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Nachhaltigkeit

Unter dieser Rubrik möchte ich künftig Produkte vorstellen, die sich durch besondere Nachhaltigkeit auszeichnen.

Ressourcen schonen, die Natur entlasten, Chancengleichheit fördern, das alles kann die Menstruationstasse Ruby Cup

Ihr wollt endlich ernst machen mit dem nachhaltigen Lebensstiel? Kein Plastik mehr, keine Naturzerstörung? Dann gibt es hier neue Produkte, welche Ihr auf Eure Liste setzen könnt.

Tropical Freaks

Die Kaffee-TrinkerInnen entscheiden darüber, ob die 100.000 km² Kaffee-Anbaufläche ein naturnaher Lebensraum für Kolibris und viele andere Tiere ist -- oder Monokultur, die ohne Rücksicht auf die Umwelt billigen Kaffee produziert.

Kanwan

Die Krebspest

Text und Fotos: Sven Bieckhofe

26.06.2020

Flusskrebs
(c) Sven Bieckhofe Flusskrebs

 

Krebspest im Silbersee

 

Krebspest – was ist das? Bei der Krebspest handelt es sich um einen Eipilz, der von amerikanischen Krebsarten übertragen wird. Für alle australischen und europäischen Flusskrebsarten verläuft diese Pilzerkrankung tödlich, während alle amerikanischen Flusskrebsarten zwar ebenfalls infiziert werden, aber normalerweise nicht daran sterben. Wenn sie infiziert werden, kann ihr Immunsystem den Erreger normalerweise in Schach halten, solange nicht andere Erkrankungen, Stress oder starke Wasserbelastungen hinzukommen. Unter diesen ungünstigen Bedingungen kann es sein, dass auch amerikanische Flusskrebse ebenfalls Opfer der Infektion werden. Entscheidend aber ist, dass sie den Erreger übertragen können, ohne Symptome zu zeigen. Seit dem 19ten Jahrhundert wird der aus Nordamerika stammende Krebspesterreger wiederholt über seinen ursprünglichen Wirt, invasive amerikanische Flusskrebsarten, in europäischen Gewässern verbreitet und richtet großen Schaden an. Die Pest führte bereits zur Ausrottung von Tausenden von Flusskrebspopulationen in ganz Europa. Bisher sind sechs nach Europa eingebrachte, invasive amerikanische Flusskrebsarten als Überträger identifiziert worden: Signalkrebs, Kamberkrebs, Amerikanischer Sumpfkrebs, Kalikokrebs, Marmorkrebs und Viril-Flusskrebs. Es wird vermutet, dass auch weitere der insgesamt mindestens acht in Europa vorkommenden amerikanischen Flusskrebse als Überträger der Krankheit fungieren und zählen deswegen zu einer der 100 schlimmsten invasiven Arten weltweit Ein einzelner amerikanischer Flusskrebs kann ausreichen, um eine gesamte Population europäischer Flusskrebse in einem Gewässer auszurotten. Übertragungsmöglichkeiten neben der Übertragung durch amerikanische Flußkrebse sind fischerreiliche Aktivitäten, Die Sporen des Pilzes können außerhalb des Wirtes mehrere Tage überleben. Insbesondere wenn sie sich in feuchtem Milieu befinden. In Wasser überleben die Sporen bis zu 2 Wochen, in trockenem Milieu bis zu 2 Tage. Daher stellt jegliches in einem verseuchten Gewässer benutzte Fischereigerät eine potentielle Gefahr dar, von der Angel bis zum Kescher,vom Boot bis zum Gummistiefel. Im Zusammenhang mit Fischbesatz ist an die Gefährdung durch kontaminiertes Transportwasser zu denken (Fische aus „verseuchten Gebieten"). Im privaten Freizeitbereich muß an die Möglichkeit der Übertragung durch feuchte Badebekleidung oder anderes Freizeitequipment (Surfbrett, Gummiboot etc.) gedacht werden. Aber auch Wasservögel können beim Wechseln von einem Gewässer zum nächsten möglicherweise den Erreger in anhaftenden Wassertropfen mittragen. Prinzipiell stellt jedes Tier, das von einem Gewässer zum nächsten wechselt eine Gefahr dar.

 

 

 

Flusskrebs
(c) Sven Bieckhofe Flusskrebs
Kommentare: 2
  • #2

    Erika (Montag, 20 Juli 2020 15:20)

    Lieber Sven dieser Artikel war sehr ebenso wichtig, wie der Artikel ueber den Hirschkaefer.
    Der amerikanische Flusskrebs ist nun in Berliner Badeseen sehr haeufig geworden. Zuerst wurden sie gefangen, getoetet und vernichtet. Nun aber werden sie gefangen und als Nahrung angeboten. Sie sollen haehnchenfleisch- aehnlich schmecken, duerfen aber nie in einem Mikrowellenofen erhitzt werden wegen der Strahlung . Aehnlich erging es der Asiatischen Krabbe, die im Hamburger Hafen siedelte. Dann kam der Wunsch aus China, die Krabben zurueck zu schicken . So weit ich weiss, wird das Hamburger Problem als Delikatesse in China gegessen.
    Auch Aale fressen die Flusskrebse.

  • #1

    Eva Schmelzer (Freitag, 17 Juli 2020 16:14)

    Einen sehr interessanten Artikel mit tollen Fotos hat uns Sven Bieckhofe hier wieder einmal präsentiert, der zeigt, wie gefährlich die „Globalisierung der Natur“ durch Invasive Arten ist.