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Nachhaltigkeit

Unter dieser Rubrik möchte ich künftig Produkte vorstellen, die sich durch besondere Nachhaltigkeit auszeichnen.

Ressourcen schonen, die Natur entlasten, Chancengleichheit fördern, das alles kann die Menstruationstasse Ruby Cup

Ihr wollt endlich ernst machen mit dem nachhaltigen Lebensstiel? Kein Plastik mehr, keine Naturzerstörung? Dann gibt es hier neue Produkte, welche Ihr auf Eure Liste setzen könnt.

Tropical Freaks

Die Kaffee-TrinkerInnen entscheiden darüber, ob die 100.000 km² Kaffee-Anbaufläche ein naturnaher Lebensraum für Kolibris und viele andere Tiere ist -- oder Monokultur, die ohne Rücksicht auf die Umwelt billigen Kaffee produziert.

Kanwan

Ist das noch Wetter oder schon Klima

Text und Fotos: Gudrun Kaspareit

24.08.2020

Alle Fotos sind am 16. August 2020 aufgenommen worden. Es ist also Mitte August, nicht Ende Oktober.

Von oben: Ein vertrockneter Holunderbusch, Hainbuche, Eberesche, abgestorbene Fichte, Weißdorn.

Viele meinen, die Hitzewelle ist normal für diese Jahreszeit, das sind die Hundstage, da ist es in jedem Jahr so warm. Doch nach 3 Jahren Trockenheit, Wintern fast ohne Schnee, Frühjahren fast ohne Regen, können die Hundstage den Dolchstoss für den Wald bedeuten. Die erschöpften Grundwasserspiegel konnten sich nicht wieder auffüllen, sie sanken ab, die Wurzeln der Bäume erreichen sie nicht mehr. Wir haben derzeit ein schlimmes Baum und Waldsterben. Selbst in Norddeutschland, wo das Klima durch den Golfstrom geprägt ist mit milden, feuchten Wintern und kühlen, feuchten Sommern - normalerweise. Vertrocknete Chaussee Bäume, abgestorbene Fichten, Buchen und Eichen im Trockenstress, trockene Bachbetten und ausgetrocknete Teiche prägen seit nunmehr 3 Jahren das Bild. Der Dürremonitor des Helmholz Institutes spricht von der größten Dürre seit 250 Jahren.
Mojib Latif, der renomierte Meterologe und Klimaforscher sagte kürzlich, " wir befinden uns auf dem Worst Case Pfad. "
Niemand kann genau sagen, ob wir die Klima Kipppunkte, an denen sich der Klimawandel verselbständigt und nicht mehr aufzuhalten ist, schon überschritten haben.
Die Permafrostböden tauen und setzen gigantische Mengen Methangas frei. Die Gletscher schmelzen und verlieren die Kraft, das Sonnenlicht wie ein riesiger Spiegel ins All zurückzuwerfen. Dadurch heizen sich Luft, Boden und Meer auf und die Gletscher schmelzen um so schneller.
Die großen Wälder dieser Erde brennen. Sie setzen dabei nicht nur ihr gespeichertes Co2 frei, sondern verlieren auch ihre Fähigkeit als Klimaanlage zu fungieren. Ab einem gewissen Grad der Zerstörung, können die Regenwälder ihren Regen nicht mehr selbst produzieren und ganze Landstriche fallen trocken, was wiederum das Waldsterben beschleunigt.
Die Meere versauern, was einen massiv negativen Einfluß auf das gesamte marine Leben hat. ( Die Meere nehmen vermehrt Co2 auf, welches mit H2O zusammen Kohlensäure bildet. Die Folge, die Meere versauern. In diesem sauren Millieu können kalkskelettbildende Lebewesen ihre Panzer nicht ausbilden. Konkret: Der Krill überlebt das Larvenstadium nicht, da er keinen Panzer ausbilden kann. Der Krill ist aber die Nahrungsgrundlage direkt oder indirekt, fast aller Meereslebewesen. Und die Übersäuerung begünstigt das Korallensterben)
Wir erleben aus all diesen Gründen aktuell ein Massenaussterben.
Seriöse Wissenschaftler sagen den Zusammenbruch unserer Zivilisation voraus, als Folge von Extremwetterlagen, Meeresspiegelanstieg und Dürre.
1977 hatte Jimmy Carter, der damaligen US Präsident, eine Expertise in Auftrag gegeben, die im Ergebnis genau dieses Szenario voraus gesehen hatte, welches jetzt eingetreten ist. Der "Club of Rome" gab 1972 in „Die Grenzen des Wachstums“ einen pessimistischen Ausblick auf die Entwicklung der Weltwirtschaft. Die Zukunft war bedroht und bedrohlich. Und so erteilte US-Präsident Jimmy Carter am 23. Mai 1977 dem Rat für Umweltqualität seines Präsidialamts und dem Außenministerium einen Auftrag, nämlich...

