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Tierversuche:

Steigende Zahl von grausamen Tierversuchen trotz Alternativ-Methoden

Die Haltung von Ratten und Mäusen erinniert eher an ein Schraubenlager: Regale voller Plastikkästen.  Foto: Ärzte gegen Tierversuche e.V.
Die Haltung von Ratten und Mäusen erinniert eher an ein Schraubenlager: Regale voller Plastikkästen. Foto: Ärzte gegen Tierversuche e.V.

Steigende Zahl von grausamen Tierversuchen trotz Alternativ-Methoden

Der 24. April 2012 war der Tag zur Abschaffung von Tierversuchen. Immer mehr Menschen sind dank Informationen von Tierschützern auf die unmenschlichen Praktiken vor allem auch in deutschen Labors aufmerksam gemacht worden und fordern ein Ende dieser unerträglichen Tierquälerei.

 

Doch Realität ist, das diese Praktiken zunehmen und dies obwohl es mittlerweile Ersatzmethoden gibt und obwohl in den Reihen der Wissenschaft bekannt ist, dass sich die Ergebnisse ihrer fragwürdigen Forschung nicht Eins zu Eins am Menschen anwenden lassen. Dagegen wird von deren Seite eingewendet, das es sich um genveränderte Versuchstiere handelt, welchen menschliche Gene in sich tragen. Dabei aber handelt es sich meistens nur um ein menschliches Gen, welches aber nun nicht in der Lage sein kann, alle an menschlichen Krankheiten beteiligten Faktoren offensichtlich machen zu können.

 

Denn ein Labormaus ist auch genverändert eine Maus und kein Mensch, dasselbe gilt für andere Versuchstiere, wie Kaninchen, Katzen, Hunde, Schweine, Affen usw.

 

Wohin Bitteschön sollen dann diese "Frankenstein-Methoden" führen ? Und wieso wird dennoch weitergemacht ?

 

Statistiken zur Folge sind z.B. 2010 in Deutschland Zwei Millionen achthundert sechsundfünfzig Tausend dreihundert sechzehn genveränderte Versuchstiere in deutschen Labors getestet und umgebracht worden und das obwohl es auch da schon Ersatzmethoden gab. Das sind fast 3 Millionen Wirbeltiere, darunter auch Fische, Vögel, Meerschweinchen und Ratten an welchen herum experimentiert worden ist. Das sind ca. eine Million mehr Versuchstiere als noch vor zehn Jahren.

 

Quelle: Tierversuchsstatistik

Kaninchen in einem Plastikkasten ohne jegliche Einstreu.  Foto: Ärzte gegen Tierversuche e.V.
Kaninchen in einem Plastikkasten ohne jegliche Einstreu. Foto: Ärzte gegen Tierversuche e.V.

 

Die aktuellen, vom Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz vorgelegten Tierversuchszahlen zeigen einen Anstieg von 2,78 Millionen im Jahr 2009 auf 2,86 Millionen im Jahr 2010. Das entspricht einem Anstieg um fast 70.000 Tiere oder 2,5 Prozent. Im Jahr 2010 wurden fast 2 Millionen Mäuse (69%), mehr als 442.000 Ratten (16%), rund 166.000 Fische (5,8%), etwa 106.000 Vögel, 2.789 Affen, 805 Katzen, 3.004 Hunde und Tiere vieler weiterer Tierarten im Namen der Wissenschaft gequält und getötet.

 

Seit 1989 veröffentlicht das BMELV jedes Jahr Daten über die Anzahl der in Deutschland verbrauchten Versuchstiere. Die Statistik berücksichtigt jedoch nicht alle im Tierversuch getöteten Tiere. So werden in der Gentechnik zur Erstellung von gentechnisch veränderten Tieren, zahllose Tiere 'produziert' und einfach getötet, wenn diese nicht den gewünschten Gen-Defekt aufweisen. Auch Tiere, die schon bei Zucht, Haltung und Transport sterben oder als Überschuss getötet werden, tauchen in der Statistik nicht auf.

 

http://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/infos/allgemein/22-tierversuchsstatistik.html

 

Ratten im Laborkäfig.  Foto: Ärzte gegen Tierversuche e.V.
Ratten im Laborkäfig. Foto: Ärzte gegen Tierversuche e.V.

Was wird dagegen unternommen ?

Ärzteverein fordert wegweisende Signale in Richtung Ausstieg aus dem Tierversuch

Vom 18. bis 21. Juni 2012 beraten die Agrar-, Finanz-, Umwelt-, Gesundheits- und Kulturausschüsse des Bundesrats über den Kabinettsentwurf für ein neues Tierschutzgesetz. Die bundesweite Ärztevereinigung kritisiert, dass dieser Entwurf gegenüber der ohnehin unzureichenden Vorlage des Landwirtschaftsministeriums (BMELV) noch weiter verwässert wurde und fordert klare Regelungen zur Stärkung der tierversuchsfreien Forschung.

 

Hunde werden oft einzeln in kahlen Käfigen ohne jegliche Beschäftigungsmöglichkeit gehalten.  Foto: Ärzte gegen Tierversuche e.V.
Hunde werden oft einzeln in kahlen Käfigen ohne jegliche Beschäftigungsmöglichkeit gehalten. Foto: Ärzte gegen Tierversuche e.V.

Doch Fakt ist:

24 Millionen Euro für neues Tierversuchslabor in Berlin

Ärzteverein fordert Kehrtwende in der Politik

 

In Berlin-Buch soll für 24 Millionen Euro ein neues Tierversuchslabor des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) gebaut werden. In einer heute veröffentlichten Stellungnahme fordert die bundesweite Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche von der Berliner Politik, stattdessen tierversuchsfreie Forschungsmethoden zu fördern.

