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Der Yasuni Nationalpark soll zum Ölpark werden

Regenwald
Dieter Schütz _pixelio.de

In dem letzten unberührten Urwald der Welt, dem Yasuni-Nationalpark in Ecuador , soll nun doch nach Öl gebohrt werden. Der ecuadorianische Präsident Rafael Correa hat dafür grünes Licht gegeben. Schuld ist Deutschland! Hier die ganze Geschichte:

Präsident Correa wollte seinen bedeutenden Nationalpark von der Ölbohrung verschonen. Er bat darum, das die Staatengemeinschaft der Welt ihm die Hälfte des zu erwartenden Gewinnes ersetzen würde. Unter dem Nationalpark lagern 850 Millionen Barrel Öl, mit einem Wert von ca. 7 Milliarden Dollar. Die internationale Staatengemeinschaft hätte also 3 ½ Milliarden Dollar aufbringen müssen. Rafael Correa hat dafür einen Fond eingerichtet.

Nordamerika, Russland und China haben sich nicht an der Initiative beteiligt.

Aber die EU inclusive Deutschland haben ihre Bereitschaft signalisiert.

Auf diese Art etwas für den Naturschutz und das Klima zu tun, wäre ein Novum gewesen und hätte Signalcharakter gehabt.

Die deutsche Regierung war bereit die Initiative mit 40 Millionen Dollar pro Jahr zu unterstützen, ebenso wie viele europäische Staaten. Auch Kanada, Kalifornien, Australien und die Schweiz. Zudem wollten viele Prominente wie Gorbatschow, Prinz Charles oder Leonardio di Caprio in den Fond einzahlen.

Der einzige, der Zahlungen strikt ablehnte war und ist Dirk Niebel (FDP), der deutsche Entwicklungsminister. Er sagte sinngemäß, er zahle nicht, damit etwas nicht getan wird.

Dieses „Nein“ Deutschlands hat nun dazu geführt, dass Präsident Correa die Erlaubnis für die Erschließung des Erdölgebietes gegeben hat.

Der einzigartige Yasuni-Nationalpark mit seiner unglaublichen Artenvielfalt, dem dichtesten Bestand verschiedener Baumarten von ganz Nord und Südamerika und den indigenen Menschen ist in Gefahr. Was die Zerstörung des Regenwaldes auch für das Klima bedeutet, muss nicht erst erklärt werden.

Die FDP sitzt nur in der Regierung, weil sie sich mit der CDU verbündet hat. Die Regierung, ebenso wie verschiedene Stimmen in der FDP waren zu Zahlungen bereit, nur Dirk Niebel stellt sich quer und blockiert das Programm. Es ist nicht zu verstehen, dass einem einzelnen Nobody so viel Macht eingeräumt wird. Er schadet dem Ansehen Deutschlands, welches bisher in der Entwicklungshilfe eine Vorbildfunktion inne hatte und er ist maßgeblich mitverantwortlich für die Zerstörung eines der letzten unberührten Regenwälder. Das alles für den Egotrip eines Einzelnen.

Einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt es allerdings. In Quito (Hauptstadt von Ecuador) formiert sich langsam der Widerstand gegen die Ölförderpläne. Wir können nur hoffen, dass aus dem zarten Pflänzchen eine starke Bewegung wird.

(Text: Gudrun Kaspareit)

Quellen: http://www.zeit.de/politik/ausland/2011-10/yasuni-niebel

 

http://www.tagesspiegel.de/politik/umweltschutz-erdoel-statt-regenwald/8652418.html

Pressemitteilung der Grünen

http://www.gruene-bundestag.de/presse/pressemitteilungen_ID_2000147/2013/august/yasuni-nationalpark-opfer-der-ego-trips-von-niebel-und-correa_ID_4389742.html

Yasuni Nationalpark

Dieses Juwel soll geopfert werden

Beschreibung von Wikipedia

Regenwald
Cornerstone_pixelio.de

 

