Folge mir auf Facebook

Folge mir auf Twitter

Der Grottenolm (Proteus anguinus)

Text und Fotos: Sven Bieckhofe

09.09.2019

Tropfsteinhöhle
(c) Sven Bieckhofe. In solch schönen Höhlen lebt der Grottenolm

Grottenolme zählen zu den faszinierendsten Lebewesen des europäischen Raumes und bilden eine eigene Gattung mit dem Namen Proteus. Um dieses seltene Tier zu finden machte ich mich auf den Weg unter die Erde, genauer gesagt in die vielen Höhlen Kroatiens. In den Höhlen herrscht das Jahr eine konstante Temperatur um die 10 Grad. Der Grottenolm lebt ausschließlich in sauberen, sauerstoffreichen Höhlengewässern, im Kalkgebirge östlich der Adria. Die Verbreitung reicht vom äußersten Nordosten Italiens über Slowenien und das westliche Kroatien bis Herzegowina. Die einzige oberirdisch lebende Form der Grottenolme wurde in Slowenien gefunden. Diese Tiere sind schwarz gefärbt und haben entwickelte Augen. Die Forscher sind noch nicht sicher, ob es sich bei diesen Tieren um eine Unterart handelt. Außerhalb dieses Gebietes gibt es lediglich drei weitere Vorkommen. In Deutschland im Harz (Hermannshöhle), in den französischen Pyrenäen und in Slowenien wurden Grottenolme von Menschen angesiedelt. Hier kam es erfolgreich zur Fortpflanzung. Da der Grottenolm nur in absoluter Dunkelheit der Höhlen lebt, besitzt er keine Augen und eine pigmentlose, transparente, rosa gefärbte Haut. Der Grottenolm gehört zur Klasse der Amphibien und dort zur Ordnung der Schwanzlurche. Eigentlich handelt es sich um ein in dauerndem Larvenstadium lebendes Tier. Er wird 25 bis 30 Zentimeter lang. Der Kopf ist schmal und vorn spatelförmig. Da der Grottenolm nur in absoluter Dunkelhei lebt sind die Augen unter der Haut verborgen und kaum zu erkennen. Mit ihnen kann der Grottenolm nicht mehr sehen. An den Vorderbeinen befinden sich je drei Finger, an den Hinterbeinen je zwei Zehen. Der Schwanz ist seitlich abgeflacht und mit Flossensäumen versehen. Forscher gehen davon aus, dass die Tiere über 100 Jahre alt werden können.

Grottenolm
(c) Sven Bieckhofe, Grottenolm
Grottenolm
(c) Sven Bieckhofe, Grottenolm
Kommentare: 0