„...in Zusammenarbeit mit anderen Behörden, die voraussichtlichen Veränderungen der Bevölkerung, der natürlichen Ressourcen und der Umwelt auf der Erde bis zum Ende dieses Jahrhunderts zu untersuchen“. Dieser Bericht zeichnete ein düsteres Bild. Aber statt darauf zu reagieren und dem Rechnung zu tragen, verschwand das Papier in irgendwelchen Schubladen. Man entschied sich lieber dafür, die Wirtschaft zu fördern und Geld zu verdienen, anstatt die Erde zu retten.
Und selbst jetzt noch, sind die meisten Regierungen nicht bereit, Klima.- Natur.- und Umweltschutz der Wirtschaft vorzuziehen. Deutschland, welches durch Kohle, Stahl und Autoindustrie reich geworden ist, kann nicht verwinden, daß diese Ära vorbei ist und hat so manchen Trend verpennt.
Der Orangene in den USA hat vielen Naturschutzgebieten den Schutzstatus wieder aberkannt und lässt sie industriell ausbeuten. Er leugnet den Klimawandel und ist auch aus dem Pariser Abkommen ausgestiegen.
Der Faschist in Brasilien hat den Amazonas Regenwald zur Plünderung frei gegeben.
Selbst wenn wir uns um das Klima bemühen, jedoch die großen Staaten nicht mitziehen wollen, wie Nordamerika, Südamerika, China und Russland und arme Staaten nicht mitziehen können, sieht es finster aus. Die Weltgemeinschaft sollte an einem Strang ziehen. Doch auch dies ist eine riesen Herausforderung. Bis 2021 sollten wir Klimaneutral sein. Das sind noch 4 Monate....
Und selbst, wenn wir das schaffen sollten, wird sich der Klimawandel nicht einfach so rückgängig machen lassen. Da sind Prozesse angestoßen worden, die sich erst in Jahrzehnten wieder einpendeln werden, wenn überhaupt.
Wie fühlt es sich an, unseren Kindern und Enkeln eine Wüste zu hinterlassen und Schuld am millionenfachen Aussterben zu sein? Eine Million Arten stehen vor dem Aus und Aussterben ist für immer.

Mojib Latif sagte aber auch: "Ich sage einfach das, was ich fühle: Es sträubt sich alles in mir, das zu akzeptieren, dass wir es nicht hinkriegen, dass wir den Kampf verloren haben. Es kann einfach nicht sein. So lange zumindest eine theoretische Chance bestehe, werde ich mich weiter einsetzen."

Und ich sage, ich werde ebenfalls weiterkämpfen solange auch nur ein einziger Baum noch steht

Abgestorbene Fichten

Dazu kommt, dass die Kastanien unter der Minier Motte leiden

und die Eschen unter dem Eschentriebsterben

Verbrannt und verdorrt, aber Hauptsache der Rasen ist kurz geschoren.

Rasenmähen ist so Gartenzwerge, einfach nur piefig, spießig und peinlich.

Kommentare: 3
  • #3

    Jürgen Kruse (Sonntag, 20 September 2020 11:30)

    Zum Waldsterben zwei wichtige Aspekte:
    - die Emissionen aus der chemisch-industriellen Landwirtschaft, die den Wäldern (den Bäumen) zusetzen und
    - die rabiaten Holzerntemethoden der traditionellen Forst- und Waldwirtschaft.
    Beide Ursachen werden in Äußerungen zum "Waldsterben", zu "Dürreschäden" oder Borkenkafer-Atacken sehr oft verschwiegen.
    ------------------------------------------------------------- Siehe dazu unser Interview zu den "Waldschäden":
    https://rdl.de/beitrag/nicht-nur-der-klimawandel-auch-extensive-wald-und-landwirtschaft-geben-dem-wald-den-rest

    Radio Dreyeckland -- Dienstag, 25. August 2020 - (8:23)

    Nicht nur der Klimawandel auch intensive Wald- und Landwirtschaft
    geben dem Wald den Rest

