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Rettet die Bienen

Text: Gudrun Kaspareit

10. 05. 2014

Segowax_pixelio.de
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In manchen Wintern sterben mehr als 30% der Bienenvölker. Und in der Sammelsaison sorgen falsch eingesetzte Pestizide für ein weiteres Massensterben, bis zu 70% eines Volkes. Die von der EU beschlossenen Schutzmaßnahmen sind bei weitem nicht ausreichend. Nach einer Greenpeace Studie enthalten 79% der in Pflanzenmärkten erworbenen Pflanzen die gefährlichen Nikotinamide. Die Bienen werden immer weniger. Die Arbeitsleistung der Bienen entspräche einer Summe von 150 Milliarden Euro pro Jahr. Man sollte meinen das diese enorme Leistung mehr wertgeschätzt würde, doch immer mehr Staaten müssen mit immer weniger Bestäubern auskommen. In Teilen Groß Britannien z.B. können rein rechnerisch weniger als 25% der Pflanzen von Bienen bestäubt werden. In anderen Regionen müssen Obstanbauer ganz ohne Bienen auskommen. In Südwest China bestäuben die Menschen mittels Pinsel und Federn die Obstbäume selbst, jede einzelne Blüte.

In Kalifornien müssen Bienenvölker aus Australien eingeflogen werden, um die 90 Millionen Mandelbäume zu bestäuben.

Ebenso schlimm für den Rückgang bestäubender Insekten ist das Verschwinden von Wildblumen. Doch es entstehen immer mehr Agrarwüsten, obwohl man weiß, dass nur diese Insekten bunte Vielfalt garantieren.

Deshalb hat Greenpeace „Plan Bee“ entwickelt.

 

Greenpeace-Report: Plan Bee – Leben ohne Pestizide als Antwort auf Bienensterben

 

Europäische Bäuerinnen und Bauern als VorreiterInnen der Bienenfreundlicher Landwirtschaft

Presseaussendungen - 7 Mai, 2014

Zürich/Wien –LandwirtInnen, WissenschaftlerInnen und UnternehmerInnen in ganz Europa zeigen mit ökologischer Landwirtschaft einen Weg zum Schutz der Bienen. Greenpeace hat diese VorreiterInnen in dem Report und Video-Projekt „Plan Bee – Leben ohne Pestizide“ zusammengebracht und heute auf einer Pressekonferenz in Zürich präsentiert. „Ökologische Vielfalt statt Pestizid-Einfalt ist der einzige Ausweg aus der momentanen ‚Bestäuberkrise‘. Der Greenpeace-‚Plan Bee‘ zeigt wie mit biologischer Landwirtschaft gesunde Lebensmittel produziert und unsere Bienen dauerhaft geschützt werden können“, ist Huem Otero, Landwirtschaftssprecherin bei Greenpeace überzeugt.

Der Greenpeace-Report „Plan Bee – Leben ohne Pestizide. Auf dem Weg in Richtung ökologischer Landwirtschaft“ gibt Antworten auf die gegenwärtige „Bestäuberkrise“. Fallbeispiele sowie 18 Kurzfilme mit ExpertInnen aus Forschung, Praxis und Industrie aus zehn europäischen Ländern zeigen, dass ökologische Landwirtschaft bereits europaweit erfolgreich praktiziert wird. Die wissenschaftliche Literatur zur ökologischen Schädlingsbekämpfung verdeutlicht die Entbehrlichkeit von synthetisch-chemischen Pestiziden. Unter den ExpertInnen findet sich Alternativ-Nobelpreisträger Hans Herren und Claudia Daniel vom Schweizer Forschungsinstitut FiBL. Die Fachleute sind sich einig: Für die flächendeckende Umsetzung einer ökologischen Landwirtschaft braucht es dringend finanzielle und politische Unterstützung.

In 18 Videos, die den Report auch visuell zugänglich machen, sprechen VorreiterInnen in ökologischer Landwirtschaft über ihre Erfahrungen. LandwirtInnen, unter ihnen Weinbauern, Obst- und Gemüseproduzenten oder Rosenzüchter bestätigen, dass ihre ökologischen landwirtschaftlichen Methoden funktionieren. Beispiele sind die ökologische Schädlingsbekämpfung durch die Förderung von Insekten, die natürliche Feinde von Pflanzenschädlingen sind, dauerbegrünter Boden, Blühstreifen mit Blumen, die nicht nur Bienen, sondern auch natürliche Feinde der Schädlinge anziehen, der Einsatz von natürlichem Dünger oder widerstandsfähigen Sorten.

