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Die Feldlerche

Text und Scherenschnitt: Erika Bulow Osborne

29.10.2018

Scherenschnitt Feldlerche
(c) Erika Bulow Osborne Scherenschnitt Feldlerche

Die Feldlerche, Alauda, arvensis, Eurasian Skylark

Wie schön wäre es , wenn wir wirklich noch mehrere Feldlerchen am Himmel erleben könnten..., aber solche Erlebnisse werden immer seltener, solange Monokultur-Felder von Raps und Mais nur noch für Profit angebaut werden. Was wir dringend brauchten, ist ein Rückbesinnen auf Vielfrucht. Der Boden muss sich erholen, er darf nicht übermäßig beansprucht werden, sonst würden noch

stärkere Pestizide oder Neonicotinoide zum Einsatz kommen und die Nahrung der Feldlerche wäre noch weiter verringert. Die Feldlerche ist kein Zugvogel,so könnte sie wenigstens von Winterweizen profitieren., aber es fehlt Hafer, echte Wiese, Kartoffel- und vielleicht Rübenanbau.

Feldlerchen müssen die Möglichkeit haben, ihr Revier zu vergrößern. Als Bodenbrüter ab Mitte April ist die Feldlerche besonders gefährdet. Es gibt Bio-Bauern , welche uns helfen, dass die Feldlerchen brüten können. Durch Bio-Bauern bleibt ein Brutgebiet von 20 Quadratmetern unberührt. In der Zeit sind Spinnen, Insekten, kleine Schnecken und Regenwürmer ihre Speise. Die Vogeleltern scharren eine Mulde aus, welche mit Pflanzenmaterial ausgelegt wird. Ein Nest kann 3-5 weißliche, graubraun-gesprenkelte Eier haben. Das Brüten dauert knappe zwei Wochen, denn ab dem 15.Tag können die Jungvögel

fliegen und vom 19. Tag an suchen sie sich selbst ihre Nahrung. Nach einem Monat sind sie voll selbstständig. So kann es für die Eltern eine weitere Brut geben, wenn die Umstände es erlauben.. 

Vor zwanzig Jahren wurde die Feldlerche voller Sorge zum Vogel des Jahres gewählt, doch nun soll sie noch einmal nächstes Jahr bewusst 'die gleiche traurige Ehre eines Vogels für das Jahr 2019 erhalten', weil unsere bisherige Landwirtschaft ihr kaum noch ein geeignetes Biotop bietet, um die Jungen aufzuziehen. Es ist unverständlich, dass Profit mehr gelten soll, als das drohende Aussterben eines geliebten Singvogels, der mit Nachtigall und Singdrossel zu den ideenreichsten

und klanglich unvergesslichen Singvögeln zählt. Natürlich singt immer nur das Männchen.   

Die Feldlerche hat ein braun-graugestricheltes Gefieder, sie ist etwa so groß wie ein Star. Im Flug sieht man ihre weißen Hinterbänder als wichtiges Erkennungszeichen. Auch einige Kopffedern, welche sich bei Erregung aufrichten. Eigentlich kann man die Feldlerche gesangsmäßig nur in speziell musikalischen Formen, oder besser gesagt, italienischen Ausdrücken beschreiben:

glissando, staccato, tremolo, con un trillo e sottovoce.

Ein kurzer Hinweis noch auf Gerald Manley Hopkins, ein die 'Feldlerche' rühmendes Gedicht, welches der englische Komponist Ralph Vaughan Williams für Violine und Klavier1920 schrieb und ein Jahr später für Violine und Orchester arrangierte. Sie sind immer beliebte Werke geblieben.

Kommentare: 2
  • #2

    Eva Schmelzer (Dienstag, 13 November 2018 15:54)

    Nicht die Lerche, der "Star" musste weichen (hihihi)

  • #1

    Eva Schmelzer (Dienstag, 13 November 2018 15:12)

    Danke für den ausführlichen und wunderschön bebilderten Beitrag, liebe Erika.
    Die Feldlerche wird 2019 erneut Vogel des Jahres. Für den Vogel ist die Auszeichnung nicht neu, und in den Schlagzeilen war er sogar gemeinsam mit dem Popstar Ed Sheeran (unten mehr darüber). Doch Profit konnte der Vogel daraus nicht schlagen. Die Auszeichnung "Vogel des Jahres" soll nämlich vor allem ein Zeichen für den Arten- und Tierschutz sein. Vögel, die ausgezeichnet werden, sind meist besonders gefährdet. Mit zwischen 1,3 und zwei Millionen Paaren gehört die Feldlerche zwar immer noch zu den häufigen Vögeln Deutschlands, ein Drittel der Feldlerchen ist aber in den vergangenen 25 Jahren verschwunden.
    Nun aber noch kurz zu der Geschichte mit dem Open-Air-Konzert des britischen Popstars: Er sollte am 22. Juli 2018 vor mehr als 80.000 Menschen auf dem Flughafen Essen/Mülheim auftreten. Der Veranstalter verlegte das Konzert dann auf das 20 km entfernte Düsseldorfer Messegelände mit Verweis auf "Unsicherheiten und Sorge um die lokale Vogelpopulation". Im Vorfeld des Konzerts auf dem Flughafen Essen/Mülheim waren nämlich dank der Aufmerksamkeit von Naturschützern "Stolpersteine" aufgetaucht: Zehn Brutpaare der seltenen Feldlerche hatten Nistplätze in diesem Areal. Ed Sheeran musste weichen, nicht die Tiere!