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Was tun, wenn ich einen jungen Vogel finde?

Text: Angelis Kara

Foto: Gudrun Kaspareit

14.06.2019

Grauschnäpperküken
(c) Gudrun Kaspareit Vogeljunges

Für alle zur Information:

Erstmaßnahmen beim Fund von hilflosen Vogelkindern oder verletzten Tieren. Bei Facebook gibt es eine tolle Gruppe. Erste Maßnahmen, egal, wie klein oder groß der Vogel ist: in einen Karton mit Luftlöchern setzen, möglichst in ein Handtuchnest auf seine Füßchen und Köpfchen auf den Rand vom Handtuch. Kein Futter, kein Wasser, so lange nicht die Art und das Alter bestimmt sind. Wasser darf nie mit einer Spritze verabreicht werden, die Luftröhre liegt direkt am Anfang unter der Zunge, sie ersticken qualvoll. Sie nehmen Wasser mit der Nahrung auf oder trinken selbständig, wenn sie größer sind. Wenn er gegen etwas geflogen ist, hat der Pieper einen Brummschädel, er sollte dann einige Stunden im Dunkeln ruhen dürfen. Handelt es sich um kleine Vögel, die am Boden sitzen (Ästlinge), werden sie von den Eltern weiter gefüttert, muss man abwägen, wie gefährlich der Sitzplatz ist oder ob er Schaden genommen hat. Nach Tierkontakt zum Beispiel muss zwingend über mehrere Tage ein Antibiotikum gegeben werden. Nestlinge kann man evtl. zurück setzen, klappt aber nicht immer. Diese Kleinen ebenfalls in einem Handtuchnest unterbringen mit dem Unterschied, dass sie es warm haben müssen und zum Teil auch Luftfeuchtigkeit brauchen. Es eignet sich eine Wärmflasche unter dem Nest als auch eine daneben mit einem feuchten Waschlappen. Alle kleinen Vögel sind erst mal reine Insektenfresser, also frisch gefangene Fliegen, kleine Motten z.B. oder Heimchen aus der Zoohandlung, nur müssen die Beine entfernt werden nach dem Einfrieren und Auftauen. Niemals Käfer, Regenwürmer, Asseln, Ameisen oder Insekten mit Stachel und/oder Warnfarben (rot, orange, gelb). Wichtig wäre noch zu ergänzen, dass ein kleines Vögelchen erst warm sein muss, bevor es gefüttert wird. Kann in den Händen aufgewärmt werden oder sollte eben in einem Handtuchnest auf einer nicht zu heißen Wärmflasche sitzen. Niemals Rotlicht nehmen, das trocknet aus. Nachts müssen sie nicht gefüttert werden, das machen die Eltern auch nicht

Dies als kleiner Crash-Kurs und zur Information - lieben Dank.

 

Hier findet Ihr sofort Hilfe und Informationen:

https://www.facebook.com/groups/Wildvogelhilfe/?hc_location=group

Kommentare: 1
  • #1

    Eva Schmelzer (Mittwoch, 19 Juni 2019 14:08)

    Vielen, vielen Dank für diese sehr ausführliche Information, Angelis! Jeder, egal in welchem Umfeld er lebt sollte das gewissenhaft lesen und verinnerlichen (auch die Links dazu), denn jeder kann in eine solche Situation kommen, egal ob in der Stadt oder auf dem Land. Am besten vielleicht sogar ausdrucken und griffbereit ablegen, dann gerät man gar nicht erst in Panik, sondern bewahrt die Ruhe und handelt richtig.