Der Nationalpark Yasuní gilt als einer der Orte mit der größten Artenvielfalt weltweit. Die Wissenschaftler sind sich angesichts der außergewöhnlichen Artenvielfalt, dem guten Erhaltungszustand und seines Status als kulturellem Erbe über den einzigartigen Wert des Parks einig. Bei insgesamt 2.274 Baum- und Buscharten finden sich in diesem Park auf einem einzigen Hektar 665 Arten. Das sind mehr als alle einheimischen Baumarten der Vereinigten Staaten und Kanadas zusammen. Man hat zudem 593 Vogelarten registriert, sodass der Park auch in dieser Hinsicht zu den artenreichsten Orten der Welt gehört. Es gibt außerdem 80 Fledermausarten, 150 Amphibien und 121 Reptilienarten, sowie mehr als 4000 verschiedene Gefäßpflanzen pro 1.000.000 Hektar. Nirgendwo sonst auf dem Planeten gibt es mehr Insektenarten als hier. Man schätzt sie auf 100.000 Arten pro Hektar. In der Flora und Fauna gibt es zudem einen hohen Anteil endemischer Arten.

 

Im Park konzentrieren sich die höchsten Dichten an Amphibien-, Säugetier-, Vogel- und Pflanzenarten im ganzen Amazonasgebiet. Der durch den Klimawandel verursachte Temperaturanstieg wird außerdem vergleichsweise gemäßigt ausfallen, wodurch der Park besondere Bedeutung für den zukünftigen Artenschutz gewinnt. Diese einzigartigen Eigenschaften des Nationalparks haben verschiedene Ursachen wie die Stabilität seines Klimas, die großen Niederschlagsmengen und die hohen und über die Jahreszeiten gleichmäßigen Temperaturen. Die unterschiedlichen Böden haben verschiedenartige Ökosysteme sowohl in den trockenen als auch in den überschwemmten Urwaldgebieten hervorgebracht. Es ist auch zu erwähnen, dass das Gebiet des Parks eines der pleistozänen Refugien bildete. In dieser erdgeschichtlichen Phase kühlte sich das Klima drastisch ab und ein Großteil des Amazonasgebiets verwandelte sich in eine Steppenlandschaft. Die Arten konzentrieren sich an wenigen Orten, den so genannten pleistozänen Refugien, in denen sich - wie in Yasuní - der Regenwald erhielt, und sich neue Arten entwickelten und ausbreiteten. Das Pleistozän begann vor 1.8 Millionen Jahren und endete vor 10.000 Jahren.

 

Das Gebiet war im Pleistozän nicht von Eis bedeckt und soll auf einem Hektar mehr Baumarten aufweisen als ganz Nordamerika. Es herrschen in dem Gebiet feuchte tropische Regenwälder vor mit Arten wie Macrolobium acaciifolium, Coussapoa trinervia, Licania sp., Eugenia sp.. Auf nicht überschwemmtem Land wächst der Terra-Firme-Wald auf periodisch überschwemmten Flächen, Varzea- und Irapo-Wald in ständig überfluteten Bereichen. In Agroökosystemen wird Kaffee, Maniok, Reis und Zuckerrohr angebaut. Die Fledermaus-Art Lophostoma yasuni ist endemisch in diesem Nationalpark.

Quelle: Wikipedia 

Yasuni Nationalpark
Wikipedia
Kommentare: 2
  • #2

    Erika Bulow-Osborne (Dienstag, 01 Oktober 2013 07:01)

    Als Ausland-Deutsche steht mir nur beschraenkter Einblick in deutsche Politik zur Verfuegung. Der vorliegende Artikel legt in groesster Faktenvielzahl die Einzigartigkeit des Yasuni Nationalparks dar. Einem Einzelgaenger einer Partei, die nicht einmal die 5%Klausel der letzten Wahl erreichte, duerfte keine Macht gegeben werden, ein weltweites Hilfsprogramm zum Stillstand zu bringen, um die letzte unberuehrte Natur wegen ihrer Oelvorkommen zu zerstoeren. Der sich formende Widerstand in Quito muss dringend unterstuetzt werden.
    Grosser Dank gebuehrt Gudrun Kaspareit fuer die umfassende Darstellung des Problems.

  • #1

    bohler (Freitag, 06 September 2013 17:12)

    man soll doch edlich begreifen dass man die natur in ruhe lassen muss----------