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Der Rückgang der Schmetterlinge

Text: Gudrun Kaspareit

01. 07. 2013

 

Neben den Bienen und Wildbienen haben es auch die Schmetterlinge schwer und kämpfen um ihr Überleben. Ich persönlich habe in diesem Jahr bis jetzt einen Admiral, zwei Pfauenaugen und eine Handvoll Kohlweißlinge gesehen. Mehr nicht. Anderorts mag es ähnlich sein.

Laut einer Studie der europäischen Umweltagentur sind die Bestände seit 1990 um 50% zurück gegangen. Das ist eine erschreckende Zahl.

Genau wie auch bei anderen Insekten, ist die intensive Landwirtschaft mit ihren Monokulturen und Spritzmitteln Schuld. Immer mehr Wiesen verschwinden und mit ihnen die bunte Vielfalt. Das betrifft ebenso Wiesenbrüter wie die Lerche, den Kiebitz (der Kiebitz ist stark bedroht, manche sagen schon, er habe keine Chance mehr), das Rebhuhn und die Bekassine, verschiedene Hautflügler und Schmetterlingsarten, so wie selten gewordene Wiesenblumen, zum Beispiel die Trollblume, die Kuckuckslichtnelke, die Sumpfdotterblume oder den Lungenenzian.

 

Außer mit den Monokulturen, kämpfen die verbleibenden Wiesen auch mit ihrer Trockenlegung, artenarmen Aussaaten und einer zu frühen Mahd, welche die Blumen daran hindert zu reifen und sich wieder auszusäen.

Diverse Wiesenvögel, wie Kiebitz, Rotschenkel, Austernfischer und Uferschnepfe, die schon zeitig brüten, leiden unter Güllung, Walzung und früher Mahd der Wiesen. Die Nester und Jungvögel gehen so verloren. All diese Arten sind selten geworden.

 

Das macht mich traurig. Ich möchte in einer Welt ohne bunte Blumenwiesen, gaukelnde Falter und den Gesang der Lerche nicht leben.

Die Verbuschung, ein weiterer Grund für den Rückgang der Schmetterlinge

 

In den Alpen zum Beispiel, wo die Almweiden aufgegeben wurden, kommt es zunehmend zur Verbuschung. In dem Maße wie die Verbuschung voranschreitet, verschwindet die Biodiversität der ehemals artenreichen Alpwiesen. In erster Linie wächst die Grünerle nach und bildet undurchdringliches Buschwerk, die Wiesen verschwinden.

Die Grünerle weist ein paar unliebsame Besonderheiten auf. Mit Hilfe von Bakterien kann sie den Stickstoff aus der Luft binden und zur eigenen Düngung verwenden. Diese Düngung vertragen aber die mageren Boden gewohnte Wiesenkräuter nicht. Und mit dem Rückgang der typischen Wiesenpflanzen verschwinden auch die davon abhängigen Insekten und Vögel.

Außerdem wird der Stickstoff im Boden als Nitrat ausgewaschen, versauert den Boden und belastet das Grundwasser.

Weiterhin scheiden die Grünerlen als Nebenprodukt Lachgas aus, welches aber als starkes Treibhausgas gilt.

Das Roden der Grünerlen ist sehr schwierig und teuer, da sie ja in steilem, unwegsamen Gelände wachsen.

Eine Lösung könnten Ziegen und die Engadiner Schafe sein, denen schmecken nämlich die Triebe der Grünerlen und sie könnten so die Gebüsche zurückdrängen und das ursprüngliche Gleichgewicht wieder herstellen.

Vielleicht sollte man noch wissen, dass es sich bei der Grünerle um eine Pionierart handelt, die zur Sicherung abrutschgefärdeter Hänge eingesetzt wurde, da sie bis in einer Höhe von 2800 m. wächst.

Vor allem an lawinengefährdeten Nordhängen ist sie oft die einzige Baumart.

