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Warum?

Text und Fotos: Barbara Quentin

22.08.2017

Rauchschwalbe
(c) Barbara Quentin Rauchschwalbe

 

Das ist die Geschichte zu den Rauchschwalben, deren Leben völlig unerwartet zerstört wurde.

 

Mamaschwalbe hat die Eier 14-17 Tage lang, geduldig auf dieser Männertoilette auf dem Tempelhofer Feld bebrütet.
Sie musste sehr oft rausfliegen, wenn jemand kam, um seine Notdurft zu verrichten, um sofort zielstrebig erneut reinzufliegen, wenn derjenige wieder weg war, um weiterzubrüten.
Am 10.8. schlüpften drei Schwalbenküken und die Schwalbeneltern fütterten sie pausenlos und unermüdlich im Wechsel.

 

Die Küken durften grad mal 4 Tage alt werden, normalerweise werden sie drei Wochen im Nest gefüttert.
Es waren winzig kleine Babys!
Gestern nachmittag/ abend war es auf unvorstellbar brutale Weise vorbei mit ihrem Leben.

 

Sie wurden mit Geäst einfach von der Wand geschlagen.

 

Nun sitzen die Eltern auf einem Zaun gegenüber und fliegen immer wieder diese Toilette an, vergeblich... da ist ja nix mehr.

 

Ich bin unfassbar traurig darüber.

 

Warum nur ?

 

Ich möchte das dieser von mir verfasste Text die Runde macht.

 

Die Erlaubnis, die Fotos zu veröffentlichen hab ich und die Zeitung hätte womöglich auch Interesse .
Ich möchte nicht, das diese Vögel, vollkommen umsonst, z.T. in den Müll gelandet sind und hoffe etwas damit zu bewegen.

 

UPDATE 16.8. Rauchschwalben stehen in der Roten Liste als gefährdet, sie sind eine geschützte Tierart und deren Tötung ist nach §44 Artenschutz eine Straftat.

 

Ich habe die untere Naturschutzbehörde informiert und stehe in Kontakt mit einer Frau vom Gebäudebrüterschutz, hab die örtliche Presse informiert ( ob sie Interesse daran haben, ist eine andere Sache) und sorge dafür, das dieser Beitrag die Runde macht.
Der Betreiber des Parks hat mein Fotomaterial und die Fakten und will sich auch um die Angelegenheit kümmern und Anzeige gegen unbekannt erstatten.

 

Die kleinen Schwalbenküken werden dadurch zwar nicht wieder lebendig aber ihr Tod war so vielleicht nicht vollkommen sinnfrei, sondern hilft womöglich zukünftigen Schwalbenbruten.

 

 

Rauchschwalbe mit Küken
(c) Barbara Quentin Rauchschwalbe mit Küken

Zerstörtes Nest

Totes Schwalbenküken
(c) Barbara Quentin Totes Kücken
Kommentare: 4
  • #4

    Rainer Olßok (Donnerstag, 02 November 2017 00:43)

    hierfür ist übrigens der Paragraph 38 BNatSchG. zuständig!

  • #3

    Rainer Olßok (Donnerstag, 02 November 2017 00:30)

    Liebe Barbara Quentin,
    nicht nur das Töten von Schwalben ist eine Straftat,auch das Zerstören ihrer Brut-und Niststätten fällt unter dieses Gesetz.
    Das Entfernen von Schwalbennestern wird leider immer noch sehr oft angewand,und ist sofort bei der unteren Naturschutzbehörde anzuzeigen.

  • #2

    Eva Schmelzer (Dienstag, 05 September 2017 16:02)

    Danke, liebe Barbara, dass Du diese bewegende Geschichte verbreitest. Es geht in erster Linie ja nicht darum, dass der Frevel an den Rauchschwalben eine Straftat ist, sondern dass Menschen so bösartig oder einfach gedankenlos sind, eine liebenswerte Familie zerstört zu haben. Natürlich muss das geahndet werden, muss ein Signal ausgesendet werden für andere völlig empathielose Menschen, dass sie wissen, dass sie eine kriminelle Handlung begehen, wenn sie schon kein Fünkchen Mitgefühl haben.
    Ich war genau in der Zeit, als das geschah, täglich zweimal auf dem Hundeauslauf (Nordosten), wo es eine Herrentoilette gab. (ich habe immer den Eingang von der Oderstraße aus genommen). Vielleicht war das der Ort des traurigen Geschehens - und ich habe nichts geahnt. Aber ist ja egal...
    Ich wohne in Düsseldorf, dort stehen auf der Stadtseite direkt am Rhein alte (sehr, sehr teure) Häuser, in deren Hauseingängen und unter Balkonen viele Mehlschwalbennester sind. Ich beobachte seit vielen Jahren, dass sie erhalten bleiben, die Vögel jedes Jahr dort zahlreich brüten. Das söhnt mich etwas aus mit dem traurigen Geschehen in Berlin.

  • #1

    Erika (Sonntag, 03 September 2017 09:55)

    Im Tempelhoer Feld Park ereignete sich diese moerderische Tat, welche eine ganze Rauchschwaben Brut vernichtete. Rauchschwalben hatten frueher hohe Bauernhoefe mit offenem Giebel, wo sie staendig ein -und ausfliegen konnten. Solche alten Hoefe werden immer weniger.Die Zahl der gefaehrdeten Rauchschwalben nimmt deshalb weiter ab in bedrohlichem Ausmass, weil keine oder nur wenige neue passende Waende mit einem offenen Einflug existieren. Sie brauchen zumindest ein geoeffnetes Fenster, durch das die Schwalbeneltern staendig ihre Brut versorgen koennen. EinToilettenhaeuschen im Park sollte immer eine Moeglichkeit zum Nestbau bieten.
    Dass ein Unbekannter seine Wut an den gerade 4 Tage alten Jungen ausliess, ist furchtbar und es ist strafbar. Ich hoffe, dass die Anzeige gegen 'Unbekannt' gelesen und durch Hinweise untermauert wird.. Der Taeter muss zweimal gekommen sein , denn er holte sich einen Ast . Irgendwelche andere Parkbesucher muessten ihn beobachtet haben, als er mit dieser ''Waffe" in eine Toilette ging. Mein Dank gilt Barbara Quentin.