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Brumbies in Gefahr

Text: Gudrun Kaspareit

Foto: Harry Horwoka

17.05.2016

Wildpferd
(c) Harry Howorka Wildpferd

Brumbies sind Australiens Wildpferde. Ursprüngliche Hauspferde der ersten Siedler. Später ausgebüxt und verwildert. Ganz ähnlich wie die amerikanischen Mustangs. Sie haben sich gut vermehrt und leben in der Gegend der Snowy Mountains in Südostaustralien, im Northern Territory, und in Queensland. In Australien gibt es mehr Wildpferde als in jedem anderen Land, etwa eine Million.

Die Bezeichnung „Brumby“ wird auf Sergeant James Brumby zurückgeführt, der seine Pferde zurück ließ, als er nach Tasmanien auswanderte.

Einer der schönsten und größten Nationalparks Australiens befindet sich im Gebiet der Snowy Mountains rund um den Berg Kosciuszko, der „Kosciuszko Nationalpark“. Hier leben rund 6000 Wildpferde. Behörden machen sie für erhebliche Umweltschäden verantwortlich. Sie sollen die Alpine Landschaft zerstören, die dort herrscht, der schneebedeckte Mount Kosciuszko ist 2228 m. hoch. Er ist der höchste Berg Australiens.

Langfristig soll ihr Bestand auf 600 Pferde reduziert werden. Die Behörden planen dazu angemessene Methoden, wie Geburtenkontrolle, Umsiedlung, aber auch Einzäunen und Erschießen.

Ehe es zu Geburtenkontrolle kommt, werden zunächst ca. 90% der Pferde erschossen, das nennt die Behörde angemessen. Tierschützer sind schockiert. Warum fällt es nur so schwer, kreativere Lösungen zu finden, als immer gleich zum Gewehr zu greifen? Geburtenkontrolle war doch schon ein ein guter Ansatz. Aber man könnte sie auch einfangen und Versteigern, nach amerikanischem Vorbild. Aus ähnlichen Motiven mussten die Bestände der Mustangs regelmäßig reguliert werden. Die Mustangs wurden früher mit Hubschraubern zusammen getrieben, erschossen und zu Hundefutter verarbeitet. Tierschützer sind dagegen Sturm gelaufen, bis sie sich durchsetzten.

Seither darf kein einziger Mustang mehr erschossen werden, statt dessen werden die Überzähligen Tiere nun in einer Auktion verkauft.

Auch gezähmte Brumbies gelten als robust und sehr intelligent. Ich bin sicher, da gäbe es genügend Interessenten.

In dem sehr kleinen Areal in Deutschland, dem Merfelder Bruch, Privatbesitz des Herzog von Croy, leben die Dülmener Wildpferde. Da sie keinen Platz haben, um sich auszubreiten, werden sie einmal im Jahr zusammen getrieben und die Junghengste werden heraus gefangen. Dieses Spektakel freut sich größter Beliebtheit, die Ponys finden reißenden Absatz und werden zu zuverlässigen Reitponys ausgebildet. Es ist für die Pferde zwar einmal im Jahr eine große Aufregung, aber getötet werden muss kein einziges Pferd.

Kommentare: 1
  • #1

    Eva Schmelzer (Freitag, 03 Juni 2016 16:08)

    Umweltschäden durch die Pferde? Diese „Schäden“ dürften sich doch wohl sehr in Grenzen halten im Vergleich zu den durch den Menschen verursachten. Vor allem in alpinen Landschaften ist die Zerstörung durch den Menschen in vielen Regionen dramatisch, das wird hier ähnlich sein. Gibt es vielleicht noch Hoffnung, dass das Vorhaben gestoppt wird? Vielleicht kann die Organisation „Save The Brumbys Inc“ noch etwas erreichen! Im Folgenden einige Petitionen:
    http://www.thepetitionsite.com/de-de/258/184/025/stop-killing-the-brumbies/
    http://www.thepetitionsite.com/de-de/takeaction/923/870/065/
    https://www.gopetition.com/petition/38790.html
    http://www.ipetitions.com/petition/save-the-julatten-brumbies
    http://www.thepetitionsite.com/de-de/takeaction/534/694/183/
    https://www.change.org/p/blue-mountain-city-council-save-our-wild-brumbies

    Tier-Genozide scheint die australische Regierung ohnehin zu lieben, sie scheint ein Haufen Schafzüchter ohne Respekt für Tiere zu sein, wie es der Sänger Morrissey mal ausgedrückt hat. Erst Anfang letzten Jahres hat die australische Regierung veranlasst, dass im Bundesstaat Victoria Hunderte Koalas getötet wurden (mindestens 700) - zu ihrem Besten, wie es hieß. Das geschah übrigens im Geheimen, die Öffentlichkeit erfuhr erst davon, als das Töten vorbei war.
    Und bis zum Jahr 2020 sollen zwei Millionen verwilderte Katzen getötet werden. Auf teils abenteuerliche Weise: mit großflächig ausgelegten Giftködern oder sensorgesteuerten Fallen, die giftige Gels auf das Fell vorbeistreunender Tiere sprühen und die nächste Katzenwäsche tödlich enden lassen. Lebende Beuteltiere mit implantierten Giftkapseln und mechanische Fallen gehören ebenso zum Repertoire der Katzenhäscher wie Spürhunde und Betäubungsgewehre.