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Die Büchse der Pandora

Text und Foto: Gudrun Kaspareit

20.05. 2016

AKW
(c) Gudrun Kaspareit AKW

 

Die Büchse der Pandora lässt sich nicht mehr schließen, ist sie erst mal geöffnet worden.
Vor 30 Jahren ist das Unglück von Tschernobyl geschehen. Bis heute gibt es keine verlässlichen Opferzahlen . Damals hatte man in aller Eile einen Betonmantel um den außer Kontrolle geratenen Reaktor gegossen, den sog. Sarkophag. Heute, nur 30 Jahre später hat er Risse und wird langsam undicht, er müsste dringend ausgebessert werden, aber es fehlt am nötigen Geld. Ehe alles Material verstrahlt ist, vergehen Millionen Jahre, niemand kann vorhersehen, wie dann die politischen Lage sein wird, die geologischen Gegebenheiten,  oder wie dann die Umweltbedingungen sind. Nur mal zum Vergleich, Jesus wurde vor nur  2000 Jahren geboren und wie hat sich seither das Antlitz der Erde verändert. Niemand kann die Sicherheit für die nächste Million Jahre garantieren. Das gilt übrigens auch für den ganz "normalen " Atommüll. Keiner weiß wohin mit dem Zeug, dennoch wird fröhlich weiter gemacht, auch in Krisen Gebieten, auch in Erdbebengebieten.
Anders als die Russen haben die Japaner die atomare Katastrophe von Fukushima herunter gespielt. Kontaminierte Erde wurde nur mit Plastikplanen abgedeckt , verstrahltes Kühlwasser einfach in den Pazifik abgelassen, heute, kaum 5 Jahre später wurde die Sperrzone wieder aufgehoben und die Leute können zurück kommen. Aber das ist hilfloses Verleugnen der tatsächlichen Gefahr, diese Vogel Strauß Politik wird sich rächen. Schon jetzt hat Japan den ganzen Pazifik verseucht, allerdings vermisse ich den Aufschrei der Empörung von den Anrainer Staaten.

Täglich fließen 300 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser in den Pazifik. Im Plankton zwischen Hawaii und der Westküste der USA wurden sehr große Mengen von Cäsium 137 gefunden. Plankton ist der Beginn der maritimen Nahrungskette. Folgerichtig findet man Fische, Wale und Robben mit Geschwüren und Anomalien in großer Zahl. Weniger Fische, weniger Seevögel und leider auch sehr wenige Stichproben Bis heute werden in Süddeutschland Wildfleisch und Pilze auf Radioaktivität getestet und weisen sie mehr als 600 Becquerel auf, werden sie zu Sondermüll. Aber wer testet die gefangenen Fische, die als Fischstäbchen in die ganze Welt verkauft werden? Dennoch setzt Japan weiter auf Atomkraft.

Doch wir sollten nicht mit dem Finger auf andere zeigen, denn mitten in Europa, Tihange in Belgien z.B., laufen auch jede Menge Schrottmeiler. Anstatt sie endlich abzuschalten, werden lieber Jodtabletten an die Bevölkerung ausgegeben. (Wenn die Schilddrüse mit Jod gesättigt ist, lagert sie kein Jod mehr ein, auch kein strahlendes) Allein bei Tihange wurden 3149 Risse an den Stahldruckbehältern festgestellt, Materialermüdung. Tihange liegt gerade mal 70 km. Luftlinie von Aachen entfernt. Die Betriebserlaubnis von Tihange erlischt erst 2025, ich hoffe sehr, dass man nicht bis dahin weiter Russisches Roulette spielt, mit der Gesundheit und dem Leben von uns Bürgern. Allerdings erwarte ich von der Lobbywirtschaft nichts Gutes.

Kommentare: 2
  • #2

    Eva Schmelzer (Donnerstag, 02 Juni 2016 17:19)

    Das, was weit weg von uns passiert geht uns alle an, betrifft uns ebenso. Das gilt nicht nur für die Gefahren der Atomkraft. Auch jeder abgeholzte Regenwald am anderen Ende der Erde schadet uns. Bis zur Industrialisierung etwa waren Schäden an der Umwelt noch weitgehend regional begrenzt, das gilt nicht mehr: Die Büchse der Pandora streut ihr Unheil über der ganzen Welt aus, egal, wo sie geöffnet wird.
    Wir müssen endlich lernen, global zu denken und vor allem aufhören, in Lebenszeit der jetzt lebenden Menschen (oder schlimmer noch die Politiker: in Wahlperioden) zu denken. Das hat Gudrun sehr anschaulich deutlich gemacht z.B. bezüglich der verseuchten USA-Westküste durch Fukushima und wie kurz z.B. 2000 Jahre sind in Anbetracht der enormen Halbwertzeiten. Dabei ist das viel erwähnte Cäsium-137 noch relativ „harmlos“, liegt bei ungefähr 30 Jahren. Das heißt aber: heute, 30 Jahre nach der Katastrophe, hat sich die Menge der gefährlichen Nuklide erst halbiert. Experten sagen, dass erst nach zehn Halbwertszeiten, also 300 Jahren, davon gesprochen werden kann, dass das Cäsium nicht mehr vorhanden ist. Doch die wirklich gefährlichen radioaktiven Stoffe wie Plutonium und Uran haben Halbwertszeiten, die die Menschheit wohl überdauern dürften, wie Gudrun beschrieb.
    Übrigens: Bald werden bei uns wieder Pfifferlinge angeboten. Fast alle kommen aus Polen, Weißrussland, Litauen oder dem Bayrischen Wald. Die Werte für letzteres Gebiet hat Gudrun aufgeführt, dasselbe gilt für die anderen genannten osteuropäischen Länder.

  • #1

    sybille (Samstag, 21 Mai 2016 14:01)

    danke für diese Artikel, und ja es hilft nicht den Kopf in den Sand zu stecken, die Menschheit wird noch jahrmilo mit den verseuchten Zeugs zu tun haben.....ein tolles Erbe :(