    Es zieht schon wieder so ein dürres Jahr durch's Land und den Wäldern
    geht es immer schlechter. Jürgen Kruse vom Arbeitskreis Heckenschutz
    sieht meint aber, dass es zu kurz greift, den Klimawandel alleine für
    den Zustand der Wälder verantwortlich zu machen. Das hat sich Radio
    Dreyeckland von Jürgen Kruse näher erläutern lassen. Dass was er über
    Holzexporte sagt, gilt natürlich vorallem für seine Region im
    Münsterland (die Handelsbilanz beim Holz ist nahezu ausgeglichen),
    andere von ihm angesprochene Probleme gibt es aber sicher auch in
    Baden-Württemberg.
    ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    zu unserer Meldung zur Ausräumung der Wälder im Münsterland:

    Hier unsere Meldungen zur Ausräumung der Wälder (besonders auch im
    Kreis Borken und im Münsterland) bzw. zur Vorbereitung für weitere
    "Dürreschäden":

    Meldung auf www.waldreport.de zur Zerstörung der Wälder im Münsterland:
    https://waldreport.de/waldschadensmeldung/holzernte-schaeden/alle-groesseren-buchen-werden-ausgeraeumt-schirmschlag?fbclid=IwAR0IbFhqAPhBZGhEgg4KxynqahOg9Y0PlpKq0puB_h8_vLgQb5u3l1qCFYA

  • #2

    erika (Freitag, 18 September 2020 17:52)

    Liebe Gudrun, seit vielen Jahren hast Du bewusst immer wieder auf die grossen Probleme hingewiesen denen unser immer noch schoener Planet ausgesetzt ist. Ernste Toene gab es von Wissenachaftlern und Groessen wie David Attenborough, sowie mit grosstem Ernst von Greta Thunberg und vielen Anderen ebenso engagierten Jugendlichen.
    Ich habe eine Altersstufe erreicht, in der ich mir groeste Sorgen mache um erwachsene Kinder und Enkel.Und doch werden jedenTag neue Kinder gezeugt, Kinder geboren, jedem Covid-19 zum Trotz..Sie alle sollten weiter ein Recht auf Leben haben.
    Natur und die Schoenheit, die nachwievor auf unserem Planeten vorhanden ist, muss erhalten bleiben, Alle naturliebenden Menschen muessen durch grossangelegte Projekte zum Schutz der Meereswesen und der gesamten Flora und Fauna eintreten und mithelfen, solche Ziele vorrangig zu erledigen. Fakten muessen primaer erwogen werden. Wirtschaft hat sich mit weniger Gewichtigkeit zu bescheiden. Auch das ist moeglich, wenn die Menschheit zum Weiterleben bereit ist..

  • #1

    Eva Schmelzer (Donnerstag, 17 September 2020 19:10)

    Man spürt in Deinem mit so heftiger Vehemenz geschriebenen Artikel ganz deutlich die Angst und Wut gegenüber diesem Problem, dem trotz der Offensichtlichkeit aus verschiedensten Gründen nicht die nötige Aufmerksamkeit und Tatkraft gegeben wird. Ich selbst bin auf einer mehrstündigen Zugfahrt im August, bei der ich im Vorbeifahren sehr auf die Natur geachtet habe, erschrocken gewesen: Es boten sich mir durchweg Bilder, wie sie auch in diesem Beitrag zu sehen sind. Hinzu kommen noch die Meeresprobleme, die ja nicht so offensichtlich zu erkennen sind, außer bei den ausgetrockneten Gewässern. Auch wenn ihn kaum jemand noch ernst nimmt ist es ein Ärgernis, dass Donald Trump kürzlich bei einem Besuch in den Waldbrandgebieten in Kalifornien die Folgen des Klimawandels erneut relativiert hat. Bei einem öffentlichen Gespräch mit Einsatzkräften und Behördenvertretern sagte Trump zum Leiter der kalifornischen Behörde für natürliche Ressourcen: "Es wird wieder kühler werden. Sie werden schon sehen." Als der erwiderte, er wünschte, die Wissenschaft würde Trump zustimmen, sagte der US-Präsident: "Ich glaube nicht, dass die Wissenschaft darüber Bescheid weiß."
    Auch wenn es sehr wahrscheinlich ist, dass die nachfolgenden Generationen ernster mit dem Problem umgeht fürchte ich, dass wir so viel Zeit nicht mehr haben.