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Die Erderwärmung

Text: Gudrun Kaspareit

Quelle: Wikipedia

22.12. 2015

(c) Gudrun Kaspareit
(c) Gudrun Kaspareit

 Alle Welt spricht von der Erderwärmung, aber was genau ist das eigentlich? Wird das Wetter wärmer? Haben wir bald paradiesische Zustände, wie im Süden? Blühen hier bald die Orangenbäume? Oder heizt sich der ganze Planet auf? Das wäre ein Problem, denn dieser Prozess ist nicht so schnell umkehrbar. Ein Planet lässt sich nicht so mir nichts dir nicht wieder abkühlen. Und wenn die Gletscher erst mal schmelzen, steigen die Meeresspiegel an und danach kommt die große Trockenheit. Was dann kommt, kann kein seriöser Wissenschaftler wirklich beantworten. Aber wir dürfen alle mutmaßen, dass es nichts Gutes sein wird, denn selbst Orangenbäume brauchen ein wenig Wasser.

Als globale Erwärmung bezeichnet man den Anstieg der Durchschnittstemperatur der erdnahen Atmosphäre und der Meere seit der Industrialisierung, in den letzten 50 bis 150 Jahren. Der berechnete Erwärmungstrend über die letzten 50 Jahre (1956 bis 2005) in Höhe von 0,13° C +-0,03°C pro Jahrzehnt ist fast zweimal so groß wie derjenige über die letzten 100 Jahre (1906 bis 2005) in Höhe von vs. 0,07° C +-0,02°C pro Jahrzehnt. Dieser Prozess verläuft erheblich schneller als alle bekannten Erwärmungsphasen der letzten 65 Millionen Jahre. Im Gegensatz zum Wetter, das kurzfristig-aktuelle Zustände der Atmosphäre beschreibt, werden hinsichtlich des Klimas Mittelwerte über längere Zeiträume erhoben. Die fortdauernde Anreicherung der Erdatmosphäre mit Treibhausgasen (Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan und Distickstoffmonoxid), die vor allem durch die Nutzung fossiler Energie, durch weltumfassende Entwaldung sowie Land- und insbesondere Viehwirtschaft freigesetzt werden, erhöht das Rückhaltevermögen für infrarote Wärmestrahlung in der Troposphäre. Kohlenstoffdioxid trägt am meisten zur globalen Erwärmung bei.

Die berechneten und teils schon eintretenden Folgen der Erderwärmung sind Gletscherschmelze, Meeresspiegelanstieg, Extremwetterlagen, Ausbreitung der Dürregebiete, Auftauen der Permafrostböden und aufgrund dessen ein großes Artensterben. Verursacht wird dies alles von dem sogenannten Treibhauseffekt. Treibhausgase lassen die von der Sonne kommende kurzwellige Strahlung weitgehend ungehindert auf die Erde durch, absorbieren aber einen Großteil der von der Erde ausgestrahlten Infrarotstrahlung. Dadurch erwärmen sie sich und emittieren selbst Strahlung im längerwelligen Bereich. Die „Treibhausgase“ sind seit der Industrialisierung rasant angestiegen. Es ist der höchste Anstieg seit 22000 Jahren. Die Konzentration von Kohlenstoffdioxid in der Erdatmosphäre ist vor allem durch die Nutzung fossiler Energie, durch die Zementindustrie und großflächige Entwaldung seit Beginn der Industrialisierung von ca. 280 ppmV um 40 % auf ca. 400 ppmV (parts per million, Teile pro Million Volumenanteil) im Jahr 2015 gestiegen. Dies ist wahrscheinlich der höchste Wert seit wenigstens 15 bis 20 Millionen Jahren. Nach Messungen aus Eisbohrkernen betrug die CO2-Konzentration in den letzten 800.000 Jahren nie mehr als 300 ppmV.

Der Anstieg des Klimagases Methan, verursacht durch die Viehhaltung, betrug 180% 

Auch die Meere erwärmen sich. Der Energieinhalt der Weltmeere nahm zwischen Mitte der 1950er Jahre bis 1998 um ca. 14,5 × 1022 Joule zu, was einer Heizleistung von 0,2 Watt pro m² der gesamten Erdoberfläche entspricht. Die Energiezunahme der Weltmeere in Höhe von 14,5 × 1022 Joule entspricht der Energie von 100 Millionen Hiroshima-Atombomben.

