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Die Tiere der Pole und der Klimawandel

Text: Gudrun Kaspareit

23. 10. 2014

Hier habe ich willkürlich einige populäre Tierarten, die an den Polen leben, herausgepickt, um exemplarisch zu zeigen, wie es allen Arten ergeht, die vom Meereis abhängig sind.


Der Nordpol

Eisbär
Polarbär Wikipedia By Ansgar Walk (Own work) [CC-BY-SA-2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)], via Wikimedia Commons

Eisbär

Es wurde, schon wieder, ein verhungerter Eisbär gefunden. Er bestand nur noch aus Fell und Knochen, er hatte kein Gram Fett mehr am Leib. Das Eis geht seit Jahren beständig zurück, inzwischen ist die verlorenen Fläche acht mal so groß wie Deutschland und da Ringelrobben, die bevorzugte Speise des Eisbären im Eis leben, findet der Eisbär keine Nahrung mehr.

Eisbären sind auf das Eis angewiesen. Sie fressen sich im Winter eine Speckschicht an, um den Sommer an Land überleben zu können. Schmilzt das Eis früher und friert es später, wird die Spanne, in der die Polarbären sich Fett anfressen können, immer kleiner.

In kanadischen Siedlungen tauchen immer wieder verzweifelte, hungernde Eisbären auf. Man kann davon ausgehen, dass für jeden Bären den man sieht, es noch Hunderte gibt, die man nicht sieht und die still verhungern. Zusätzlich machen ihnen, als Endglieder der Nahrungskette, auch die Umweltgifte, die sich im Fett anlagern zu schaffen.

Schon im Jahr 2009 haben die fünf Eisbären-Länder erkannt, dass der Klimawandel als größte Bedrohung angegangen werden muss. Nur wie, wissen sie bisher nicht. Ein internationales Klimaabkommen ist nicht in Sicht.

Walross
Walross Wikipedia By Captain Budd Christman, NOAA Corps [Public domain], via Wikimedia Commons

Walross

Das zurückgehende Eis ist auch für die Walrosse ein massives Problem. An Alaskas Nordwestküste sind jüngst ca. 35000 Walrosse an Land gegangen. Man vermutet, die Ursache liegt im Rückgang des Eises, denn Walrosse können nicht unbegrenzt lange im Wasser bleiben, sie brauchen das Eis, um sich auszuruhen. Das Eis ist für sie ein wichtiger Lebensraum. Von der Eisscholle aus jagen und tauchen sie und auf den Eisschollen ruhen sie sich dann wieder aus. Nun wird das Eis immer weniger und die Tiere sind gezwungen an Land zu gehen. Durch den Massenansturm sind sind schon 50 Walrosse erdrückt worden.

Sattelrobbe
Sattelrobbenbaby Von Matthieu Godbout - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1893984

Sattelrobbe

Sattelrobben bringen ihren Nachwuchs auf dem Eis zur Welt. Da aber das Eis in den letzten Jahren immer früher abgeschmolzen ist oder sich später gebildet hat, waren viele Robbenmütter gezwungen ihren Babys ins Wasser zu gebären, wo sie ertrinken und erfrieren mussten. Schätzungen zufolge sind 2010 knapp 90 Prozent der im St.-Lorenz-Golf geborenen Sattelrobbenbabys noch vor dem Beginn der kommerziellen Jagd wegen des Eismangels gestorben. Trotz dieses großen Verlusts ließ die kanadische Regierung die Jagd stattfinden.

Südpol

Zügelpinguin
von Gilad Rom from Israel (Chinstrap Penguin) [CC-BY-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons

Zügelpinguin

Die Zahl der Zügelpinguine auf der Antarktis-Insel Deception Island hat drastisch abgenommen. Wissenschaftler glauben an einen Zusammenhang mit dem Klimawandel. In den letzten 10 Jahren ist der Bestand um fast 40% zurück gegangen. Die Wissenschaftler vermuten, dass dieser Rückgang mit dem zunehmenden Verschwinden des Seeeises zusammenhängt. Kein Seeeis, kein Krill, kein Krill, kein Futter für die Pinguine.

Kaiserpinguin
Kaiserpinguin Wikipedia By Ian Duffy from UK (Animal Portraits Uploaded by Snowmanradio) [CC-BY-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons

Kaiserpinguine

Wenn das antarktische Eis gemäß der Vorhersagen weiter schmilzt, gehören auch die Kaiserpinguine bald zur bedrohten Art. Für diese Prognose legten die Forscher die Zahlen von 2005 zugrunde. Demnach würde 2100 von derzeit 6000 Kaiserpinguin Brutpaaren 400 übrig bleiben. Diese Pinguine sind bekannt für ihre langen Wanderungen zwischen Brut.- und Nahrungsgründen. Für die Nahrungssuche begeben sich die Tiere an die Packeisgrenze. Ein frühes Aufbrechen oder Verschwinden des Eises würde die Fortpflanzungsraten dramatisch senken und den Pinguinen ihre Nahrungsgrundlage entziehen.

Krill
Antarktischer Krill Wikipedia By Krill666.jpg: Uwe Kils I am willing to give the image in 1700 resolution to Wikipedia Uwe Kils (Krill666.jpg) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)],

Krill

Der Krill ist die Hauptnahrung von Blauwal, Pinguin und Robbe.

Nachdem viele Fischbestände ausgebeutet waren, verlegten sich die Fischer auf Krill als neue Eiweißquelle. In wenigen Jahren schrumpfte der Bestand drastisch, in manchen Gebieten um mehr als die Hälfte. Die Larven und Jungtiere des Krills sind auf Eisalgen angewiesen. Das bedeutet, je weniger Eis desto weniger Eisalgen, desto weniger Krill und umso weniger Nahrung für die vom Krill abhängenden Tiere. Ebenso große Auswirkung auf den Krill hat die CO2 Konzentration im Ozean und die damit verbundene Übersäuerung. Studien haben gezeigt, dass selbst bei einem minderen CO2 Anstieg die Jungtiere Probleme in der Entwicklung zeigen. Bei einer hohen CO2 Konzentration sind die Larven nicht mehr in der Lage zu schlüpfen. Das liegt daran, dass die Säure den Chitinpanzer angreift.

Man kann zusammenfassend sagen, stirbt der Krill, stirbt das Meer.

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Kommentare: 1
  • #1

    Eva Schmelzer (Montag, 01 Dezember 2014 14:12)


    Die große Dramatik der hier so eindrucksvoll geschilderten Ereignisse betrifft ja „nur“ den Einfluss des Klimawandels auf die Eismeere und einige dort heimische Tiere. Und das alles ist schon unfassbar traurig genug. Wenn man nun noch die vielen anderen schlimmen Entwicklungen in den Weltmeeren betrachtet, über die ja in der Naturwelt und in der Meeres-Gruppe berichtet wurde und wird, kann man daran verzweifeln und befürchten, dass aus dem einst blauen, einmal ein grauer Planet werden wird. Ohne intakte Meere wird die Welt sterbenskrank werden. Einzelne Menschen, denen das bewusst ist, handeln im täglichen Leben danach. Nun müssen die Verantwortlichen ihre Verantwortung endlich über Wirtschaftlichkeit, Wachstum und Profit stellen, sie dürfen nicht zu Raubmördern an Milliarden von Meeresbewohnern werden, was letztendlich zum Mord an großen Teilen der Menschheit führen würde.