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Endlich Abkehr von der Kohle?

Sonnenblume
(c)Gemälde Martina Sparfeld

Der Klimagipfel in Paris könnte die Trendwende werden. Der Ausbau der erneuerbaren Energiegewinnung boomt. Erstmals sind, laut einer Studie von German Watch, 2013 weltweit mehr neue Kapazitäten im Erneuerbaren-Bereich entstanden, als in der fossilen und nuklearen Stromerzeugung zusammen. Der Klimagipfel in Paris muss nun einen stabilen Trend daraus machen. Sollte das Ziel, bei unter 2° Erderwärmung zu bleiben, keine Illusion mehr sein? Seit 2010 ist nur jedes Dritte angekündigte Kohlekraftwerk auch wirklich gebaut worden.18 Länder erzeugen bereits mehr als zehn Prozent ihres Stroms aus Sonnen- und Windenergie. China hat 2014 erstmals mehr Kapazitäten im Erneuerbaren-Bereich gebaut als im Kohlesektor. In Indien haben sich die Windkraft-Kapazitäten in den vergangenen zehn Jahren verzehnfacht. In China ist es inzwischen so, dass für neue Kohlekraftwerke, alte, ineffiziente geschlossen werden müssen. In Dubai sind die Kosten für Solaranlagen geringer als für konventionelle Kraftwerke. Gleichzeitig springen immer mehr Investoren für Kohlekraftwerke ab, wie z.B. Norwegens GPFG.

Man kann also sagen, Kohle hat keine Zukunft. Letztendlich wird sie als „Stranded Investment“ enden. Völlig unverständlich ist deshalb der weiterhin hartnäckig verfolgte Braunkohle Tagebau z.B. am Hambacher Forst, betrieben von RWE.

Schade ist auch, die Konzept. und Planlosigkeit der deutschen Regierung. Nachdem Frau Merkel, nach dem Unglück von Fukushima, den Ausstieg beschloss, gab es außer der Losung, weg vom Atom, keinerlei Konzept und so machte sich bei den Erneuerbaren ein Wildwuchs breit, der jetzt zu chaotischen Zuständen führt. Es werden dauernd widersprüchliche Signale gesendet, so entstand u.a. auch das bekannte Wirrwarr beim Leitungsausbau. Deutschland steht vor einer großen Infrastrukturaufgabe. Es muss den Windstrom vom Norden und den Sonnenstrom aus dem Süden mit den Regionen des höchsten Energieverbrauchs verbinden.

Interessant hingegen ist die Tatsache des nordafrikanischen Windpotenzials. Solarstrom hat sich als zu teuer erwiesen. Aber Acht Sahara Staaten könnten jeweils mehr Windstrom erzeugen, als Afrika und Europa zusammen verbrauchen. Attraktiv ist ebenfalls, dass in Wüstenregionen die Windparks keine Nutzungskonflikte hervorrufen würden. Man könnte die Sommerwinde aus Afrika und die Winterwinde aus Europa gut kombinieren. Dieses Potenzial kann man getrost als unbegrenzt bezeichnen. Zudem würde dieser Wirtschaftszweig helfen, die nordafrikanischen Staaten politisch zu stützen und zu stabilisieren.

Kohle ist fossil und Staaten, die Kohle verwenden, werden ebenfalls bald zu den Fossilien gehören.

Kommentare: 1
  • #1

    Eva Schmelzer (Samstag, 04 Juli 2015 14:13)

    Ich habe auch Hoffnung, dass trotz der wahrlichen Konzept- u. Planlosigkeit der deutschen Regierung der Pariser Klimagipfel mehr bringen wird als Ähnliches in der Vergangenheit. Vor allem, weil China und auch Indien offenbar guten Willen zeigen. Dazu habe ich eine erfreuliche Aktualisierung (Zitat German Watch): "Am 30. Juni reichte China, der mit Abstand größte CO2-Emittent der Welt, seinen angestrebten Beitrag zum Klimaschutz ab 2020 (die sogenannte Intended Nationally Determined Contribution – INDC) ein. Mit China, den USA und der EU haben damit die drei weltweit größten Emittenten – gemeinsam verantwortlich für mehr als die Hälfte der globalen Treibhausgasemissionen – ihre Karten auf den Tisch gelegt. Chinas Beitrag ist ein Meilenstein auf dem Weg zu einem neuen internationalen Klimaabkommen, welches im Dezember in Paris verabschiedet werden soll. Der chinesische Klimabeitrag unterstreicht die Bereitschaft des Landes, seine Entwicklung nicht länger vor allem auf Kohlekraft, sondern zunehmend auf erneuerbare Energieträger zu stützen."
    Äußerst interessant war der letzte Abschnitt des Beitrags über die mögliche Kombination von Afrikas und Europas Winden. Ich glaube, mit dem nötigen guten Willen könnten noch etliche Möglichkeiten erschlossen werden, die uns endlich von der Kohle trennen.
    Nicht vergessen möchte ich, dass ich mich sehr über Martinas Sonnenblumen-Gemälde gefreut habe. Hab sie sofort wiedererkannt.