 

Schon jetzt ist das MDC eine der größten tierexperimentellen Einrichtungen Deutschlands. In dem geplanten zum MDC gehörenden In-vivo-Pathophysiologie-Labor (IPL) sollen weitere Tausende Tierkäfige untergebracht werden. Insgesamt will das MDC seine Kapazitäten um 13 Prozent auf über 61.000 Tiere erhöhen.

 

Im Jahr 2011 wurden in Berlin rund 375.000 Tiere in Tierversuchen verwendet. »Zwar ging die Zahl gegenüber dem Vorjahr um 7.000 Tiere zurück, von einer Trendwende kann aber noch keineswegs gesprochen werden«, so Dr. med. vet. Corina Gericke, stellvertretende Vorsitzende von Ärzte gegen Tierversuche. Der Neubau des Labors und damit die Ausweitung von Tierversuchen müsse unbedingt verhindert werden.

 

 

Eine Maus im Käfig.  Foto: Ärzte gegen Tierversuche e.V.
Eine Maus im Käfig. Foto: Ärzte gegen Tierversuche e.V.

Quantensprung ins Mittelalter - Tierversuche in der Nanotechnologie

Das etwas getan werden soll, um diese unsäglichen Leiden der Versuchstiere zu beenden wird nicht nur immer und immer wieder gefordert und dann auch von Seiten des Gesetzgebers versprochen, aber leider immer wieder nur halbherzig und unzureichend umgesetzt.

 

Hierzu:

Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat im Januar 2012 einen Entwurf zur Änderung des Tierschutzgesetzes sowie den Entwurf einer Verordnung zur Umsetzung der EU-Tierversuchsrichtlinie zum Schutz der für wissenschaftliche Zwecke verwendeten Tiere vorgelegt. Bis Ende 2012 soll das Gesetzgebungsverfahren abgeschlossen sein. Wir sehen großen Nachbesserungsbedarf.
 
Wer die Pläne der Bundesregierung zur Umsetzung der EU-Tierversuchsvorschriften in deutsches Recht liest, stellt ernüchtert fest: Die Bundesregierung lässt die Gelegenheit verstreichen, die tierversuchsfreie Forschung zu fördern und den Ausstieg aus der Tierversuchsforschung einzuleiten.

 

Vollständiger Bericht:

 

http://www.tierschutzbund.de/eu-tierversuchsrichtlinie.html

Haltung eines Beagles in einem deutschen Universitätslabor.  Foto: Ärzte gegen TIerversuche e.V.
Haltung eines Beagles in einem deutschen Universitätslabor. Foto: Ärzte gegen TIerversuche e.V.

Es bleibt also weiterhin notwendig die Öffentlichkeit auf die furchtbare Situation der Versuchstiere in deutschen und auch internationalen Labors aufmerksam zu machen und die Hoffnung das dies Wirkung zeigt. Es nützt den Tieren wenig, keine Tierversuche zu wollen, sie dann aber stillschweigend weiterhin hinzunehmen. Eine neue Perspektive wäre hilfreich, hinsehen, sich informieren und vor Allem z.B. auf zuviel und unnötige Chemie verzichten.

 

Es ist dringend erforderlich einen ethischeren und respektvolleren Umgang mit den Tieren unseres Planeten nachdrücklich einzufordern.

 

U.Ortmann

 

Ratte in einem kleinen Plastikkasten. Foto: Ärzte gegen Tierversuche e.V.
Ratte in einem kleinen Plastikkasten. Foto: Ärzte gegen Tierversuche e.V.

Mitmachaktionen :

Affen im Labor: Allein schon die Haltungsbedingungen in völlig strukturlosen Käfigen ist für die intelligenten und bewegungsfreudigen Tiere eine Tortur.  Foto: Animal Rights Sweden
Affen im Labor: Allein schon die Haltungsbedingungen in völlig strukturlosen Käfigen ist für die intelligenten und bewegungsfreudigen Tiere eine Tortur. Foto: Animal Rights Sweden

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Kommentare: 3
  • #1

    Rolf Peulen (Sonntag, 24 Juni 2012 18:22)

    Wer sich an solchen Versuchen aktiv beteiligt, den sollte man selber unter solchen Bedingungen, wie die Tiere gehalten werden, halten. Mal sehen ob er dann immer noch so stolz auf seine Versuche ist.....

  • #2

    U.Ortmann (Montag, 25 Juni 2012 10:14)

    Hallo Rolf.P.,<frei nach dem Sprichwort> "Was du nicht willst, das man dir tu...., erschreckend bei diesen Versuchen ist die völlige Mitleid- und Gefühllosigkeit, die dafür sicher Voraussetzung ist.
    Die offensichtliche Kaltblütigkeit ist erschreckend und zeigt nur allzu deutlich, das der Mensch nicht die Krone der "Schöpfung" sein kann, solange er die Selbe mit Füßen tritt. Einzige Hoffnung ist, das immerhin eine beständig wachsende Anzahl von Menschen, inclusive Tier- u. Umweltschützer das erkannt hat und zur Umkehr aufruft.

    Viele Grüße
    U.Ortmann

  • #3

    Marion Hartmann (Montag, 09 Februar 2015 07:42)

    Ich versuche immer wieder, Worte zu finden für dieses.., eines der schwärzesten Kapitel der Menschheitsgeschichte - Tierversuche/ Vivisektion.
    Schon 1986 wurde ich mit dieser Thematik konfrontiert und kann dazu nur sagen, daß sich bis heute nichts geändert hat trotz allem Widerstand schon damals. Ich kann mir einfach nicht mehr vorstellen, daß die Methodiken... Aufklärung, Unterschriftensammlung, Informationsstände, ec.., die sich vor Jahrzehnten schon als unnütz erwiesen.., plötzlich greifen sollten.