(Text: Gudrun Kaspareit)

Grünerle
Grünerle Wikipedia
Der Todesstoß für die Blumenwiesen
Können Sie sich in Österreich ein Verschwinden bunter Blumenwiesen und Almen vorstellen?
Diese unglaubliche Vorstellung könnte Wirklichkeit werden, wenn der Plan der österreichischen Politik umgesetzt wird, Magerwiesen, Hutweiden und Almen bei der neuen Flächenprämie mit 75% weniger zu fördern als Intensiv-Grünland und Äcker.
Das wäre der Todesstoß für die letzten Blumenwiesen und ein Schlag ins Gesicht aller Bauern, die mit viel Einsatz und Respekt artenreiche Wiesen erhalten. Diese Pflege ökologisch wertvoller, jedoch ökonomisch wenig ertragreicher und oft aufwendig zu bewirtschaftender Wiesen darf auf betriebswirtschaftlicher Förderebene nicht bestraft werden. Bei der Umsetzung der derzeitigen Pläne, ist im Jahr 2014 mit einer Ausstiegswelle vieler Landwirte aus den Agrar-Naturschutzmaßnahmen zu rechnen.
Die großen Naturschutzvereine Österreichs bündeln deshalb jetzt ihre Kräfte, um in den nächsten - entscheidenden - Wochen ein Umdenken bei der Bundesregierung zu erreichen.
Dabei können auch Sie mithelfen: Bitte unterschreiben auch Sie die Petition für eine einheitliche Förderung aller landwirtschaftlichen Flächen und weiterer Verbesserung des kommenden österreichischen Programms der Ländlichen Entwicklung unter: www.rettet-die-blumenwiesen.at
Gerald Pfiffinger, Geschäftsführer, BirdLife Österreich
und Hans Uhl, BirdLife Österreich, Vogelschutz und Landwirtschaft
P.S.: Bitte informieren Sie auch Verwandte und Freunde über diese Aktion, denn wir brauchen wirklich jede Unterstützung!
 
Kommentare: 1
  • #1

    Eva Schmelzer (Montag, 06 Januar 2014 18:29)

    Das Wissen, dass die Natur, von der wir ja auch ein Teil sind, geschützt werden muss, weil alles mit allem verbunden ist, ist doch nun verdammt noch mal nichts Neues mehr. Es macht mich traurig und wütend, dass auch noch nach Jahrzehnten ignoriert wird, dass es weiter rapide bergab geht, wenn den Reden der Verantwortlichen (wohl um sich ein verantwortungsvolles Image zu verschaffen) nicht endlich auch Taten folgen. Alles, was bisher getan bzw. nicht getan wurde zum Wohle unserer Mit- bzw. Umwelt geschah auf Initiative von Nichtregierungsorganisationen oder Bürgerinitiativen hin.
    Petition natürlich mitgezeichnet, bin aber entsetzt über die Ignoranz oder schlichtweg Unkenntnis derer, die dafür gut bezahlt werden, sich für das Wohl der Lebensqualität und Überleben-Können der Individuen einzusetzen und nicht ausschließlich für das Wohl der Wirtschaft und deren Wachstum, das offensichtlich in den Himmel wachsen soll, während das Leben auf der Strecke bleibt.
    Wir hatten das Thema "Schmetterlinge im Sommer" schon mal groß auf der Agenda, entweder hier in der Naturwelt oder auf Gudruns Seite. Ich habe daraufhin mehrere Ausflüge gemacht, die explizit auf die Ausschau nach Schmetterlinge ausgerichtet waren. Ich kenne bestimmte naturgeschützte!!! Wiesen in der Umgebung, von denen ich weiß, dass es dort in den vergangenen Jahrzehnten immer sehr viele Schmetterlinge gab. Letztes Jahr war ich entsetzt, denn es waren dort weniger zu sehen als noch vor 5 bis 10 Jahren auf meiner Terrasse mitten in der Stadt, wohin sich allerdings heute nun kaum noch einmal einer verirrt.