas Gutes.
Allerdings hängen die meisten Menschen an ihren Traditionen, seien sie nun gut oder schlecht. Sie sind ihnen vertraut und geben Halt in turbulenten Zeiten. Deshalb ist es z.B. auch so schwer, den Färöern den Grindadrap auszureden. Früher war die Jagd auf Grindwale sicher eine notwendige Sache zur Nahrungsbeschaffung. Heute ist es nur noch ein grausames Spektakel. Aber die Färöer sind stolz auf ihre Tradition, geht sie doch auf die Zeit der Wikinger zurück. Und sie gestalten das Schlachten der Wale vor der Küste in blutigem, knietiefem Wasser, wie ein Volksfest an dem die Kinder extra schulfrei bekommen.
Aber es gibt auch unendlich viele Traditionen und Bräuche, die wunderschön sind. Im Winter einen immergrünen Zweig in die Wohnung zu stellen, als Symbol dafür , dass das Leben wiederkehren wird. Daraus wurde irgendwann der prächtig geschmückte Weihnachtsbaum. Oder die unzähligen Frühlings. u. Fruchtbarkeitsbräuche. Oder Rituale, welche die bösen Geister vertreiben sollen, dazu zählen auch die verschiedensten Faschingsbräuche. Die meisten dieser Sitten gehen zurück auf die Keltenzeit und sind ganz nach Bedarf umgedeutet worden, um sie an die aktuelle Zeit anzupassen. Jeder von uns kennt ebenso Familientraditionen, die schön und liebenswert sind.
Aber so manche Tradition hat sich auch überholt und wurde abgeschafft. Öffentliche Hinrichtungen etwa oder Hexenverbrennungen, Exorzismus und Ablasshandel, um nur einige zu nennen. Gerade steht wieder eine Tradition auf dem Prüfstand. Böllerverbot an Silvester, ja oder nein?
Traditionen können also gut oder schlecht sein, in jedem Fall sollten sie stets hinterfragt werden, ob sie noch zeitgemäß sind. Aber da genau liegt auch die Crux.
Die große Menge der zumeist konservativen Menschen braucht Sitten, Gebräuche und Traditionen als Orientierungshilfe.
Aber voran gebracht hat die Menschheit immer nur das Verlassen alter Pfade, das Verändern alter Traditionen. Entwicklung ist auch Veränderung. Der Anteil der Gesellschaft, der konservativ ist, der will, dass alles so bleibt, wie es ist, nach dem Motto, "das haben wir schon immer so gemacht." Der Anteil der Gesellschaft, der so denkt und handelt, hemmt jede Weiterentwicklung. Konservative Menschen denken selten nach vorne, denn sie sind dem Althergebrachten verhaftet.
Diejenigen, die das Weltgeschehen verändert haben, waren immer nur wenige und sie wurden abgelehnt, verhöhnt oder schlimmeres. Aktuell kann man das bei dem Trubel um Greta Thunberg und ihre Bewegung sehen. Wir brauchen den Wandel, wenn wir der Klimakrise begegnen wollen, aber die Konservativen leugnen lieber den Klimawandel, als sich zu ändern.
Dabei hat schon der erste Bruch mit alten Traditionen überhaupt erst zur Menschwerdung geführt. Der aufrechte Gang. Einige wenige fingen damit an. Plötzlich hatten sie die Hände frei und unendlich viel mehr Möglichkeiten. Zwar büßten sie ihre Kletterfähigkeit ein und wurden Savannenbewohner, aber die Karriere des Menschen begann.
