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Uranabbau im Nationalpark in Tansania

Text: Gudrun Kaspareit

Fotos: Selous Nationalpark Tansania von Wikipedia

04. 05. 2014

Selous Game Reserve
Selous Game Reserve Wikipedia By Murky1 (http://www.flickr.com/photos/mvjaf/353170664/) [CC-BY-SA-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons

 

Schon vor zwei Jahren gab es weltweite, massive Proteste gegen Uranminen im Nationalpark Selous Games Reserve in Tansania, der wegen seines Artenreichtums zu einem der größten Schutzgebiete in Afrika gehört. Die Australische Firma MANTRA hat dort Uranerz gefunden und den Abbau beantragt. MANTRA ist für die russich-kanadische Firma URANIUM ONE tätig, diese wiederum steht unter der Kontrolle der russische Firma ROSURAN. Tansania stellte bei der UNESCO einen Antrag auf eine Ausnahmegenehmigung zum Uranabbau ohne den Status „Weltnaturerbe“ zu verlieren. Die UNESCO gab ihre Zustimmung. Das Gebiet um die Uranminen wurde vom Schutzstatus ausgenommen.

Da Tansania bisher keine Erfahrungen im Umgang mit radioaktiven Materialien hat, wurde ein System von Behörden, Rechtsvorschriften und eine Atomkommission ins Leben gerufen. Nun bestehen, zumindest theoretisch, die Voraussetzungen für den Uranabbau. Neben dem Mkuju River Project, werden auch noch andere Gebiete in Tansania untersucht, ob sich Uranerz finden lässt.

Während einer internationalen Urankonferenz in Tansania, sagte der Gesundheitsminister : „Der tansanischen Regierung seien die Probleme durchaus bekannt. Sie habe Vorkehrungen getroffen, um die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen.“ Erhebliche Zweifel schürte dagegen der Vertreter des nationalen Umweltamtes. Er musste zugeben, dass die tansanische Regierung bisher weder technisch, noch finanziell oder personell in der Lage sei, die von ihr erlassenen Auflagen beim Uranabbau zu kontrollieren.

Doch trotz aller Warnungen über die schädlichen Auswirkungen für Mensch, Tier und Natur, laufen die Vorbereitungen für die Inbetriebnahme der ersten Uranmine Tansanias.

Auch Gold, Diamanten, Kohle, Öl und andere Rohstoffe stehen auf der Liste internationaler Konzerne und Finanz-Spekulanten. Landraub ist daher ein massives Thema in Tansania, denn in den meisten Fällen haben die Einwohner der betroffenen Regionen keine Eigentumstitel und können von der Regierung vertrieben werden.

Die Regierungen werden mit der Aussicht auf vermehrten Steuereinnahmen, Pachtgeldern und wirtschaftlichem Wachstum geködert. Die langfristigen, oft schweren Folgen für die Umwelt werden dabei gerne verdrängt und verharmlost.



Selous Game Reserve Wikipedia
Selous Game Reverse Wikipedia (WT-shared) Digr at wts wikivoyage [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

 

Informationen über den Selous Nationalpark Tansania

http://de.wikipedia.org/wiki/Selous

 

Kommentare: 2
  • #2

    Eva Schmelzer (Dienstag, 01 Juli 2014 17:33)

    Die UNESCO gehört zur UNO. Und die ist genauso lobby-kontrolliert wie alle. Einen ähnlichen Fall hatten wir ja jüngst in Ecuador. Das Land wollte ja die Ölförderung eines knapp 17.000 Quadratkilometer großen Gebietes, das die Unesco 1989 zum Biosphärenreservat ernannte hatte, nicht durchführen, wenn die Weltgemeinschaft das Land dafür entschädigen würde. Obwohl alle Politiker immer gern Umwelt-, Klima- und Naturschutz große Wichtigkeit zusprechen, kam nichts Nennenswertes zusammen. Wissenschaftler zählen das Gebiet, in dem jetzt gefördert werden wird, zu den Regionen mit der weltweit größten Artenvielfalt. Nirgendwo auf dem amerikanischen Kontinent wachsen mehr unterschiedliche Baumarten. Zudem leben dort zwei indigene Völker in selbst gewählter Isolation. Auch für diese Menschen hätte die UNESCO eintreten müssen.
    Nun zieht eine ähnliche Katastrophe über Tansania her. Auch mit viel Leid für die dort (noch) lebenden Menschen. Ich sage inzwischen, dass die Politiker gar keine Macht mehr haben, sondern nur noch die Konzerne und Finanzspekulanten. Arme Welt, die immer ärmer wird, damit sich einige wenige bereichern können...

  • #1

    Erika (Dienstag, 01 Juli 2014 11:07)

    Gudruns 'Uranabbau in Tansania' Artikel.
    Die Entscheidung einer Sondergenehmigung fuer das Selous Games Reserve war eine bedauernswerte Fehlentscheidung. Hoffentlich begreift man, welche Gefahr beteht fuer nie wieder gutzumachende Eingriffe in die Umwelt. Gudrun Kaspareit weist hin auf die verzweigten Interessengruppen von Russland und Canada, welche leichtes Spiel in Tasmania hatten, das bisher ohne Umgang mit Risiken fuer das eigene Land war. Geld und Wachstumsversprechungen sind leider grosse Risikofaktoen.