Die industrialisierte Landwirtschaft ist am Rückgang der Bienen und ihrer Bestäubungsleistung für Nutz- und Wildpflanzen beteiligt. Hauptursachen sind der immer intensivere Einsatz von Herbiziden und Insektiziden sowie der Verlust natürlicher und naturnaher Lebensräume auf Feld, Hof und in Agrarlandschaften. Das chemie-intensive industrialisierte Landwirtschaftsmodell führt zu geringerer Fruchtbarkeit und Wasserspeicherfähigkeit der Böden, Verschmutzung des Grundwassers und hohem Energieverbrauch. Einziger Ausweg aus der Krise bieten ökologische, chemiefreie Anbaumethoden, die im Greenpeace-Report „Plan Bee“ beschrieben sind.

„Es gibt keine Ausreden mehr, weiterhin auf synthetisch-chemische Pestizide und Monokulturen zu setzen. Es gibt genügend Alternativen – einen ‚Plan Bee‘. Was dringend nötig ist, ist ein Verbot aller Bienenkiller-Pestizide, Förderungen für Forschung und Beratung von Bäuerinnen und Bauern zur ökologischen Landwirtschaft“, so Otero abschließend.



Plan Bee
Leben ohne Pestiziede
20140505-bienen-report-plan-bee-leben-oh
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Kommentare: 2
  • #2

    Eva Schmelzer (Sonntag, 01 Juni 2014 14:33)

    Ich hoffe sehr, dass Greenpeace mit dieser gut durchdachten Kampagne viele erreicht und erfolgreich ist, nachdem ja Versuche, Pestizide zu stoppen oder zumindest umsichtiger und viel sparsamer einzusetzen, bislang gescheitert sind. Nun liegt es wohl an den Menschen bzw. Bauern, diese zu vermeiden, und an der Politik, das zu unterstützen. Über die unvorstellbare Dramatik, sollte es wirklich zu einer weiteren Reduzierung der Bienenbestände kommen, müssen sich die Verantwortlichen endlich in vollem Umfang bewusst werden und endlich den Warnern Gehör schenken statt den Willen der unverantwortlichen Lobbyisten zu unterstützen.

    Das sehr erfolgreiche und zunehmende urbane Imkern ist sicher ein begrüßenswerter Trend, aber ändert nichts daran, sollte es so weitergehen, dass mindestens ein Drittel der Nahrungsmittel mit dem Verschwinden der Bienen auch nicht mehr (oder nur extrem überteuert) geben wird. Davon mal ganz abgesehen, dass die Artenvielfalt wieder ärmer wird, denn der Mensch hat nicht das Recht, nur das zu erhalten, von dem er profitiert!
    Gestern war ich übrigens mal wieder bei 23° und herrlichem Sonnenschein auf der von mir schon öfter erwähnten großen, von der Stadt geschützten Wildwiese, etwas außerhalb der Stadt, auf der mich noch vor zehn Jahren Bienen umschwirrten und Schmetterlinge umgaukelten, wo es Feldsperlinge und Lerchen gab (beide stehen in NRW bereits auf der Roten Liste). Von Jahr zu wurde es stiller dort... Gestern war es einfach nur traurig und unbelebt, ich kam mir vor wie in einem Museum, es schien fast unwirklich. Ich wünsche mir so sehr, dass ich es noch erlebe, dass ich einst an einem warmen Sommertag auf dieser Wiese liege, von Bienengesumm umgeben, mein Gesicht von einem Schmetterlingsflügel flüchtig gestreift wird, sich nebenan Spatzen streiten und eine Lerche singend in den Himmel steigt.

  • #1

    Erika Bulow-Osborne (Sonntag, 01 Juni 2014 10:34)

    Beratung und weitere Forschung fuer eine Vielfalt naturnaher Flaechen. Natuerlicher Duenger ist wichtig. Bluetenstreifen sollen natuerliche Feinde der Schaedlinge anlocken und mehr Insekten durch staendig begruenten Boden. Es sind Ideen , die laengst erfolgreich durchgefuehrt wurden, aber bisher noch zu sehr von Einzelnen. Ein totales Verbot von Pestiziden koennte das Sterben der Bienenvoelker schlagartig aendern. Es wird hoechste Zeit.