Wahrhafte Revolutionen gingen immer von Einzelnen oder wenigen aus. Jesus predigte Nächstenliebe und machte aus einem zornigen, rachsüchtigen Gott des alten Testamentes, einen freundlichen, liebenden Gott. Bis heute steht das Christentum für allumfassende Liebe (jedenfalls im Prinzip). Gandhi hat den friedlichen Protest quasi erfunden und ein ganzes Land ohne Blutvergießen in die Freiheit geführt. Und jüngstes Beispiel ist Greta Thunberg die uns mahnt auf die Stimme der Wissenschaft zu hören und eine gigantische, weltweite Bewegung ausgelöst hat, welche selbst die Staatenlenker nicht mehr ignorieren können. Natürlich haben die Konservativen und Traditionalisten etwas dagegen, denn auf Greta hören oder die Wissenschaft ernst nehmen bedeutet Veränderungen hinnehmen zu müssen. Also ignoriert man die Vernunft und hetzt gegen ein junges Mädchen, weil man sie für das schwächste Glied hält. Aber ihre Saat wurde gesäht und ist aufgegangen. Ich glaube nicht das, sagen wir mal, die Ignoranten die Klimabewegung noch stoppen können.
Gandhi kam ganz bescheiden und friedfertig daher und dennoch hat er eine ungeheure Kraft entfaltet.
Auch Jesus ließ sich nicht stoppen, selbst dann nicht, als man ihn ermordet hat.
Welche Revolutionen in der fernen Vergangenheit alle stattgefunden haben, können wir nur ahnen.Aber sie haben die Menscheit vorran gebracht und sie gingen mit Sicherheit nicht von den Konservativen aus. Also, die Zukunft gehört den Mutigen.
Früher, in der Steinzeit, war es ein Statussymbol, sich mit Fellen zu behängen und mit Jagdtrophäen auszustaffieren
Man(n) genoss hohes Ansehen, wenn man ein guter Jäger war und seinen Clan ernähren konnte. Das wirkt bis heute nach. Allzuviele Männer definieren sich immer noch über den Jagderfolg und zu viele Frauen fühlen sich erst im Pelzmantel als Frau gewertschätzt. Bitte denkt nach und verlasst endlich die Steinzeithöhle. Männer, früher wurdet ihr für die größte Trophäe geliebt und bewundert, sprach sie doch von Eurem Mut. Heute ist sie zu einem peinlichen Schwanzverlängerer geworden und in der heutiger Zeit des Artensterbens völlig unzeitgemäß . Es mag tatsächlich sein, dass einige wenige Arten reguliert werden müssen, weil der Mensch die Natur in Schieflage gebracht hat. Aber das trifft für 99% der Arten nicht zu. Finger weg von der Natur! Wohin die gnadenlose Ausbeutung führt erleben wir gerade ganz aktuell.
Jakarta versinkt im Meer, immerhin ein 20 Millionen Moloch, und all diese Millonen müssen umgesiedelt werden.
Gleichzeitig brennen überall auf der Welt die letzten Urwälder
Australien, Kalifornien, Amazonien, Sibirien
Eine Millionen Arten stehen vor dem Aussterben. Insekten sind weltweit um 80% Zurück gegangen und mit ihnen die Insektenfresser, wie Vögel, Igel oder Fledermäuse . Regenwürmer, die fleißigsten Bodenverbesserer haben es auf die rote Liste geschafft, ebenso wie Prominente Vertreter des Tierreichs, Menschenaffe, Eisbär, Nashorn, Tiger und Co.
Wenn wir so weiter machen, haben wir uns die Erde tatsächlich untertan gemacht. Was wir dabei vergessen haben ist, wir sind selber Teil der Natur. Wenn wir die Natur vernichten, vernichten wir uns selbst.

Kommentare: 1
  • #1

    Eva Schmelzer (Dienstag, 18 Februar 2020 16:06)

    Deine Gedanken zum Thema Traditionen und Brauchtum sind großartig. Früher war der Begriff für mich eher positiv besetzt, ich dachte an Dinge wie Weihnachten und schöne alte Bräuche. Doch vor allem im Zusammenhang mit Tieren wurde er mir zunehmend suspekter. Das gipfelte dann 2009 im Tierschutz-Paragraphen des Vertrags von Lissabon. Ja, die Europäische Union trägt darin zwar „dem Wohlergehen der Tiere als fühlende Wesen in vollem Umfang Rechnung“, gleichzeitig hebelt sie ihn aber aus, weil „religiöse Riten, kulturelle Traditionen und regionales Erbe“, kurz: die tierquälerischen Gepflogenheiten berücksichtigt werden.