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Die Aldabra Riesenschildkröte

Text und Fotos: Sven Bieckhofe

14.12.2016

Riesenschildkröte
(c) Sven Bieckhofe Riesenschildkröte

 

Die Aldabra Riesenschildkröte, die von den Inseln des Aldabra Atolls in den Seychellen stammt, zählt zu den größten Schildkröten der Welt. Auffälligstes Merkmal der Aldabra Riesenschildkröte ist der verhältnismäßig kleine Kopf, der den Hals vom Durchmesser her nur wenig überragt. Weitere Unterscheidungsmerkmale gegenüber der Galápagos-Riesenschildkröte sind große Kopfschuppen, Vorhandensein eines Nackenschildes, vertikal geschlitzte Nasenlöcher und die Fähigkeit, durch die Nase trinken zu können. Die Schildkröten von Aldabra leben allein oder in Rudeln auf offenem Grasland. Aktiv sind sie am frühen Morgen, wenn sie Futter suchen. Um sich vor der Hitze des Tages zu schützen, ruhen sie in Sümpfen oder graben Höhlen in die Erde. Obwohl sie sich typischerweise langsam und vorsichtig bewegen, können sie ziemlich schnell werden, besonders wenn sie sich gefährdet fühlen.Sie ernähren sich von Blättern, Gras und Früchten, leben über 100 Jahre und wiegen 150 kg (Weibchen) bis 250 kg (Männchen). Die Brutzeit findet von Februar bis Mai statt und nach 98 bis 200 Tagen schlüpft der Nachwuchs aus den Eiern. Jedes Weibchen legt zwischen 4 und 14 Eier. Die frei lebende Gesamtpopulation beträgt etwa 100.000 Tiere, darüber hinaus werden noch etwa 5000 Exemplare in Zoos und Privathand gehalten. Somit ist sie die einzige Riesenschildkröte, deren Überleben nach derzeitigem Stand als einigermaßen gesichert gilt. Allerdings könnten aufgrund des kleinen Verbreitungsgebietes Naturkatastrophen, Seuchen und Menscheneinwirkung einschneidende Auswirkungen haben. Die Aldabra Riesenschildkröte ist in Anhang B der Europäischen Artenschutzverordnung gelistet. Sie unterliegt damit der behördlichen Meldepflicht, darf aber ohne Vermarktungsgenehmigung gekauft bzw. verkauft werden.

 

Kommentare: 3
  • #3

    Sven Bieckhofe (Sonntag, 26 Februar 2017 15:16)

    Hallo Eva Schmelzer,
    Danke erst mal für dein netten Kommentar.
    Und ja das bin ich auf den Bild damit wollte ich deutlich mache wie groß diese Tiere sind.

  • #2

    Erika (Sonntag, 15 Januar 2017 16:51)

    Ein faszinierender Bericht. Mich interessierten vor allem die senkrechten Nasenloecher. Sie wurden erst allmaehlich evolutionsmaessig entwickelt, weil es auf dem Atoll kein Trinkwasser gibt und jede kleinste Wassermenge lebensnotwendig ist.
    Auch die Wechselwaerme bedeutet, dass die Riesenschildkroeten sich einen kuehlenen Schattenplatz waehlen muessen bei der Hitze. Sie treffen sich alle bei den wenigen Schattenplaetzen und streiten sich nicht.
    Ich hoffe , dass das Weltkulturerbe und die grosse Entfernung den Riesenschildkroeten ein weiter ungestoertes Leben ermoeglichen.

  • #1

    Eva Schmelzer (Dienstag, 03 Januar 2017 13:51)

    Ein sehr übersichtlicher und ausführlicher Bericht über diese imposanten, friedlichen und vegetarisch lebenden Riesen, die uns so sehr an Urzeiten erinnern. Während des Lesens hab ich schon bange darauf gewartet – weil es leider fast immer so ist –, dass eine ernste Bedrohung erwähnt wird und hab mich sehr gefreut, dass diese Art als zumindest als einigermaßen gesichert gilt. Hoffen wir alle, dass das relativ kleine Verbreitungsgebiet von Naturkatastrophen verschont bleibt, dass Seuchen fernbleiben und die Menschen alles tun, ihnen einen ungestörten Lebensraum zu erhalten.
    Da Text und alle Fotos von Sven Bieckhofe sind, nehme ich an, dass er es auf dem Foto sein könnte. Wenn ja – nett, Dich auch mal optisch kennen gelernt zu haben :D