Das globale Klimasystem ist von Rückkopplungen geprägt, die Temperaturveränderungen verstärken oder abschwächen. Eine die Ursache verstärkende Rückkopplung wird als positive Rückkopplung bezeichnet. Die beiden stärksten, positiv wirkenden Rückkopplungsprozesse sind die Eis-Albedo-Rückkopplung und die Wasserdampf-Rückkopplung. Ein Abschmelzen der Polkappen bewirkt durch verminderte Reflexion einen zusätzlichen Energieeintrag über die Eis-Albedo-Rückkopplung. Die Wasserdampfrückkopplung entsteht dadurch, dass die Atmosphäre einer wärmeren Welt auch mehr Wasserdampf enthält. Da Wasserdampf das mit Abstand mächtigste Treibhausgas ist, wird dadurch ein eingeleiteter Erwärmungsprozess weiter verstärkt

Nicht nur der Verbrauch von fossilen Energieträgern führt zu einer Freisetzung von Treibhausgasen. Die intensive Bestellung von Ackerland und die Entwaldung sind ebenfalls eine bedeutende Treibhausgasquelle. Die Vegetation benötigt für den Prozess der Photosynthese Kohlenstoffdioxid zum Wachsen. Bäume benötigen CO2 in größeren Mengen als Getreide. Der Boden ist eine wichtige Senke, da er organisches, kohlenstoffhaltiges Material enthält. Durch ackerbauliche Tätigkeiten wird dieser gespeicherte Kohlenstoff in Form von Kohlenstoffdioxid jedoch teilweise freigesetzt.

Im Permafrost Westsibiriens lagern 70 Milliarden Tonnen Methan, in der Tiefsee ungleich größere Mengen Gashydratvorkommen. Durch lokale Klimaveränderungen könnten auch bei geringer globaler Erwärmung regional kritische Temperaturen erreicht werden; es besteht die Gefahr der Freisetzung der dort gespeicherten Methanressourcen in die Atmosphäre.

 Eine ebenfalls Sorgen bereitende Prognose besagt, dass nach einer im Jahr 2009 erschienenen Studie die gegenwärtig bereits angestoßene Erwärmung noch für mindestens 1000 Jahre irreversibel ist, selbst wenn heute alle Treibhausgasemissionen vollständig gestoppt würden.

 Die Erderwärmung wird weitreichende Folgen haben. Auf die Biosphäre, das Artensterben, die Verteilung von arm und reich, die Politik, Krieg und Frieden, die Wirtschaft. Alle Folgen werden von Nachteil für die Erde sein.

Dies ist natürlich nur eine ganz vereinfachte Darstellung. Tatsächlich ist das Thema viel komplexer. Ich wollte nur aufzeigen, wie der Stand der Dinge ist und was uns droht, wenn wir nicht endlich reagieren und die Reißleine ziehen. All jenen, die sagen „Klimakatastrophen“ habe es schon immer gegeben, möchte ich sagen: „Ja, das stimmt, sie wurden z.B. durch Vulkanausbrüche oder Meteoriteneinschläge verursacht und bedingten ein großes Artensterben. Und ja, die Evolution hat sich stets berappelt und ist neu durchgestartet. ABER, dieser Prozess hat jeweils viele Millionen Jahre gedauert. Die Frage, ob sich die Natur erholt, ist also für UNS nicht relevant.“

Kommentare: 1
  • #1

    Eva Schmelzer (Samstag, 02 Januar 2016 14:54)


    Bravo! Ein sehr guter Artikel, der alle Fragen zu diesem komplexen Thema beantwortet und Zweifel bei der einen oder anderen Unklarheit beseitigt. Auch wenn Du sagst, dies sei nur eine vereinfachte Darstellung, macht sie aber jedem ganz klar deutlich, um was es geht. Dem habe selbst ich nichts hinzuzufügen (wo ich mich ja sonst doch immer mal gerne als Schlaumeier aufspiele). Sehr gefallen hat mir auch, dass es überdeutlich klar wird, welch weitreichende Folgen die Erderwärmung haben wird. Ich glaube, das ist vielen in der von Dir genannten Tragweite erst mal gar nicht so bewusst. Auch ich habe noch so detailliert darüber reflektiert. Also auf die Biosphäre, das Artensterben, die Verteilung von arm und reich, die Politik, Krieg und Frieden, die Wirtschaft. Ja, für jeden kleinen Bereich, der vermeintlich nichts damit zu tun hat, wird es zu negativen Veränderungen kommen. - Das Jahr 2016 soll übrigens noch wärmer werden als die vergangenen.