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Die Europäische Sumpfschildkröte

Text und Foto: Sven Bieckhofe

22.08.2017

Europäische Sumpfschildkröte
(c) Sven Bieckhofe Europäische Sumpfschildkröte

 

Europäische Sumpfschildkröte (Emys orbicularis)

 

Als einzige heimische Schildkröten Art ist sie vom Aussterben bedroht.
Ihr ovaler, relativ flacher Rückenpanzer ist dunkel, braun-schwarz gefärbt und weist eine feine gelbliche Strich- und Punktzeichnung auf. Die Sumpfschildkröte bevorzugt flache, stehende oder langsam fließende Gewässer Flussauen und Sumpfgebiete, die schnell von der Sonne erwärmt werden.

 

Heute siedelt die Europäische Sumpfschildkröte in Resten nur noch in wenigen natürlichen Vorkommen, in Seen- und Bruchlandschaften östlich der Elbe. In Südwestdeutschland existieren nach heutigem Wissen keine natürlichen Vorkommen mehr. In Hessen wird das Vorkommen einzelner Exemplare aber dennoch als möglicherweise natürlich begründet eingeschätzt. Auch in Oberschwaben bzw. im Bodenseegebiet könnten einzelne, einheimische Individuen überlebt haben.

 

Aktuell gib es Wiederansiedlungs-Projekte der Europäischen Sumpfschildkröte in Deutschland.
Aber Invasoren sind eine Bedrohung für die Sumpfschildkröten.
Der Waschbär wird zur Gefahr für die ohnehin vom Aussterben bedrohte Europäische Sumpfschildkröte und ihre letzten Vorkommen bei uns. Eine weitere Gefahr sind die ausgesetzten Zierschildkröten( Rot- und Gelbwangenschildkröten).
Denn wenn die Europäische Sumpfschildkröte und diese exotischen Arten gemeinsam in einem Gewässer leben, verdrängen die eingeschleppten Zierschildkröten unsere einheimische Art.

 

Schutzstatus
Die Europäische Sumpfschildkröte ist in der Europäischen Gemeinschaft durch die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, Anhang IV geschützt. In Deutschland unterliegt sie damit laut § 42 Abs. 2 Nr.1 und 2 des BNatSchG einem Besitz- und Vermarktungsverbot. Tiere, die nachweislich aus legaler Zucht stammen, sind von diesen Verboten ausgenommen. Für sie besteht aber eine Meldepflicht bei den zuständigen Artenschutzbehörden.

 

 

 

Kommentare: 2
  • #2

    Eva Schmelzer (Dienstag, 05 September 2017 16:42)

    Vor ca. 2 Jahren habe ich in einem kleinen See in einem innerstädtischen Park mitten in Düsseldorf 2 große Schildkröten gesehen, deren Art ich nicht zuordnen konnte. Das Umweltamt hat mich dann auf meine Nachfrage hin aufgeklärt, dass es sich um den von Dir beschriebenen Invasor, die Amerikanische Rotwangen-Schmuckschildkröten handelt, die ursprünglich ausgesetzt wurden und einige Populationen gebildet haben. Es habe aber noch vor etwas mehr als 100 Jahren viele heimische Sumpfschildkröten gegeben, die vor allem von der ärmeren Bevölkerung stark bejagt und somit komplett ausgerottet wurden.
    Ich hoffe sehr, dass die Bemühungen der Wiederansiedlung in einigen Gebieten erfolgreich sind. Danke für diesen Bericht über die fast vergessene heimische Tierart.

  • #1

    Erika (Sonntag, 03 September 2017 14:30)

    Svens Artikel zu seinem schoenen Bild ist sehr eingehend. Koennte es sein,dass wir in Dir einen der besorgten Naturschuetzer haben, die durch Eigeninitiative erhoffen, die Anzahl wilder Sumpfschildkroeten zu erhoehen?
    Was das Weibchen zur Eiablage braucht ist ein sonniger sandiger Huegel, mit wenig Pflanzen. Nur 10cm tief scharrt es eine Eihoehle, legt 9-15 Eier und verschliesst die Hoehle so sorgfaeltig, dass man es kaum erkennen kann. Es kehrt jedes Jahr wieder zu diesem sandigen Huegel zurueck, auch wenn es lange braucht, ihn zu erreichen.
    Was mich auch sehr interessiert ist, dass Sumpfschildkroeten nur unter Wasser schlucken koennen. Der Kopf bewegt sich noch vorn und der entstehende Wasserstrom drueckt die Nahrung in den Hals.
    Die Maennchen lieben das Sonnenbaden auf einem im Wasser liegenden Baumstamm.